Eppendorfer Landstraße

Nach erneutem Unfall: kommt jetzt doch Tempo 30?

Nachdem es im Mai wieder zu einem schweren Unfall an der Kreuzung Eppendorfer Landstraße gekommen ist, werden die Pläne zur Verkehrsberuhigung erneut diskutiert.

Hamburg. Mehr als zwei Jahre nach dem tragischen Verkehrsunfall an der Eppendorfer Landstraße kommt das Thema Tempo 30 erneut auf den Tisch. Bereits kurz nach dem Unglück, bei dem im März 2011 vier Menschen ums Leben kamen, hatten sich Bezirks-SPD und FDP gemeinsam mit einer Bürgerinitiative für ein solches Tempolimit stark gemacht. Der SPD-Senat aber lehnte eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 an der Kreuzung Eppendorfer Landstraße/Lehmweg/Eppendorfer Baum ab. Zusätzliche Staus und unpünktliche Busse wurden als Gründe für die Absage genannt.

Ein erneuter schwerer Unfall an der selben Kreuzung im Mai dieses Jahres hat das Thema jetzt erneut auf die Prioritätenliste der Bezirkspolitik gerückt. Auf der kommenden Sitzung des Regionalausschusses Eppendorf-Winterhude möchte die Bezirks-SPD noch einmal für ihr Vorhaben werben. Gemeinsam mit Vertretern der Innen- und der Verkehrsbehörde soll das Thema „Tempo 30“ dann noch einmal diskutiert werden.

„Die meisten Unfälle an der Straße geschehen wegen überhöhter Geschwindigkeit“, sagt Thomas Domres, Fraktionsvorsitzender der SPD-Nord. Zudem sei die Radwegebenutzungspflicht an der Straße aufgehoben. „Auch für die Sicherheit von Radfahrern wäre eine Tempo-30-Regelung wichtig“, so Domres.

Konkret geht es um den Bereich zwischen Eppendorfer Baum und Eppendorfer Marktplatz. Da die Eppendorfer Landstraße aber Hauptverkehrsstraße ist, hat der Bezirk hier keine Handlungsbefugnis und ist auf das Ok des Senats angewisen.

Christoph Ploß, verkehrspolitischer Sprecher der CDU, sieht in der Meinungsverschiedenheit großes Konfliktpotential für die SPD auf Bezirks- und Landesebene. Die CDU-Nord hatte sich von Anfang an gegen die verkehrsberuhigenden Maßnahmen auf der Straße ausgesprochen: „Die Pläne der SPD/FDP-Koalition sind eine bewusste Schikane gegen Hamburgs Autofahrer. Ein Verkehrsinfarkt wäre die Folge“, so Ploß.

Bei dem Unfall im März 2011 kamen vier Menschen ums Leben, darunter der Schauspieler Dietmar Mues und der Sozialwissenschaftler Günter Amendt (71). Der mittlerweile verurteilte Unfallverursacher, der an Epilepsie leidet, hatte mitten auf der Kreuzung die Kontrolle über seinen Wagen verloren.