11.01.13

HSV

Neun Stammspieler, acht Tore und eine Sorge

Per Skjelbred, Überraschung des Trainingslagers in Abu Dhabi, könnte Rafael van der Vaart im HSV-Spiel gegen Nürnberg ersetzen.

Von Kai Schiller
Foto: WITTERS/Witters Sport-Presse-Fotos
Fussball
HSV-Spielmacher Rafael van der Vaart, der im Cavalli Club Dubai verspätet seinen Einstand im Mannschaftskreis gab, leidet noch an einer Muskelzerrung

Dubai. Am letzten Abend in den Emiraten übernahm Thorsten Fink noch mal die Rolle des Reiseführers. Direkt nach der Rückkehr ins Mövenpick-Hotel im Anschluss an das letzte Testspiel gegen Borussia Mönchengladbach (2:2) verschwanden er und seine Trainerkollegen kurzzeitig auf ihren Zimmern, um sich zehn Minuten später geschniegelt und gestriegelt wieder in der Lobby zu treffen. Dubai-Kenner Fink, mit modischer Jeans und im feinen weißen Hemd, führte die Hamburger Delegation in ein libanesisches Restaurant mit bestem Blick auf die berühmten Wasserspiele vor dem Burj Khalifa. Anschließend musste selbstverständlich noch ein mitternächtlicher Fotostopp vor dem höchsten Bauwerk der Welt eingelegt werden. "Ich würde im nächsten Jahr sehr gerne wiederkommen, sofern der Verein signalisiert, dass alles bezahlbar ist", sagte Fink, der neben den touristischen Reizen vor allem die perfekten Trainingsbedingungen zu schätzen wusste: "Es war ein durch und durch gelungenes Trainingslager."

An Finks Fazit änderte sich auch am Donnerstagmorgen, als die Mannschaft kurz vor dem Abflug um 15 Uhr mit der Emirates-Maschine EK0061 noch einmal in Dubai trainierte, nichts. Sieben Tage lang konnten die Hamburger die perfekten Bedingungen im sonnigen Abu Dhabi und in Dubai nutzen, um sich bestmöglich auf den Bundesliga-Rückrundenstart am 20. Januar beim 1. FC Nürnberg vorzubereiten. "Jeder sieht, dass wir sehr viel weiter als vor dem Start der Hinrunde sind", bilanzierte Fink zufrieden. "Wir sind spielerisch reifer geworden, das Herausrücken funktioniert immer besser, und auch beim Pressing machen wir große Fortschritte", fügte er hinzu.

Am wichtigsten dürfte aber die Erkenntnis sein, dass sich Fink bereits vor der Generalprobe an diesem Sonnabend (15.30 Uhr) in der Imtech-Arena gegen Austria Wien auf eine Stammformation für den Start der Rückrunde festlegen kann: "Es sieht so aus, als ob sich eine erste Elf gefunden hat. Wir haben unseren Rhythmus und wollen jetzt nicht mehr großartig experimentieren." Maximal auf zwei Positionen könnte es noch Veränderungen geben.

In der Defensive wird es personell im Vergleich zur Hinrunde auch jetzt keine Umstellungen geben. Vor dem gesetzten Torhüter René Adler verteidigen Dennis Diekmeier (rechts), Michael Mancienne und Heiko Westermann (beide zentral) sowie der genesene Marcell Jansen (links). Besonders Jansen, der wegen seiner langwierigen Schulterverletzung im Trainingslager zunächst Zweikämpfe vermeiden sollte, scheint eine Punktlandung hingelegt zu haben. "Für mich ist es schön, dass ich wieder voll dabei bin. Vorher durfte ich im Training nur 80 Prozent geben, jetzt bin ich wieder bei 100", sagt er.

Im Mittelfeld sind drei von vier Positionen an Milan Badelj, Tolgay Arslan und Dennis Aogo vergeben. "Dennis nimmt seine neue Position sehr gut an, denkt nicht mehr zu viel nach und wechselt sich intelligent mit Marcell oder Zhi Gin Lam ab. Links sind wir variabel", lobt Fink, der sich bis zum Nürnberg-Spiel nur noch Sorgen um Planstelle Nummer vier machen muss.

"Ich hoffe, dass die Zeit für Rafael reichen wird", sagt der 45-Jährige, der sich allerdings schon einen Plan B für den Fall der Fälle zurechtgelegt hat. Sollte van der Vaarts Zerrung nicht wie erhofft bis Mitte nächster Woche verheilen, würde Arslan von rechts ins Zentrum wechseln und Per Skjelbred, an dem Newcastle United und Norwich City Interesse zeigen sollen, in die erste Elf rücken. "Per macht sich sehr gut im Moment. Den hatte niemand auf der Rechnung. Er würde zur ersten Wahl gehören, wenn Rafa verletzt ist", sagt Fink, der Skjelbred noch vor zwei Monaten einen Vereinswechsel nahegelegt hatte. "Ich hatte Per ehrlich gesagt, dass er sich besser verleihen lassen sollte." Den größten Konkurrenzkampf erwartet Fink allerdings nicht im Mittelfeld, wo sich von kommender Woche an auch Petr Jiracek (Schambeinentzündung) wieder aufdrängen will, sondern im Angriff: "Im Sturm habe ich die Qual der Wahl. Wir haben einen echten Dreikampf da vorne." Die beiden sechsfachen Torschützen der Hinrunde, Artjoms Rudnevs und Heung Min Son, dürften mit einem kleinen Vorsprung in die letzte Vorbereitungswoche gehen, aber auch der genesene Maximilian Beister darf sich noch Hoffnungen machen.

"Für den Trainer ist es wichtig zu sehen, dass bei uns im Sturm das Leistungsgefüge sehr eng ist. Wir alle wollen ihm die Entscheidung schwer machen", sagt Beister, der aber wegen einer Oberschenkelblessur einen Großteil der Einheiten in Abu Dhabi verpasste. Marcus Berg, der immerhin drei Treffer in den drei Testspielen erzielen konnte, bleibt trotz der guten Leistungen weiter ein Kandidat für einen Verkauf noch in der derzeitigen Winter-Transferperiode.

Für Son, der in den Testspielen gegen Taschkent (3:1), Al Shabab (3:2) und Mönchengladbach (2:2) vor allem als Vorbereiter glänzte, geht es derweil nicht nur um die kurzfristige, sondern vor allem auch um die langfristige Perspektive. Sportchef Frank Arnesen würde gern den 2014 auslaufenden Vertrag des Sturmjuwels vorzeitig verlängern. "Mein Berater Thies Bliemeister und Frank Arnesen sind derzeit in Gesprächen. Das klang alles ganz gut, aber Genaues weiß ich nicht", sagt Son, der Begehrlichkeiten in England geweckt hat.

Für Fink sind derartige Gedankenspiele noch Zukunftsmusik. In der Gegenwart hofft der Dubai-Liebhaber zunächst auf einen gelungenen Start in die zweite Hälfte der Bundesligasaison. "Wir spielen eine gute Rückrunde", sagt er selbstbewusst wie immer, "wir wollen das nicht nur, wir werden das auch."

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