M. DuMont Schauberg

Chefredakteure geben Loyalität zu Konstantin Neven DuMont auf

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Die MDS-Zeitungen gehen auf Distanz zum Kölner Jungverleger. Sechs Wochen öffentlicher Preisgabe von Interna seien genug.

Köln. Die Chefredakteure der Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg (MDS) gehen auf Distanz zum Verlegersohn Konstantin Neven DuMont. In einer Erklärung, die am Mittwoch in den Zeitungen des Verlages veröffentlicht wird, heißt es: „Wir, die Chefredakteure der MDS-Zeitungen, stehen zu den Beschlüssen des Aufsichtsrates, Konstantin Neven DuMont aus seinen Ämtern abzuberufen, beziehungsweise zu beurlauben.“ Seit sechs Wochen würden sie beinahe täglich mit Interviews und Statements von Konstantin Neven DuMont konfrontiert. Über andere Medien, vor allem „Bild Köln“, breite dieser Unternehmens-Interna ebenso wie Familien-Angelegenheiten öffentlich aus, kritisieren die Chefredakteure.

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„Sämtliche dieser Behauptungen widersprechen der Wirklichkeit, die wir täglich erleben, und setzen unser gemeinsames Haus herab sowie alle, die es repräsentieren und dafür arbeiten“, heißt es in der Erklärung weiter. Aus Loyalität habe man bislang geschwiegen. Allerdings sei Loyalität eine Verpflichtung auf Gegenseitigkeit: „Wir haben erwartet und erwarten daher, dass Konstantin Neven DuMont seinen Teil der Verpflichtung anerkennt und wahrnimmt. Zu den selbstverständlichsten Regeln gehört, der publizistischen Konkurrenz kein Material zu liefern, das im Wettbewerb gegen uns verwendet wird, und Personalangelegenheiten intern und vertraulich zu behandeln.“

Aus dem Kreis aller Mitarbeiter der Mediengruppe kämen inzwischen irritierte und besorgte Fragen: „Umso mehr müssen wir Wert darauf legen, dass die tägliche Arbeit in unseren Redaktionen und Verlagen nicht länger durch abträgliche und substanzlose Äußerungen beeinträchtigt wird.“

Die Erklärung wurde von den Chefredakteuren der „Mitteldeutschen Zeitung“, des „Berliner Kuriers“, der DuMont Redaktionsgemeinschaft sowie der „Frankfurter Rundschau“, der „Hamburger Morgenpost“, des „Kölner Stadt-Anzeigers“ und der „Berliner Zeitung“ unterzeichnet.

Um Konstantin Neven DuMont, Sohn von Verleger Alfred Neven DuMont, hatte sich in den vergangenen Wochen eine bizarre Affäre entsponnen. Angefangen hatte alles mit angeblichen Blog-Einträgen des 41-Jährigen auf der Website des Medienjournalisten Stefan Niggemeier. Die Angelegenheit spitzte sich derart zu, dass Neven DuMont schließlich wegen „geschäftsschädigender“ Äußerungen seiner Herausgeberposten enthoben wurde.