Modewoche in Mailand

Üppige Kurven im Wüstensand

Foto: AFP

In den kommenden Tagen dreht sich in Mailand alles um Mode. Bis zum 30. September werden dort die Trends für die kommende Saison präsentiert.

Mailand. Für Frauen mit weiblichen Formen ist kein Platz auf dem Laufsteg? Elena Miró hat in Mailand das Gegenteil bewiesen. Models mit Kurven statt Kanten liefen für das italienische Label, das die Designerschauen der "Milano Moda Donna" einläutete. Bis zum 30. September werden in der norditalienischen Metropole die Trends für die Saison Frühjahr/Sommer 2010 präsentiert.

Eine allgemeine Abkehr vom gängigen, schlanken Schönheitsideal ist deswegen allerdings nicht zu erwarten. Elena Miró kleidet die eher stattliche Frau ein, das Angebot reicht bis zur Kleidergröße 54. Deshalb führten Models wie die Amerikanerin Lizzie Miller die Kollektion vor. Bei ihr verteilen sich etwa 80 Kilo auf eine Körperhöhe von 1,80 Meter.

Die neue Sommermode ist von der Wüste und dem oscarprämierten Liebesdrama "Der englische Patient" inspiriert. Passend dazu dominierten auf dem Laufsteg Stoffe wie Leinen, Seide oder eine leichte Baumwolle. Satte Gewürzfarben wie Paprika, Zimt, Safran oder Vanille bestimmen die Optik neben Druckmotiven, die aus der Art Decó entliehen sind. In der Silhouette bilden schmalere Formen einen Kontrast zu sehr weiten Schnitten.

Nach diesem schwungvollen Auftakt erwarten Medienvertreter und Einkäufer aus aller Welt ein mit hochkarätigen Namen wie Prada, Gucci oder Versace gespicktes Programm. Die wichtigsten Designer und Marken werden dabei von Donnerstag bis Sonntag zu sehen sein. Ursache für dieses straffe Programm ist der jüdische Feiertag Jom Kippur, der auf den kommenden Montag fällt. An diesem Tag sollten eigentlich die Models von Dolce & Gabbana über den Laufsteg schreiten. Wegen des Feiertags änderte das Mailänder Designerduo jedoch kurzfristig seinen Termin und löste damit eine Kettenreaktion aus, die im Vorfeld zu viel Zwist unter den Modehäusern führte.

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