Bildung

Große Gruppen in Vorschulen laut Gutachten rechtswidrig

Laut dem Linken-Familienpolitiker Mehmet Yildiz sei es zudem auch praktisch unmöglich, dass ein Erzieher 23 Vorschulkinder betreut.

Hamburg. Die im Rahmen der Ganztagsschulreform vorgesehene Betreuung von Vorschulkindern ist möglicherweise rechtswidrig. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das der Alternative Wohlfahrtsverband SOAL in Auftrag gegeben hatte. "Aus unserer Sicht besteht bei einer Personalausstattung von 1:23 die Gefahr, dass die zivilrechtliche Rechtsprechung diese Personalausstattung für die Wahrnehmung der Aufsichtspflicht bereits strukturell nicht für ausreichend erachtet und als Organisationsverschulden des Trägers wertet", heißt es in der Expertise der Anwaltskanzlei Dornheim. Die Richtlinien für Hamburger Kitas, die auch für den Personalschlüssel der Vorschulen gelten, sehen einen Betreuungsschlüssel von 1:13 vor.

+++ Rechtsstreit bedroht Hamburger Ganztagsschulen +++

Linken-Familienpolitiker Mehmet Yildiz wirft dem SPD-Senat vor, mit der Einführung der Ganztägigen Bildung und Betreuung (GBS) "überstürzt ein Billig-System" einführen zu wollen. Es sei praktisch unmöglich, dass ein Erzieher 23 Vorschulkinder betreut.