22.02.13

FC St. Pauli

Daniel Ginczek lässt St. Pauli endlich wieder jubeln

Der aus Dortmund ausgeliehene Stürmer erzielte alle Tore beim 3:0-Erfolg gegen Frankfurt. Erster Sieg der Frontzeck-Elf seit Dezember.

Von Carsten Harms und Bastian Henrichs
Foto: dpa

Befreiender Jubel: Daniel Ginczek freut sich über seinen Treffer zur 1:0-Führung

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Hamburg. Welch eine Erleichterung, welch eine Freude. Stürmer Daniel Ginczek war als dreifacher Torschütze der gefeierte Held beim 3:0 des FC St. Pauli gegen den FSV Frankfurt, mit dem die Hamburger nach fünf sieglosen Spielen in der Zweiten Liga endlich wieder einen Erfolg feiern konnten. Mehr noch: Es war im Kampf gegen den Abstieg der ersehnte Befreiungsschlag. "Von solchen Tagen träumt man als Kind", sagte Matchwinner Ginczek. "Es ist fantastisch, vor so einem Publikum am Freitagabend unter Flutlicht drei Tore zu schießen. Dafür spielt man Fußball."

Fünf Minuten vor dem Schlusspfiff hatte ihn Trainer Michael Frontzeck gegen Marius Ebbers ausgewechselt, um ihm einen exklusiven Jubel der Fans zukommen zu lassen. Obwohl Ginczek am Ende also nicht mehr auf dem Feld stand, vergaß er nicht, sich eine Trophäe dieses für ihn so einmaligen und für seine Mannschaft so wichtigen Spiels zu sichern. Er griff sich den Spielball und stopfte ihn vor dem Bauch unter sein Trikot. "Der Ball wird einen ganz besonderen Platz in meiner Wohnung bekommen", sagte Ginczek.

Wie erwartet, hatte St. Paulis Trainer Michael Frontzeck die beiden gesperrten Innenverteidiger Florian Mohr und Markus Thorandt durch Christopher Avevor und Jan-Philipp Kalla ersetzt. Auf der Position des rechten Verteidigers durfte sich Kevin Schindler bewähren. "Im Training am Donnerstag sah es ganz gut aus, was diese neue Formation gezeigt hat", sagte Frontzeck vor dem Spiel. "Mal sehen, wie es im Spiel klappt." Am Ende sprach das Ergebnis für sich: St. Pauli blieb ohne Gegentor und geriet in der Defensive nur selten in Gefahr.

Auf der zentralen, offensiven Mittelfeldposition rückte Christopher Buchtmann im Vergleich zum Spiel gegen den 1. FC Köln am Montag wieder in die Startelf, Lennart Thy ersetzte den verletzten Fin Bartels auf der offensiven Außenbahn.

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Zunächst schienen sich St. Paulis Probleme, aus dem Spiel einen Treffer zu erzielen, fortzusetzen. Daniel Ginczek traf in der zwölften Spielminute den rechten Torpfosten, nachdem er sich auf der linken Strafraumseite gut durchgesetzt hatte. Nur eine Minute später traf Buchtmann aus ähnlicher Position das Außennetz. Trainer Frontzeck fasste sich an der Außenlinie fassungslos an den Kopf.

Doch dann durfte auch er das erste Mal an diesem Abend jubeln. Dabei ging dieses erlösende Erfolgserlebnis aus einer bedrohlichen Situation an St. Paulis Strafraum hervor. Torwart Philipp Tschauner rannte durchaus waghalsig an die Strafraumgrenze, erwischte per Grätsche gerade noch den Ball, den dann Kalla mit einem Befreiungsschlag weit in die Frankfurter Hälfte beförderte. Dies entpuppte sich allerdings als nahezu ideale Vorlage für Ginczek, der seinem Gegenspieler Tim Heubach entwischte und den Ball technisch stark über den aus dem Tor geeilten Frankfurter Keeper Patric Klandt hob. Fast schon in Zeitlupe sprang der Ball zum umjubelten 1:0 ins Netz.

Der Bann war gebrochen. Endlich hatte der FC St. Pauli nach dem 1:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern am 1. Dezember wieder einen Treffer aus dem Spiel heraus erzielt. Seitdem hatte es nur das Elfmetertor zum 1:4 in Sandhausen gegeben.

"Mit diesen 26 Punkten haben wir noch gar nichts erreicht"

Die zweite Halbzeit war erst gut sechs Minuten alt, als Ginczek ein weiteres Mal seine Klasse unter Beweis stellte. Wieder nahm er einen aus der eigenen Hälfte weit nach vorn geschlagenen Ball geschickt mit, strebte dem Frankfurter Strafraum entgegen, ließ noch Verteidiger Björn Schlicke ins Leere laufen und wuchtete den Ball zum 2:0 (52.) ins Tor. Es war Ginczeks neuntes Saisontor und sein erster Doppelpack für die Hamburger.

Danach rannte der Stürmer auf Sportchef Rachid Azzouzi zu. Nach dem Spiel verriet er den Hintergrund: "Wir hatten eine Wette. Rachid hat gewettet, dass ich nie zwei Tore in einem Spiel erzielen werde. Jetzt muss er mir ein Essen ausgeben."

Doch damit gab er sich noch nicht zufrieden. Nach einer schönen Aktion und Vorlage von Buchtmann drückte er den Ball aus kurzer Distanz, aber auch aus abseitsverdächtiger Position, zum 3:0 ins Netz. Damit hatte er die Forderung des wegen einer Grippe fehlenden Kapitäns Fabian Boll erfüllt. "Boller hatte mir vor dem Spiel eine SMS geschickt und darin geschrieben: ,Heute haust du die Dinger rein'", verriet der überglückliche Stürmer.

Bei allem Jubel aber warnte Azzouzi: "Wir müssen jetzt weiter dranbleiben. Mit diesen 26 Punkten haben wir noch gar nichts erreicht."

Das Schema:

St. Pauli: Tschauner - Schindler, Avevor, Kalla, Schachten - Funk, Kringe - Thy (72. Bruns), Buchtmann, Gogia (82. Gyau) - Ginczek (85. Ebbers).

Trainer: Frontzeck

Frankfurt: Klandt - Bambara, Schlicke, Heubach, Jung - Manuel Konrad, Stark (71. Heitmeier) - Michael Görlitz (46. Leckie), Yelen - Verhoek, Jönsson (46. Roshi).

Trainer: Möhlmann

Schiedsrichter: Robert Kempter (Sauldorf)

Tore: 1:0 Ginczek (28.), 2:0 Ginczek (52.), 3:0 Ginczek (77.)

Zuschauer: 26.398

Gelbe Karten: Stark (4), Manuel Konrad (6)

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