29.11.12

Formel 1

Fia: Vettel hat den Titel sicher - Ferrari fordert Klärung

Bei Vettels Überholmanöver sei alles in Ordnung gewesen. "Vettel hat alles richtig gemacht", sagte Fia-Rennleiter Charlie Whiting.

Von Jörg Mebus
Foto: dpa

Sebastian Vettel wurde zum dritten Mal in Folge Formel-1-Weltmeister

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Rom/Köln. Der Titel ist sicher, Sebastian Vettel kann aufatmen. Vier Tage nach dem nervenaufreibenden Saisonende in Sao Paulo hat der Automobil-Weltverband Fia einen Schlussstrich unter die Diskussionen über die Rechtmäßigkeit von Vettels drittem WM-Titel in Folge gezogen. "Vettel hat alles richtig gemacht", sagte Fia-Rennleiter Charlie Whiting dem Fachmagazin auto motor und sport. Das Ferrari-Team des unterlegenen WM-Zweiten Fernando Alonso hatte die Fia vier Tage nach dem Großen Preis von Sao Paulo zur Klärung eines aus Scuderia-Sicht umstrittenen Überholmanövers von Red-Bull-Star Vettel aufgefordert.

Die fraglichen Ereignisse in der vierten Runde, in der Vettel den Toro-Rosso-Piloten Jean-Eric Vergne in einer Gelbphase überholt haben soll, seien bereits während des Rennens untersucht worden, bestätigte ein Fia-Sprecher der Sport-Bild. Von einer Strafe gegen Vettel wurde zu diesem Zeitpunkt abgesehen, womit sein Titel im Nachhinein auch durch einen Protest des Kontrahenten Ferrari nicht mehr in Gefahr geraten könnte. "Eine weitere Untersuchung oder Proteste wird es nicht geben", hieß es.

Whiting lieferte dafür die genaue Begründung. "Wenn die Ampeln nicht an den Flaggenposten installiert sind, dann gilt für den Fahrer das erste Signal, das gezeigt wird. Wird also eine gelbe Flagge geschwenkt, und etwas später blinkt die Ampel gelb, dann beginnt das Überholverbot bereits bei der Flagge", erklärte der Brite: "Umgekehrt gilt das auch für grünes Licht. In Vettels Fall wurde zwischen der letzten gelben Ampel und der grünen Ampel eine grüne Flagge geschwenkt. Der Abstand beträgt hier 350 Meter."

Auch für Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ist die Sache klar. "Ich bin nicht für das Reglement verantwortlich, das liegt allein in den Händen der Fia. Aber alles, was ich sagen kann, ist: Die Rennleitung war in jeder Phase während des Rennens über alles informiert. Sie haben klare Entscheidungen getroffen. Es gab auch keinen Protest nach dem Rennen in der dafür vorgeschriebenen Zeit", sagte der 82-Jährige Spiegel online. Deshalb sei für ihn klar: "Es wird nichts passieren. Sebastian Vettel ist Weltmeister 2012."

Trotz der unmissverständlichen Statements forderte Ferrari bei der Fia am Donnerstag eine Erklärung zum Vorfall an. Dies teilte das Team aus Maranello auf seinem Twitter-Profil mit. Ferrari hat bis Freitag Zeit, Protest gegen die Wertung des Rennens einzulegen.

Ein Missachtung der gelben Flagge wird im Normalfall mit einer 20-Sekunden-Strafe geahndet. Hätte Vettel diese nach Rennende erhalten, wäre er im Rennklassement von Sao Paulo auf den achten Rang zurückgefallen. Dies hätte zur Folge gehabt, dass sein spanischer Ferrari-Rivale Fernando Alonso im Gesamtklassement vorbeigezogen und dann Weltmeister geworden wäre.

Doch dazu wird es nicht kommen. Bis zur endgültigen Stellungnahme der FIA-Verantwortlichen war allerdings genug Zeit verstrichen, um die Szene in helle Aufregung zu versetzen. Vor allem die italienischen Medien witterten einen Ferrari-Titel am Grünen Tisch. Die Gazzetta dello Sport schrieiavom "Flaggen-Krimi um Vettel". Fia-Vizepräsident Carlos Garica nahm den Tifosi allerdings schon vor Whitings Statement den Wind aus den Segeln. "Ferrari darf nicht auf diese Weise die Weltmeisterschaft gewinnen", sagte er dem Corriere dello Sport.

Alonso hatte schon betont, dass ihm einen Titel zweiter Klasse kein Pfifferling wert wäre. "Ich brauche keine Wunder", twitterte der Spanier: "Ich mache meine Wunder mit richtigen Gesetzen."

Vettel hatte sich zu den Diskussionen ebenso wenig geäußert wie zu den Gerüchten über seinen vorzeitige Vertragsverlängerung bei Red Bull - und stattdessen die Korken knallen lassen. Nach dem Besuch des Stammwerkes im englischen Milton Keynes will er an diesem Samstag seinen Party-Marathon mit einem Showrun in Graz fortsetzen. Gerüchte, er habe seinen bis 2014 laufenden Kontrakt vorzeitig verlängert hatte am Mittwoch ein aufgebrachter Helmut Marko, Red Bulls Motorsportberater, dementiert. "Ich weiß nicht, wo diese Gerüchte herkommen", sagte er: "Das ist völliger Unsinn."

Gelbe Flaggen
  • Überholen verboten

    Wenn in der Formel 1 die Gelbe Flagge geschwenkt wird oder entsprechende Lichtsignale auftauchen, ist Überholen verboten. Die Gelben Flaggen bedeuten, dass Gefahr im Verzug ist. Das können stehen gebliebene Autos auf der Strecke sein oder auch Wrackteile auf dem Kurs nach einem Unfall. Werden sogar zwei Gelbe Flaggen gleichzeitig geschwenkt, müssen die Fahrer sich darauf einstellen, notfalls sogar selbst anzuhalten. Durch Grüne Flaggen wird eine Gelbphase wieder aufgehoben.

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