08.02.13

HSV

Tomas Rincon: Der Kämpfer gegen den Meister

Mittelfeldspieler Tomas Rincon ersetzt beim Bundesligaspiel in Dortmund den gesperrten Techniker Badelj. Er sieht den HSV gut gerüstet.

Von Florian Heil
Foto: WITTERS/Witters Sport Presse Fotos
Der Venezolaner Toms Eduardo Rincón Hernandez
Der Venezolaner Toms Eduardo Rincón Hernandez, 25, gehört zu den HSV-Profis mit dem größten Trainingsfleiß. 2009 wechselte er nach Hamburg

Hamburg. Nur zu gern hätte sich Tomas Rincon am Donnerstag auf dem Trainingsplatz mit seinen Kollegen ausgetobt. Doch der Mittelfeldspieler des HSV ließ sich seine gute Laune auch durch die Laufeinheit nicht verderben, die er stattdessen mit fünf Mannschaftskollegen abhalten musste. Denn Rincon darf im Spiel in Dortmund am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky und Liveticker auf abendblatt.de) endlich wieder von Beginn an auflaufen - erst das zweite Mal in dieser Saison.

Nach einem viertägigen Lehrgang mit der Nationalmannschaft Venezuelas inklusive Testspiel stieß der 25-Jährige erst am Donnerstag wieder zum Team, sollte deshalb noch nicht wieder der Belastung einer ganzen Trainingseinheit ausgesetzt werden. Umso überraschender, dass sich HSV-Trainer Thorsten Fink bereits am Dienstag festgelegt hatte, den gelbgesperrten Milan Badelj durch Rincon zu ersetzen. Denn ein gewisser Petr Jiracek, der mit reichlich Vorschusslorbeeren zu Beginn der Saison für 3,5 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg verpflichtet wurde, befindet sich ebenfalls in Lauerstellung. Der Tscheche ist nach seiner Schambeinentzündung wieder vollkommen fit und könnte die Position Badeljs im defensiven Mittelfeld ähnlich gut ausfüllen. Doch Fink setzt auf die Qualitäten seiner Nummer acht. "Wir müssen uns gegen Dortmund vor allem defensiv taktisch klug verhalten, und Rincon kann das perfekt umsetzen. Jiracek hat bisher wenig für uns gespielt, ist mit den taktischen Feinheiten noch nicht so vertraut. Ihn sehe ich eher als einen von zwei defensiven Mittelfeldspielern oder auf der linken Außenbahn, wo er frei von Zwängen marschieren kann", erklärt der Coach.

So wird der Kämpfer Rincon den im Aufbau starken Badelj zwar positionsgetreu ersetzen, jedoch mit einer gänzlich anderen Aufgabe betreut werden - und zwar einzig mit der, den Dortmunder Offensivwirbel einzudämmen. "Fußball ist Schach. Wir müssen die gefährlichen Zonen eng machen. Und Rincon ist eine wichtige Figur in diesem Spiel", erklärt Fink.

Der Gelobte freut sich auf seine Chance und ist guter Dinge, seine Aufstellung zu rechtfertigen. "Ich bin ausgeruht, außerdem wieder zu 100 Prozent fit. Das habe ich im Training in den letzten Wochen auch zeigen können", sagt Rincon selbstbewusst. Vor den Dortmundern Ausnahmespielern um Mario Götze und Marco Reus ist ihm nicht bange. "Zum einen passen die beiden von der Statur her gut zu mir, zum anderen ist es ja nicht das erste Mal, dass ich auf dem Platz mit Top-Stars konfrontiert werde."

Vor allem Rincons Auftritt bei der Südamerikameisterschaft im Jahr 2011 hat ihn ins Rampenlicht gebracht. Die Fans wählten den nur 1,75 Meter großen Profi trotz zweier Platzverweise zum Spieler des Turniers. Im gleichen Jahr engte er beim 1:0-Sieg gegen Argentinien in der WM-Qualifikation erfolgreich die Kreise Lionel Messis ein. In seinem fünften HSV-Jahr soll nun endlich auch auf Vereinsebene der große Durchbruch gelingen, der ihm bisher verwehrt blieb. Vor allem seine Schwächen im Aufbauspiel und - so paradox es klingen mag - seine Flexibilität verhinderten diesen bis dato. Denn nicht selten wurde Rincon mangels Alternativen als Außenverteidiger eingesetzt, wo seine Stärken gegen den Mann nicht so zur Geltung kommen. In dieser Saison verdammte Rincon zudem eine Knochenhautentzündung am Schienbein bis zum 9. Spieltag zum Zuschauen. Nach seiner Rückkehr stand er beim 0:3 gegen die Bayern das erste Mal in der Startelf, machte seine Sache als einer der wenigen Hamburger ordentlich, musste aber als taktisches Opfer zur Pause raus. Nur beim 1:1 gegen den VfL Wolfsburg durfte der 48-fache Internationale in dieser Saison 90 Minuten durchspielen.

Gegen Dortmund will Rincon nun wieder an die Anfangszeit unter Fink anknüpfen, als er für seinen Chef unverzichtbar war. "Wir sind gegen den BVB keineswegs chancenlos, das hat das Hinspiel gezeigt. Wobei das taktische System aus meiner Sicht gar nicht so wichtig ist. Viel entscheidender wird sein, dass wir uns von der ersten Minute an ins Spiel beißen und bei allen die Einstellung, Konzentration und Fitness stimmen", sagt Rincon. Mangelnde Einstellung ist sicherlich das Letzte, was dem harten, aber nie unfairen Rincon vorzuwerfen wäre. Und wer an einem guten Tag Messi stoppen kann, bekommt an einem sehr guten auch die Dortmunder Offensive in den Griff.

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