16.01.13

Londoner Zentrum

London unter Schock: Helikopter-Absturz an der Themse

Mitten im morgendlichen Berufsverkehr stürzt ein Hubschrauber im Zentrum der Stadt ab. Zwei Menschen sterben, 13 werden verletzt.

Von Michael Donhauser und Britta Gürke
Foto: AFP

Bilder wie aus einem Kriegsgebiet: Flammen zeugen von dem Hubschrauberabsturz inmitten der Londoner Innenstadt

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London. Es gab einen lauten Knall und dann eine riesige schwarze Rauchwolke: Der Absturz eines Hubschraubers mitten im Londoner Zentrum hat am Mittwoch die Stadt in einen Schockzustand versetzt. Zwei Menschen kamen bei dem Unglück mitten im Berufsverkehr am Morgen ums Leben, darunter der Pilot, wie die Polizei bestätigte. Am Boden starb ein Passant. 13 Menschen wurden verletzt, sechs von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Ein Autofahrer konnte aus seinem brennenden Wagen gerettet werden. Der Helikopter war gegen einen Kran geknallt, der nahe dem belebten Bahnhof Vauxhall am Südufer der Themse auf einem Hochhaus stand.

Anschließend war ein Feuer ausgebrochen, eine dichte Rauchwolke stieg auf. Zwei Häuser in der Umgebung gerieten ebenfalls in Brand. Am späten Vormittag waren die Flammen gelöscht. Die genauen Details des Unfalls waren am Mittwoch zunächst unklar.

Nach Angaben des Betreibers hatte der Hubschrauberpilot wegen schlechter Sicht um eine Umleitung gebeten. Er war auf dem Weg von Redhill in der Grafschaft Surrey nach Elstree in Hertfordshire. Seine Route entsprach dem Flugplan. Wegen des diesigen Wetters bat er aber bei einem nahe gelegenen Landeplatz im Stadtteil Battersea um Landeerlaubnis. Kurz darauf rammte der Helikopter den Kran, stürzte ab und explodierte. Anzeichen für einen terroristischen Hintergrund gab es nicht. In der Nähe des Unglücksortes befindet sich die Zentrale des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6.

Teile des Krans hingen am Mittwoch weiter auf dem Hochhaus und mussten von den Rettungskräften abgesichert werden. Der Bahnhof und Straßen in der Umgebung wurden gesperrt, teilweise wurden Häuser evakuiert. Die Feuerwehr war mit sechs Rettungswagen vor Ort, fast 90 Rettungskräfte waren im Einsatz.

Zur Zeit des Absturzes waren Hunderte Menschen in der Gegend unterwegs, viele von ihnen auf dem Weg zur Arbeit. Sie lieferten zahlreiche Augenzeugenberichte und Handy-Videos sowie Fotos und berichteten von einem explosionsartigen Knall. Menschen schrien um Hilfe und flüchteten. "Als ich die Explosion hörte – es war wie ein kleines Erdbeben", sagte eine Anwohnerin dem Sender Sky News.

Im Internet wurden zahlreiche persönliche Geschichten verbreitet, in denen Menschen erzählten, sie seien dem Unglück nur knapp entkommen. Der britische Premierminister David Cameron sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.

Das Hochhaus, auf dem der Kran stand, gehört zu einem luxuriösen Wohnhauskomplex. Das 51 Stockwerke hohe Gebäude soll in diesem Jahr fertiggestellt werden. Bei dem Helikopter handelte es sich nach ersten Erkenntnissen um eine Maschine des Typs Augusta AW 109.

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