21.09.13

Bundesliga

Niederlage im Nordderby - HSV offenbar mit van Marwijk einig

Nach dem 0:2 gegen den Nordrivalen Werder Bremen wurde deutlich: Der HSV braucht schnell Hilfe. Die scheint zu kommen. Laut niederländischen Medienberichten wird Bert van Marwijk Trainer des HSV.

Foto: AFP
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Bert van Marwijk

Nach dem nächsten Rückschlag in der Fußball-Bundesliga hat der Hamburger SV bei der Suche nach einem neuen Trainer offenbar eine schnelle und prominente Lösung gefunden. Laut niederländischen Medienberichten wird Bert van Marwijk Nachfolger des am Montag entlassenen Thorsten Fink. Der Fußball-Bundesligist wollte eine Einigung mit dem ehemaligen niederländischen Nationaltrainer am Sonnabendabend nicht bestätigen, wie HSV-Sprecher Jörn Wolf auf dpa-Anfrage mitteilte.

Wie der niederländische TV-Sender NOS und das Magazin "Voetbal International" auf ihren Internetseiten übereinstimmend berichten, soll sich van Marwijk am Sonnabendabend mit dem HSV auf eine Zusammenarbeit geeinigt haben. Im Gespräch ist ein Zwei-Jahres-Vertrag plus Option auf eine weitere Spielzeit.

Wenige Stunden zuvor hatte der HSV in der Bundesliga einen weiteren Tiefschlag einstecken müssen. Das 0:2 (0:1) im Nordderby am Sonnabend gegen Werder Bremen hat das Team auf den Relegationsplatz stürzen lassen und die Defizite schonungslos aufgedeckt. Es reicht momentan nicht für die Eliteliga. Auch Interimstrainer Rodolfo Cardoso war nicht in der Lage, den Hamburgern neue Motivation zu geben. "Die Mannschaft ist im Moment einfach nicht in einer guten Verfassung", meinte der 44 Jahre alte Argentinier.

In der zweiten Halbzeit habe sich sein Team "reingehauen und gekämpft", versuchte Cardoso die wenigen positiven Aspekte im Spiel seiner Mannschaft zu beschreiben. "Das 2:6 gegen Dortmund ist immer noch in den Köpfen", mutmaßte HSV-Verteidiger Marcell Jansen und stöhnte: "Das ist sehr, sehr bitter."

Unmittelbar vor dem Spiel hatte der HSV-Aufsichtsrat getagt und sich von Sportchef Oliver Kreuzer den Stand der Dinge verkünden lassen. Auch da galt van Marwijk bereits als heißer Kandidat. "Es wird immer der Name van Marwijk hervorgehoben. Aber er ist nur einer der Kandidaten, mit denen wir gesprochen haben", sagte Kreuzer. Mitte nächster Woche soll der neue Coach vorgestellt werden.

Nun geht es aber offensichtlich schon schneller. Van Marwijk ist dabei kein Unbekannter. Der 61-Jährige hatte von 2008 bis 2012 die niederländische Nationalmannschaft trainiert. Dabei führte er "Oranje" bei der WM 2010 ins Finale. Nach dem Vorrunden-Aus bei der EM 2012 trat er zurück und wurde durch Louis van Gaal ersetzt. Die Bundesliga ist für ihn kein unbekanntes Terrain. Von 2004 bis 2006 hatte er Borussia Dortmund trainiert. Davor und danach hatte van Marwijk auch den niederländischen Spitzenclub Feyenoord Rotterdam betreut. Mit dem Verein gewann er 2002 den UEFA-Pokal.

Die Bremer verließen erleichtert und beschwingt wie seit Wochen nicht die Spielstätte. "Ich freue mich total für die Jungs", sagte Bremens Trainer Robin Dutt. Seine Mannen konnte die Misserfolgsserie von drei Niederlagen am Stück stoppen und vollzogen damit einen Sprung ins Mittelfeld der Tabelle. Dennoch: Das 99. Nordderby zweier schwacher Mannschaften hatte nur wenige Höhepunkte.

Vor 53.290 Zuschauern erzielte Nils Petersen (32.,90+4. Minute) die Tore in einem Prestigeduell, das die schlechteste Ausgangslage seit mehr als 40 Jahren hatte: Fünfzehnter gegen Vierzehnter, Krisen-Derby statt Nord-Schlager. Cardosos Absicht, der Mannschaft mehr Stabilität durch einige Umstellungen in der Abwehr zu verleihen, ging nur bedingt auf. Cardoso brachte mit Artjoms Rudnevs und Pierre-Michel Lasogga im zweiten Abschnitt zwei weitere Stürmer, aber es nützte nichts.

Beim ersten Gegentor sahen sowohl Jansen als auch Tah nicht gut aus: Werder-Außenverteidiger Clemens Fritz überlief Jansen und flankte vors HSV-Tor, wo Petersen unbedrängt einschob. Danach aber wurde das Spiel der Gastgeber zwingender. Nach dem Seitenwechsel hatten Maximilian Beister (49., 58.) und Tomas Rincon (57.) den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterten aber. Beim 0:2 in der Nachspielzeit hatte Petersen keine Mühe, weil der HSV-Torhüter beim letzten Angriff der Hamburger vors gegnerische Tor gestürmt war, um das Unmögliche noch möglich zu machen. Verzichten müssen die Hamburger längere Zeit auf Rincon: Der Venezolaner erlitt einen Kieferbruch und musste zur Operation ins Krankenhaus.

"Wir hatten nur ein, zwei Torchancen, und das zu Hause. Das ist zu wenig", befand HSV-Abwehrspieler Jansen. "Wir konnten den Bremern nicht wehtun." Für Werder, das ohne den rotgesperrten Franco di Santo auskommen mussten und erstmals Martin Kobylanski sowie Santiago Garcia aufbot, war der Erfolg doppelt wichtig: Zum einen, weil die stets brisante Partie laut Sportchef Thomas Eichin "zu den Klassikern in Europa" gehört, zum anderen, weil die neben den Braunschweigern offensivschwächste Mannschaft der Bundesliga die Kurve gekriegt und ihre Misserfolgsserie beendet hat.

Statistik zum Spiel:

Hamburg: Adler – Westermann, Tah, Djourou, Jansen – Rincon (67. Arslan), Badelj – Lam (63. Rudnevs), van der Vaart, Jiracek (80. Lasogga) – Beister. – Trainer: Cardoso

Bremen: Mielitz – Fritz, Lukimya, Caldirola, Garcia – Makiadi, Ignjovski – Elia (74. Ekici), Hunt (86. Prödl), Kobylanski (67. Gebre Selassie) – Petersen. – Trainer: Dutt

Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)

Tore: 0:1 Petersen (32.), 0:2 Petersen (90.+4)

Zuschauer: 53.290

Beste Spieler: Beister, Rincon – Mielitz, Fritz, Petersen

Gelbe Karten: Beister (2), van der Vaart (3) – Fritz, Ignjovski, Caldirola (2)

Erweiterte Statistik (Quelle: impire):

Torschüsse: 19:16

Ecken: 4:6

Ballbesitz: 59:41 %

Mit Material von sid und dpa

Multimedia
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0:2 - HSV verliert gegen Bremen

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