01.11.12

"Wetten, dass ..?" Cindy, hilf

Von Silvia Stammer
German TV show host Lanz talks to comedian Cindy aus Marzahn and fashion designer Lagerfeld during the German game show "Wetten Dass" (Bet it...?) in the western German town of Duesseldorf

Foto: REUTERS

German TV show host Lanz talks to comedian Cindy aus Marzahn and fashion designer Lagerfeld during the German game show "Wetten Dass" (Bet it...?) in the western German town of Duesseldorf Foto: REUTERS

Markus Lanz erhält bei "Wetten, dass ..?" eine Assistentin. Die Favoritin kommt aus Berlin-Marzahn.

Während die Lage in der Politik trotz Transparenzdebatte undurchsichtig bleibt, herrscht beim Griff zur Fernbedienung am Wochenende derzeit weitgehend Klarheit. Der "Tatort" ist gesetzt; selbst bei Ausgaben, die aktuell erst gedreht werden, steigt die Spannung ins Unermessliche: Geht es um den großen Schweiger, der ein Nuschler ist, wird jede Kleinigkeit vom Publikum begierig aufgesogen. Dabei ist es eigentlich egal, ob er im Jahr 2013 als Hamburg-Ermittler Tschauder, Tschiller oder Tschüsser heißt: Schweiger spielt, pardon, ist immer nur Schweiger.

Wirklich offen ist dagegen die Frage, welche Assistentin künftig dem "Wetten, dass ..?"-Moderator bei überflüssigen Aufgaben zur Hand geht, bei denen eigentlich keine Hilfe nötig ist. Nach Medienberichten ist die Stelle jedoch wieder besetzt worden.

Als ernst zu nehmende Kandidatin hat sich bereits in der ersten Show mit Markus Lanz eine Frau empfohlen, die mit Gottschalk-Gehilfin Michelle Hunziker nicht nur Haarfarbe, sondern auch den Hang zum Dialekt gemeinsam hat. Cindy aus Marzahn, prollige Kunstfigur oder künstliche Prollfigur, aber noch viel mehr qualifiziert für Deutschlands berühmtesten Assistenzposten seit Derricks Harry. Hohes Integrationspotenzial im Osten ist gewiss, die Agentur für Arbeit könnte ihren Werdegang für eine Plakataktion nutzen. Schließlich war Ilka Bessin, so der bürgerliche Name der aufstrebenden Nervensäge, vor ihrer Bühnenkarriere jahrelang arbeitslos. Markus Lanz hat schon signalisiert, dass er "sehr gerne" Cindy an seiner Seite hätte. Das erklärt den Slogan der ZDF-Kampagne für ihn: "Markus Lanz geht nicht auf Sendung. Er geht aufs Ganze." Außerdem taugt die Erfinderin der Alzheimer-Bulimie als TV-Speerspitze gegen den Schlankheitswahn, für die Modebranche ist die Frau mit der Vorliebe für rosa Weichteil-Anzüge eine Herausforderung.

Feminismus Berliner Art zur besten Sendezeit ohne störenden Intellektualismus: Frauenministerin Schröder könnte sich von Cindy bestimmt einiges abgucken. Wetten, dass ...?