13.11.12

Menschenaffen

Zahl von Afrikas letzten Berggorillas nimmt wieder zu

Kriege und Wilderer machen den afrikanischen Primaten zu schaffen. Jetzt nimmt ihre Zahl zu. Schutzmaßnahmen schlagen an, sagen Tierschützer.

Foto: dpa
Die Zahl der seltenen Menschenaffen ist offiziellen Angaben zufolge seit 2006 um fast 200 gestiegen
Die Zahl der seltenen Menschenaffen ist offiziellen Angaben zufolge seit 2006 um fast 200 gestiegen

Addis Abeba/Kampala. Die Zahl der seltenen Berggorillas in Afrika ist offiziellen Angaben zufolge seit 2006 um fast 200 gestiegen. Eine dreiwöchige Zählung mehrerer Organisationen habe ergeben, dass es im Grenzgebiet zwischen Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo mittlerweile 880 der majestätischen Tiere gebe, sagte die ugandische Ministerin für Tourismus und Naturschutz, Maria Mutagamba, am Dienstag. Vor sechs Jahren waren es noch 700.

Diese Menschenaffen kommen heute nur noch in mehreren angrenzenden Nationalparks der ostafrikanischen Region vor, darunter dem Virunga-Nationalpark im Kongo und dem Bwindi Impenetrable Nationalpark in Uganda. In letzerem leben derzeit etwa 400 der mächtigen Primaten – fast die Hälfte der Gesamtpopulation. "Unser Ministerium freut sich ankündigen zu können, dass wir eine deutliche Zunahme bei der Zahl der Gorillas festgestellt haben", erklärte Mutagamba.

Der Zensus wurde unter anderem von der staatlichen ugandischen Naturschutzbehörde (UWA) und dem Internationalen Gorilla-Schutzprogramm (IGCP) durchgeführt. UWA-Sprecherin Lillian Nsubuga sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass verschiedene Tierschutzmaßnahmen mittlerweile Wirkung zeigten.

Unter anderem hätten die Behörden auch die Bevölkerung in die Arbeit einbezogen und viel Aufklärungsarbeit geleistet. "Die Menschen in der Region profitieren auch von den Einnahmen des Gorilla-Tourismus", erklärte sie. "Das Geld wird dazu verwendet, Projekte zur Schaffung neuer Arbeitsplätze ins Leben zu rufen und die Infrastruktur zu verbessern." Zudem würden die Dorfbewohner dabei helfen, Wilderer zu bekämpfen.

Die Gefahren für die Primaten seien jedoch noch nicht gebannt, betonte Nsubuga. Bedroht werden die Tiere nicht nur durch Wilderei, sondern auch durch die Abholzung der Wälder für landwirtschaftliche Nutzflächen und Bürgerkriege. In der Region ist ihr Fleisch begehrt, während die Köpfe, Hände und Füße als Trophäen Geld bringen. Kriminelle machen auch Jagd auf Gorillababys, um diese an Touristen und Zoos zu verkaufen. "Die Risiken, denen die Tiere ausgesetzt sind, nehmen nie ab", warnte Nsubuga.

Berggorillas sind den Menschen genetisch sehr ähnlich. Sie teilen 98 Prozent unseres Erbguts

dpa
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