07.01.13

Eishockey

Killerinstinkt bei den Freezers dringend gesucht

Trotz 2:0- und 3:1-Führung verlieren die Hamburg Freezers ihr Heimspiel gegen Wolfsburg 3:4 nach Penaltyschießen.

Von Alexander Berthold und Björn Jensen
Foto: WITTERS/Witters Sport-Presse-Fotos
Wintersport Eishockey
Wolfsburg strauchelte, die Freezers fielen - hier Aleksander Polaczek (M.) und Niklas Treutle (l.). Kevin Schmidt hat den Puck

Hamburg. Killerinstinkt. Ein hässliches Wort, aber am Sonntagabend war es bei den Hamburg Freezers in aller Munde. Nach der 3:4 (1:0, 2:1, 0:2, 0:1)-Niederlage nach Penaltyschießen gegen die Grizzly Adams Wolfsburg, die nach dem 3:5 in Straubing am Freitagabend den Fehlstart ins Jahr 2013 perfekt machte, waren Cheftrainer Benoît Laporte und seine Spieler in der Analyse der Partie einig. "Wir hatten mehrfach beste Chancen, zum 4:1 zu treffen, aber wir haben sie nicht genutzt. Ohne Killerinstinkt kann man nicht gewinnen", sagte Laporte.

Tatsächlich war die vierte Heimniederlage der Saison verdient, weil die Freezers vor 6790 Zuschauern in der O2 World zu wenig Kontrolle über den nach gravierenden Verletzungssorgen wieder erstarkten Gegner aus Niedersachsen gewinnen konnten. Die Wolfsburger wirkten oft gedankenschneller und präsentierten sich wesentlich stärker, als es ihr zwölfter Tabellenrang aussagt. Zudem war die im bisherigen Saisonverlauf so starke Hamburger Defensive wie in Straubing seltsam unaufgeräumt, und im Tor hatte Niklas Treutle ebenfalls keinen guten Tag erwischt.

Das überraschte jedoch angesichts der Lebensmittelvergiftung, die den Keeper drei Tage an Klo und Bett gefesselt hatte, weniger als die Entscheidung des Trainers, Stammtorhüter Dimitrij Kotschnew nach seinem zugegeben schwachen Auftritt in Straubing auf die Bank zu verbannen. Laporte erklärte seine Entscheidung damit, sich gegen die agilen Wolfsburger für den beweglicheren Torhüter entschieden zu haben. Die Mitschuld Treutles am ersten und dritten Gegentor wollte der Coach dann auch nicht akzeptieren. Vielmehr habe die Defensive diesmal zu viele Schüsse zugelassen.

Im Kampf um die Play-off-Plätze war die beste Nachricht für die Freezers an diesem Wochenende deshalb die Ankündigung aus Nordamerika, dass der Tarifstreit in der Eliteliga NHL beendet ist. Die verkürzte Saison soll am 15. oder 19. Januar beginnen und 48 oder 50 Spiele plus Play-offs umfassen. Nach einem 16-stündigen Verhandlungsmarathon einigten sich Vertreter der Liga und der Spielergewerkschaft in der Nacht zu Sonntag in New York auf einen neuen Zehnjahresvertrag. Details wurden nicht bekannt, allerdings werden die Jahreseinnahmen, derzeit rund 3,3 Milliarden Dollar, künftig hälftig geteilt. Bislang kassierten die Spieler 57 Prozent.

Für die Konkurrenten der Freezers ist die Einigung in Übersee ein harter Schlag. Vor allem die Krefeld Pinguine, die ab sofort Abwehrchef Christian Ehrhoff ersetzen müssen, und die Adler Mannheim, denen am Sonntag in Nürnberg bereits Dennis Seidenberg und Jason Pominville fehlten, verlieren wichtige Leistungsträger. Auch die Eisbären Berlin, am Dienstag (19.30 Uhr, O2 World) nächster Freezers-Gegner, müssen den Verlust von Daniel Brière verkraften. Für die Hamburger ist nun Gewissheit, dass Starstürmer Jamie Benn nicht aus seinem am 12. Dezember angetretenen Heimaturlaub zurückkehren wird. Allerdings hat das Team in den vergangenen Wochen bewiesen, dass es auch ohne den Kanadier funktioniert. Lediglich im Powerplay, die Freezers warten seit vier Spielen auf ein Überzahltor, macht sich sein Fehlen schmerzlich bemerkbar.

Einfluss auf die Hamburger Kaderplanung dürfte die NHL-Entscheidung dennoch haben. So soll Stürmer Serge Aubin, der wegen einer komplizierten Daumenverletzung noch keine Saisonminute gespielt hat, nun lizenziert werden, sofern er in dieser Woche die medizinische Freigabe erhält. Im Fall einer endgültigen Saisonabsage in der NHL hätten die Freezers die zwei noch offenen Ausländerlizenzen lieber an neue Profis aus Übersee vergeben.

Zum Abschluss eines verkorksten Wochenendes wollte Kapitän Christoph Schubert eines klarstellen: dass es eine Januar-Depression wie im vergangenen Jahr, als die Freezers zum Jahresbeginn mit sechs Niederlagen in Serie ihre Top-vier-Platzierung verspielten, nicht geben wird. "Wir lassen uns nichts einreden. 2012 ist abgehakt, jetzt ist 2013", sagte er. Damit 2013 ebenso gut wird wie 2012, sollten die Freezers jedoch schnell ihren Killerinstinkt wiederfinden.

Tore: 1:0 (9:17) Schmidt (Möchel), 2:0 (21:18) Murphy (Oppenheimer), 2:1 (26:29) Polaczek 4-5, 3:1 (34:33) Festerling (Flaake, Roy), 3:2 (40:35) Dzieduszycki (Haskins), 3:3 (48:28) Moore (Mercier), 3:4 Haskins Penalty. Strafminuten: 8/14. SR: Brill/Lenhart (Zweibrücken/Kassel). Z.: 6790.

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