#makerapelegal

Vergewaltigungs-Befürworter rief zu Treffen in Hamburg auf

Echte Fordrung oder gezielte Provokation: „Make Rape Legal“, heißt ein Satz, der dem Pickup-Artist Daryush Valizadeh zugesprochen wird.

Foto: imago stock&people / imago/Pixsell

Echte Fordrung oder gezielte Provokation: „Make Rape Legal“, heißt ein Satz, der dem Pickup-Artist Daryush Valizadeh zugesprochen wird.

Ein US-Amerikaner will Vergewaltigung teilweise legalisieren. Weltweit rief er zu Treffen auf - auch in Hamburg. Nun kam die Absage.

Hamburg.  Die Forderung ist so unglaublich, dass sie eigentlich nur ein Fake sein kann. Eine gezielte Provokation vielleicht, etwas, was eigentlich niemand ernst meinen kann. Aber so ist es nicht. Denn die Männer, die sich am 6. Februar in Hamburg treffen wollten, sind von ihrer abstrusen Mission überzeugt: "Make Rape Legal" – Vergewaltigungen legalisieren.

Sie sind Teil einer weltweiten Bewegung – so muss man es wohl nennen. Denn nicht nur in Hamburg, sondern in gleich 43 Ländern rund um den Globus wollten sich die Befürworter dieser Forderung treffen. Die jeweiligen Orte sind geheim, nur die Vorab-Treffpunkte für Interessierte und ein Erkennungssatz waren im Internet angegeben. In Deutschland waren die Zusammenkünfte nicht nur in Hamburg, sondern auch in Aachen, Frankfurt am Main, Berlin, München, Nürnberg und Würzburg geplant.

Jetzt die Absage: Der Veranstalter und Wortführer der Gruppen, der Amerikaner Roosh V., sagte das Treffen nach heftiger Kritik ab. "Das Treffen am 6. Februar ist abgesagt", schrieb er auf einer von ihm betriebenen Internetseite, auf der er vorher die Treffpunkte in insgesamt 43 Ländern und 165 Orten verzeichnet hatte, an denen Gleichgesinnte am Sonnabendabend zusammenkommen sollten. Er könne nicht länger für die Sicherheit oder die Anonymität der Männer garantieren.

Polizei könne zunächst nicht eingreifen

Die Berliner Polizei hatte bereits Kenntnis von dem am Sonnabend geplanten Treffen. "Natürlich wissen wir davon", sagte ein Sprecher der Berliner Morgenpost. Viel machen könne man aber nicht. Jeder könne seine Meinung frei äußern. Etwas anderes wäre ein direkter Aufruf zu einer Vergewaltigung. "Dann wäre für uns ein Einschreitgrund gegeben, das wäre strafrechtlich zu ahnden", sagt der Sprecher. Man habe die Lage im Blick und werde entsprechend reagieren.

Initiator und Wortführer der Vergewaltigungsbefürworter ist ein Amerikaner namens Daryush Valizadeh, der unter dem Namen Roosh V einschlägig bekannt ist. Er betreibt einen Blog, schrieb mehrere Bücher, die er selbst verlegte, und hält öffentliche Vorträge. Das Thema dabei stets: Die Stellung des weißen, heterosexuellen Mannes in der Gesellschaft stärken – und zwar durch Unterdrückung, Verachtung und sexuelle Ausbeutung der Frau.

Putin als Held der Bewegung

Vergewaltigungen auf einem Privatgelände sollten Daryush Valizadehs Ansicht nach deshalb legalisiert werden. Er gibt als selbst ernannter "Pickup-Artist" anderen Männern zudem Tipps, wie sie Frauen ins Bett bekommen – auch unter Anwendung von Gewalt. Denn Frauen, so proklamiert es seine Weltsicht, wollten schließlich Männer, die sich einfach nehmen, was sie wollen – und ein "Nein" nicht als "Nein" akzeptieren.

Auf einer von Valizadeh betriebenen Website finden sich entsprechende Artikel zu diesem Thema. Etwa "Fünf Gründe, warum man sich nicht mit Mädchen treffen sollte, die Oralsex hassen", "Amerikanische Frauen sind nur für eine Sache gut" oder eine Erklärung dafür, warum ein Mann keine Frau heiraten sollte, die selbst Geld verdienen will. Ebenso wird die Frage beantwortet, warum Russlands Präsident Wladimir Putin der vermeintlich letzte Beschützer traditioneller Werte ist.

Internetseite gibt Tipps für die Treffen am Sonnabend

Auf der Internetseite tauschen sich die Nutzer auch im Vorfeld des Treffens am Sonnabend aus. Und geben Tipps, um möglichst unerkannt zu bleiben. "Nenne nicht deinen echten Namen und bleibe bei persönlichen Angaben vage", rät einer. "Und lass deinen Personalausweis zu Hause." Außerdem solle man nur in unauffälliger Kleidung kommen und alle Getränke bar bezahlen – um ja keine Spuren zu hinterlassen.

Auf Twitter macht mittlerweile der Hashtag #makerapelegal die Runde. Hier posten allerdings die allermeisten ihre Ablehnung gegen diese Forderung. Vereinzelt wird auch schon zu Gegenbewegungen aufgerufen. (pau)

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