29.11.12

Herford

Geisterfahrer stirbt auf A2 - Debatte um Sicherheit

Serie der tödlichen Unfälle mit Geisterfahrern reißt nicht ab. In Nordrhein-Westfalen fährt ein 81-Jähriger falsch auf die Autobahn.

Foto: dpa

Der zerstörte Kleinwagen eines Falschfahrers steht auf der A2 bei Herford

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Herford/Bielefeld. Nach einem erneuten Unfall eines Geisterfahrers mit tödlichem Ausgang dürfte die Diskussion um die Sicherheit auf den deutschen Autobahnen wieder an Schärfe zunehmen. Ein 81 Jahre alter Mann ist am Mittwochabend bei einem Frontalzusammenstoß auf der Autobahn 2 bei Herford in Nordrhein-Westfalen ums Leben gekommen. Das berichtete die Polizei in Bielefeld.

Der Mann war an einer Raststätte falsch auf die Autobahn in Richtung Hannover gefahren. Bereits nach wenigen Metern sei sein Wagen frontal mit einem entgegenkommenden Auto zusammengestoßen, sagte ein Polizeisprecher. Der 81-Jährige starb noch an der Unfallstelle. Der 43-jährige Fahrer des anderen Wagens wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Warum der 81-Jährige trotz der Hinweisschilder falsch auf die Autobahn gefahren ist, konnte die Polizei am Donnerstag zunächst nicht sagen. "Vermutlich ein altersbedingter Aussetzer", sagte der Sprecher. Wegen des Unfalls wurde die A 2 teilweise gesperrt. Es bildete sich ein acht Kilometer langer Stau.

Auch in Rheinland-Pfalz ist ein Autofahrer rund 13 Kilometer auf der falschen Seite unterwegs gewesen. Trotz Lichtzeichen und Hupen anderer Fahrer fuhr der 68-Jährige in der Nacht zum Donnerstag auf der Bundesstraße 52 und der Autobahn 64 unbeirrt in Richtung Luxemburg weiter, wie die Polizei mitteilte. Einer Polizeistreife gelang es schließlich, den Mann zu stoppen. Den Angaben nach war er sich keiner Schuld bewusst. Der 68-Jährige muss nun mit einer empfindlichen Strafe rechnen.

Laut Polizei war das Verkehrsaufkommen am frühen Morgen gering. Man könne nur von Glück sprechen, dass es zu keinem Unfall gekommen sei.

Vor knapp zwei Wochen hatte ein Geisterfahrer auf der Autobahn 5 in Baden-Württemberg einen Unfall mit sechs Toten verursacht. Der 20-Jährige war zunächst korrekt unterwegs gewesen und hatte dann einen Autobahnparkplatz angesteuert. Dort hatte er seinen Wagen gewendet und war in die falsche Richtung gefahren. Sein Motiv ist weiter unklar. Der 20-Jährige hatte 1,9 Promille Alkohol im Blut. Sein Wagen war frontal in einen voll besetzten Taxi gerast. Einen Suizid schließt die Polizei aus.

Der Crash des Falschfahrers verursachte Folgeunfälle. Bei diesen wurden mehrere Menschen verletzt. Insgesamt waren vier Autos beteiligt.

Nach der Geisterfahrt hatte es deutschlandweit Diskussionen über die Gefahr durch Falschfahrer auf Autobahnen gegeben. Bundesweit gibt es immer wieder Geisterfahrer-Kollisionen mit mehreren Toten. So starben allein im Oktober mindestens 13 Menschen bei Unfällen mit Falschfahrern. Im Oktober starben fünf Menschen, als ein 24 Jahre alter Falschfahrer auf der A 46 im Sauerland offensichtlich in Selbsttötungsabsicht in ein Auto mit vier Insassen fuhr. In Baden-Württemberg sollen nun an den Autobahnauffahrten zur Sicherheit weiße Richtungspfeile auf die Fahrbahn angebracht werden.

Außerdem prüfen die Behörden, ob an allen Autobahnausfahrten und Rastanlagen im Land jeweils zwei Einfahrt-Verboten-Schilder davor warnen, in der falschen Richtung auf die Autobahn zu fahren. Diese doppelte Beschilderung ist in Baden-Württemberg vorgeschrieben.

dapd/dpa
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