15.11.12

Stromausfall in München

450.000 Münchner vorübergehend ohne Strom

Ein Stromausfall hat weite Teile Münchens ins Chaos gestürzt. Um kurz nach sieben Uhr war in zahlreichen Vierteln der Strom ausgefallen.

Von Diana Gäntzle
Foto: dpa
Stromausfall in München
Fahrgäste warten in einem U-Bahnhof in München auf die Züge. In der bayerischen Landeshauptstadt ist in mehreren Stadtteilen der Strom ausgefallen

München. Ein Stromausfall hat am Donnerstagmorgen in München ein Verkehrschaos ausgelöst. Es kam zu massiven Beeinträchtigungen aufgrund ausgeschalteter Ampeln und Störungen bei U- und S-Bahn sowie Tram. Nach Angaben der Münchner Stadtwerke (SWM) waren rund 450.000 Kunden im südlichen Stadtgebiet zeitweise ohne Strom. Bei der Feuerwehr gingen binnen zwei Stunden 1.000 Notrufe ein.

Die Ursache des Stromausfalls war zunächst unklar. Nach Angaben der Feuerwehr gab es eine Explosion in einem Umspannwerk. Ein SWM-Sprecher betonte, zwar habe es gegen 7.00 Uhr einen Feuerwehreinsatz wegen Rauchentwicklung in dem Werk gegeben. Allerdings wolle er "nicht spekulieren, ob das Ursache oder Wirkung war".

Die SWM-Mitarbeiter hätten sofort begonnen, Stadtbezirk für Stadtbezirk wieder zuzuschalten. Nach gut einer halben Stunde seien die meisten Stadtbezirke wieder versorgt gewesen. Um 8.00 Uhr hatten alle Haushalte wieder Strom. Allerdings kam es wenige Minuten später erneut zu einem vorübergehenden Stromausfall in den Stadtteilen Bogenhausen und Aubing sowie in der Stadt Moosburg im Landkreis Freising.

Nach Angaben der Polizei verursachte der Stromausfall große Verkehrsbehinderungen. Die Polizei war mit zahlreichen Beamten im Einsatz, um den Verkehr an den wichtigsten Kreuzungen zu regeln. Die ausgefallenen Ampeln wurden nach und nach wieder eingeschaltet und liefen am späten Vormittag wieder weitgehend normal.

Der Sprecher der Stadtwerke berichtete von "massiven Beeinträchtigungen für U-Bahn und Tram". Dort sei auf vielen Strecken etwa bis 8.30 Uhr immer wieder der Strom weg gewesen. Bei der S-Bahn München kam es nach Angaben einer Sprecherin im Gesamtnetz zeitweise zu bis zu 40 Minuten Verspätung. Von etwa 7.00 Uhr an war für rund eine halbe Stunde die Beleuchtung an den Tunnelbahnhöfen ausgefallen. Nach knapp einer halben Stunde fuhren die S-Bahnen wieder, allerdings fielen Taktverstärker-Züge aus. Nach Einschätzung der Sprecherin sollte sich der Verkehr bis zum Mittag wieder normalisieren.

Die Feuerwehr musste laut einem Sprecher zu etwa 50 Einsätzen im ganzen Stadtgebiet ausrücken. In der Hälfte der Fälle musste sie Menschen aus Aufzügen befreien. Zudem seien fälschlicherweise viele Feuermeldeanlagen ausgelöst worden. Die Berufsfeuerwehr bekam starke Unterstützung von zahlreichen Freiwilligen Feuerwehren. Auch die Gefahrenabwehr sei vorsorglich alarmiert worden, da nicht absehbar gewesen sei, wie sich die Lage entwickeln würde, hieß es.

Große Stromausfälle in aller Welt

Weltweit gab es in den vergangenen Jahren eine Reihe gewaltiger "Blackouts". Anbei eine Übersicht:

30. Juli 2012: In Indiens Norden bricht das Stromnetz zusammen, 370 Millionen Menschen sind stundenlang ohne Elektrizität.

1. Juli 2012: Schwere Sommerstürme legen in Teilen des Ostens der USA die Energieversorgung lahm. Rund drei Millionen Menschen sind zeitweise ohne Strom.

10. November 2009: Stürme an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay führen dazu, dass 60 Millionen Menschen in Brasilien zwei bis drei Stunden einen Blackout erleben.

In Paraguay ist sogar das ganze Land mit sieben Millionen Bürgern von der Stromversorgung abgeschnitten.

Januar bis Februar 2008: Durch Winterstürme stehen vier Millionen Menschen um die chinesische Stadt Xhenzhou fast zwei Wochen ohne Strom dar. Bei den Reparaturen sterben elf Techniker.

4. November 2006: Als in Deutschland ein Hochspannungskabel über einem Fluss abgeschaltet wird, um ein Kreuzfahrtschiff passieren zu lassen, geht für zehn Millionen Menschen in Europa das Licht aus.

18. August 2005: Netzschwankungen führen in Indonesien zur Abschaltung von Kraftwerken, fast 100 Millionen Menschen müssen - teils mehr als fünf Stunden – auf Strom verzichten.

12. Juli 2004: Nur wenige Wochen vor den Olympischen Spielen erleben mindestens sieben Millionen Menschen in Griechenland einen Stromausfall. Grund sollen zu viele Klimaanlagen gewesen sein.

28. September 2003: Ein Kurzschluss in der Schweiz betrifft auch fast ganz Italien. Bis zu 18 Stunden fehlt rund 55 Millionen Menschen der Strom.

14. August 2003: Beim bislang schwersten Stromausfall in den USA führt eine Kettenreaktion dazu, dass 50 Millionen Menschen in acht US-Staaten und in Kanada bis zu einem Tag keine Elektrizität haben.

11. März 1999: Ein Blitz trifft ein Umspannwerk im Brasilien. 97 Millionen Menschen sind fünf Stunden lang ohne Strom.

13. März 1989: Ein magnetischer Sturm über der kanadischen Provinz Quebec führt zur Überlastung des Stromnetzes, rund sechs Millionen Menschen erleben einen neunstündigen Blackout.

13. Juli 1977: In New York fällt durch Blitzschlag für etwa acht Millionen Menschen der Strom aus, die Reparaturen dauern länger als einen Tag, es kommt zu Plünderungen.

9. November 1965: Die USA zweifeln an ihrer Energieversorgung, als beim sogenannten Großen Blackout ein defektes Relais 25 Millionen Menschen in New York und im Nordosten für etwa 14 Stunden von der Stromversorgung abschneidet.

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