20.11.12

Prozess gegen Polizeichef

Gutachter sind sich sicher: Es gab mehrere Schläge

Der Roseneimer Polizeichef soll den Kopf eines in Handschellen gefesselten 15-Jährigen mehrmals gegen die Wand geschlagen haben.

Foto: dpa
Der ehemalige Polizeichef von Rosenheim, Rudolf M. (r), steht zu Prozessbeginn in einem Sitzungssaal im Landgericht in Traunstein (Bayern) neben seinem Rechtsanwalt Andreas von Mariassy
Der ehemalige Polizeichef von Rosenheim, Rudolf M. (r), steht zu Prozessbeginn in einem Sitzungssaal im Landgericht in Traunstein (Bayern) neben seinem Rechtsanwalt Andreas von Mariassy

Traunstein. Im Prozess gegen den suspendierten Rosenheimer Polizeichef wegen Körperverletzung im Amt haben Gutachter von mehreren Schlägen gegen den Kopf des jugendlichen Opfers gesprochen. Sie sagten am Dienstag übereinstimmend vor dem Landgericht Traunstein aus, dass der 15-Jährige mindestens zwei Schläge abbekam. Ob der Kopf des Schülers dabei von dem Angeklagten aktiv mehrmals gegen die Wand der Polizeiwache geschlagen wurde, konnten die Gutachten aber nicht klären. Allerdings klinge die Darstellung des Jugendlichen und seiner Mutter plausibel, sagte ein Sachverständiger.

Der 51 Jahre alte Polizeichef bestreitet, den Kopf des gefesselten Burschen nach einer Schlägerei auf dem Rosenheimer Volksfest im Herbst 2011 an die Wand geschlagen zu haben. Er gab aber bei seiner Vernehmung am ersten Prozesstag Kniestöße und Ohrfeigen zu.

Ein DNA-Analytiker von der Münchner Rechtsmedizin ging in seinem Gutachten davon aus, dass aufgrund der Blutspuren an der Wand der Polizeiwache der Kopf des Jugendlichen mehrmals gegen die Wand geschlagen sein muss. Auch der Kiefer-Experte kam zu dem Ergebnis: "Aus zahnärztlicher Sicht können die nachgewiesenen Verletzungen mit hinreichender Wahrscheinlichkeit mindestens zwei verschiedenen Ereignissen zugeordnet werden." Er ging sogar so weit, dass das Abbrechen eines Zahnes und das Aufplatzen der Unterlippe auf mehrere Stöße zurückgehen könnten. Auch schloss er aus, dass die Verletzungen des Opfers von der vorangegangenen Schlägerei stammten.

Sogar einen Biomechaniker bemühte das Gericht. Der Experte sprach ebenfalls von mindestens zwei Gewalteinwirkungen gegen den Kopf des inzwischen 16-Jährigen, "es können aber auch mehr gewesen sein".

Für Verwunderung beim Gericht sorgten die Zeugenaussagen der an dem Einsatz vom 3. September 2011 beteiligten Polizisten. Keiner der überwiegend jungen Beamten konnte sich an Details des Geschehens auf der eigens für das Herbstfest errichteten Polizeiwache erinnern. Nicht einmal jener Beamte, der den Polizeichef beim Abführen des 15-Jährigen zur Wache begleitete und ihm auf dem Revier assistierte, will gesehen haben, wie genau es zu den Verletzungen des Opfers kam.

Der Vorsitzende Richter Erich Fuchs sah sich deshalb zu der Bemerkung veranlasst, dass "auch die Justiz sich auf ihre Polizeibeamten verlassen können muss". Er fragte an anderer Stelle der Aussagen: "Hält die Polizei mal wieder zusammen?" und hielt einem der Zeugen auf dessen Erinnerungslücken vor: "Ich kann es nicht glauben, was Sie sagen." Auch Staatsanwalt Martin Unterreiner nannte es "auffällig", dass die Darstellungen der Beamten übereinstimmten. Keiner konnte sich an Kopfstöße ihres Vorgesetzten erinnern, aber alle berichteten von aggressivem Verhalten des Jugendlichen.

Der Prozess wird in einer Woche mit den Plädoyers fortgesetzt. Möglicherweise wird noch am selben Tag das Urteil gesprochen.

dpa
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Das Restaurant „Strumhaube“ am Roten Kliff auf Sylt. Hier eskalierte Am Pfingstwochenede eine Party mit rund 3000 Gästen
21.05.13Restaurant Sturmhaube
"Ich kenn Peter" - Nobelparty auf Sylt endet in Schlägereien

Die Polizei musste mit allen verfügbaren Kräften in das Restaurant "Sturmhaube" am Roten Kliff anrücken. Nach einem Facebook-Aufruf waren 3000 Gäste gekommen. Es blieb nicht lange friedlich. mehr...

epa03710276 A man looks through debris for belongings in a home the day after a killer tornado hit in Moore, Oklahoma, USA 21 May 2013. The storm, estimated to contain winds up to 200 miles per hour (322 Kph), flattened homes and schools, killed dozens of people and injured many others 20 May 2013. A previous storm on 04 May 1999 in Moore caused similar damage and loss of life. EPA/ED ZURGA +++(c) dpa - Bildfunk+++
21.05.13US-Bundesstaat Oklahoma
Tornado hinterlässt Trümmerfeld und tötet 24 Menschen

Mit gigantischer Wucht fegt ein Tornado über eine Kleinstadt im US-Bundesstaat Oklahoma. Viele Menschen sterben, unter ihnen Grundschulkinder. Präsident Obama spricht von einer historischen Katastroph… mehr...


Im Hamburger Hafen gilt jetzt ein Tempolimit
21.05.13Neue Regelung
Im Hamburger Hafen gilt jetzt Tempolimit von zehn Knoten

Laut Hafenbehörde HPA gilt die neue Regelung ab sofort. Bislang gab es im Hafengebiet nur eine verbindliche Höchstgeschwindigkeit für Sportboote von zwölf Knoten. mehr...


Die neue Spielekonsole Xbox One von Microsoft
21.05.13Internet und Videospiele
Microsoft stellt neue Spielekonsole Xbox One vor

Mit der neuen Version seiner Spielekonsole Xbox will Microsoft Fernsehen, Internet und Videospiele in einem einzigen Gerät bündeln. Die Xbox One soll für "eine neue Generation im Wohnzimmer" stehen. mehr...

Alles über Ihre Straße

Top-Videos
USA
Barack Obama verspricht Hilfe für Tornado-Opfer

Einen Tag nach der Tornado-Katastrophe gingen in Moore im US-Bundesstaat Oklahoma die Aufräumarbeiten weiter. Präsident Barack Obama rief…mehr »

Top Bildergalerien mehr

Monster-Tornado in Oklahoma

TV-Show

Die neuen Landwirte bei "Bauer sucht Frau"

ESC 2013

Dänemark siegt in Malmö

Tornados wüten in vier US-Staaten

tb_mrs-sporty.gif
Mrs. Sporty

Ihr freundlicher Sportclub in der Nachbarschaftmehr

tb_top_arbeitgeber.jpg
Hamburgs Beste Arbeitgebe…

Erfahren Sie hier mehr über die Preisträger 2013!mehr

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr