30.11.12

Benimm-Regeln

"Gesundheit!": Knigge-Chef benimmt sich gerne mal daneben

Hans-Michael Klein hält sich an viele Regeln nicht. Er sage zum Beispiel immer "Gesundheit", wenn jemand niese, und "Prost" beim Anstoßen.

Foto: dapd
Hans-Michael Klein, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Knigge-Gesellschaft hält sich selbst nicht an alle Benimm-Regeln
Hans-Michael Klein, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Knigge-Gesellschaft hält sich selbst nicht an alle Benimm-Regeln

Osnabrück. Hans-Michael Klein, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Knigge-Gesellschaft, verstößt gern gegen etliche Regeln seiner Organisation: "Es gibt ja auch doofe Knigge-Regeln. Zum Beispiel, dass man nicht mehr ,Gesundheit', ,Prost' oder ,Guten Appetit' sagen darf. Dagegen verstoße ich gerne", sagte Klein der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Sonnabend). "Warum soll ich nicht ,Gesundheit' sagen, wenn ein Kunde niest? Deswegen sind wir ja auch der Gegenentwurf zu diesen verstrahlten Benimm-Onkeln, denen müssen wir mal auf die Finger klopfen und die Flügel beschneiden."

Auch am Esstisch verstoße er regelmäßig gegen Knigge-Regeln, räumte Klein ein: "Es gibt beim Besteck den sogenannten Putzfehler. Das heißt: Sie piksen in ein Stück Fleisch, schneiden es und putzen dann das Messer am Fleisch sauber. Laut Knigge geht das gar nicht, aber meine Frau sagt: Das machst du immer. Und tatsächlich habe ich es dann in einem Videofilm gesehen: Sie hat recht. Herz und Hirn gehen da bei mir wohl getrennte Wege."

Gerne verstoße er auch gegen die Regel 'Ladies first', sagte Klein weiter: "Dieses In-den-Mantel-Helfen, Stuhl-Vorziehen, Schützen – immer dieses Beschützen. Was hat das alles mit Emanzipation zu tun? Wir sind doch nicht mehr im 19. Jahrhundert. Warum muss ich die Frauen beschützen? Die sind heute stark." Mit dieser Ansicht habe er sich allerdings innerhalb der Knigge-Gesellschaft nicht durchsetzen können, räumte Klein ein.

Klein, der selbst einen Doktortitel trägt, riet promovierten Akademikern und deren Gesprächspartnern zu mehr Gelassenheit im Umgang mit der Anrede: "Wenn ich von jemandem etwas erwarte oder will – zum Beispiel Chef oder Kunde -, dann sollte man ein bisschen auf der Schleimspur fahren und das ,Doktor' auf jeden Fall anbieten. Aber der Doktor muss dann auch so cool sein und sagen ,Lassen Sie den Doktor weg, Durchlaucht reicht'. Wenn er nicht anbietet, darauf zu verzichten, hat er ein Knigge-Problem."

Ärzte, so Klein weiter, seien teilweise sehr mit Standesdünkeln behaftet: "Da gilt der Doktortitel noch wie das Evangelium. Die doktern auch untereinander, Doktor Müller und Doktor Meier doktern sich an. Dabei ist ganz klar: Doktores sprechen sich gegenseitig nicht mit ,Doktor' an."

(KNA)
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