08.04.13

Deutscher Meister 2013

Hoeneß: "Die Marke FC Bayern strahlt wie niemals zuvor"

Die titellosen Jahre sind Geschichte, die Rekordjagd beginnt. Zunächst gilt die Konzentration aber trotz 2:0-Hinspielsieg nur Juventus Turin.

Foto: REUTERS
Präsident Uli Hoeneß freut sich auf eine rosige Zukunft seines Clubs FC Bayern München
Präsident Uli Hoeneß freut sich auf eine rosige Zukunft seines Clubs FC Bayern München

München. Trainingsfrei im Titelkampf, Franck Ribéry und Arjen Robben nahmen aber schon einmal Fahrt für Juventus Turin auf. Coach Jupp Heynckes hatte seinen Stars für den Montag einen Tag Erholungspause gegeben, die Flügelflitzer verzichteten. In kurzen Einheiten legten sie unter anderem zahlreiche Sprints hin – das passt ins Bild der Bayern nach dem Turbo-Titel in der Liga. Auf dem Weg zu den nächsten Trophäen will der Münchner Fußball-Rekordmeister auf keinen Fall an Tempo einbüßen. Erst recht nicht in der Champions League.

"Ich glaube, der Mittwoch ist zu wichtig, als dass wir irgendwas riskieren sollten", hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge das frisch gekürte Meister-Team schon am Wochenende auf die nahende Aufgabe bei Juventus Turin hingewiesen. Nach dem 2:0 im Hinspiel sind die Münchner Favorit auf den Halbfinal-Einzug – auch wenn die Bayern nach Ansicht ihres einstigen Coaches Giovanni Trapattoni "nur zu 51 Prozent Favorit sind". "Wenn Juve zur Halbzeit mit 1:0 führt, haben auch die Bayern Angst in einem Stadion, das gegen sie ist", prophezeite der 74-Jährige.

Die Worte der italienischen Trainer-Legende könnten Matthias Sammer geschmeckt haben, denn warnen kann man nie genug. Der Sportvorstand will bei der Partie in Turin aber erst gar keine Zweifel aufkommen lassen. "Wir wollen auch da gewinnen und wollen nicht anfangen zu rechnen", betonte Sammer und erinnerte am Wochenende an den eigenen Königsklassen-Titel 1997 mit Borussia Dortmund. "Juventus Turin hat 1997 den Meistertitel gewonnen und dann gefeiert, sonst hätten wir gegen sie nie die Champions League gewonnen." Im Finale gab es damals ein 3:1 der Borussia.

Den ersten Königsklassen-Titel nach 2001 sehnen nun die Münchner herbei. "Wir müssen nun versuchen, alles zu gewinnen! Aber: Selbst wenn das nicht so sein sollte, würden wir nicht sagen: Dieser Meistertitel ist nix. Im Gegenteil! 20 Punkte Vorsprung und all die Rekorde, das ist eine überragende Leistung der Mannschaft und ihres Trainers", betonte Präsident Uli Hoeneß in der "Bild" und prophezeite im "Focus" eine wunderbare Zukunft. "Spätestens 2020 haben wir die Allianz Arena abbezahlt. Dann besitzen wir ein Stadion, das rund eine halbe Milliarde Euro wert ist, und ein prall gefülltes Festgeldkonto. Dann sind wir der reichste Sportverein der Welt", sagte er. "Die Marke FC Bayern strahlt wie niemals zuvor in der Geschichte."

Ähnlich wie Präsident Hoeneß sieht Torhüter Manuel Neuer die sportliche Situation. "Eine sehr gute Saison – zum jetzigen Zeitpunkt. Wir können stolz sein auf das, was wir in der Liga gezeigt haben. Wenn wir aber am Ende mit nur einem Titel dastehen, werden trotzdem alle enttäuscht sein", sagte er im "Kicker". Gratulationen für die 23. Bayern- und schnellste Bundesliga-Meisterschaft trudelten auch am Montag noch ein: Fifa-Boss Joseph S. Blatter tat dies zum Beispiel via Twitter. Er freute sich auf weitere Höhepunkte in anderen Ligen und Wettbewerben.

Die 15. Halbfinal-Teilnahme in der Champions League bzw. des vormaligen Europapokals der Landesmeister ist für die Bayern zum Greifen nah. Derzeit deutet viel auf zwei spanische und die Münchner sowie Borussia Dortmund als zwei deutsche Halbfinalisten hin. Ob da den Bayern die Ansetzung eines spanischen Schiedsrichters schmeckt? Gleich vier Bayern-Profis, Philipp Lahm, Luiz Gustavo, Dante und Mario Mandzukic, wären bei einer weiteren Gelben Karte im Halbfinale gesperrt. In der Vorsaison hatten die Münchner ebenfalls im Viertelfinale mit dem Referee zu tun. Damals in Marseille legten sie durch ein 2:0 im Hinspiel den Grundstein für das Semifinale.

Stimmen zur Meisterschaft der Bayern

Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer Borussia Dortmund: "Glückwunsch an den FC Bayern – das ist eine überragende Saison gewesen! Ein total verdienter Meister, da kann man wirklich nur ganz herzlich gratulieren."

Max Eberl, Sportdirektor Borussia Mönchengladbach: "Ich gratuliere meinem Jugendverein ganz, ganz herzlich zur 23. Deutschen Meisterschaft. Völlig verdient – die beste deutsche Mannschaft hat gewonnen."

Stefan Reuter, Manager FC Augsburg: "Großes Kompliment! Sie spielen eine überragende Saison – ein sehr verdienter Deutscher Meister!"

Lothar Matthäus, Rekordnationalspieler und Sky-Experte: "Sie haben einfach eine fantastische Saison gespielt. Mit vielen jungen Spielern auch deutschen Spielern, die wichtig sind für die Nationalmannschaft, und die profitieren dann auch für die Nationalmannschaft. Die beste Mannschaft in dieser Saison ist Meister geworden."

Armin Veh, Trainer Eintracht Frankfurt: "Das haben sie sich absolut verdient. Sie haben eine wunderbare Saison gespielt mit viel Leidenschaft und Klasse."

Rudi Völler, Sportdirektor Bayer Leverkusen: "Glückwunsch an Jupp Heynckes, Co-Trainer Peter Hermann und den kompletten Verein. Eine ganz tolle Saison gespielt, verdient Meister geworden – nicht nur Meister, sondern auch aufgrund der Art und Weise mit den vielen Punkten Vorsprung. Überragend!"

Matthias Sammer, Sportvorstand FC Bayern: "Das ist ein Genuss und ein Gefühl. Wir sollten glücklich sein, aber uns entsprechend verhalten."

Lucien Favre, Trainer Borussia Mönchengladbach: "Die Meisterschaft ist total verdient. Gratulation auch an Jupp Heynckes. Bayern spielt die beste Saison seit langem. Sie mussten unbedingt den Titel holen, nachdem Dortmund zuletzt zweimal Meister war. Die Bayern beeindrucken mich, wie sie spielen."

Sascha Lewandowski, Trainer Bayer Leverkusen: "Das ist schon eine Riesen-Leistung, dafür gebührt ihnen viel Respekt. Umso mehr macht es uns stolz, dass wir in München gewinnen konnten."

Stefan Kießling, Nationalspieler von Bayer Leverkusen: "Es war schon beeindruckend, wie sie da die Spiele gewonnen haben. Wir sind bis jetzt die einzigen gewesen, die sie geschlagen haben – das ist ja dann auch was Schönes!"

Uli Hoeneß, Präsident FC Bayern München: "Wir haben eine überragende Saison gespielt. Selten hat die Mannschaft die Meisterschaft so dominant gewonnen. In all den vielen Jahren, die ich beim FCB bin, kann ich mich nicht erinnern, dass wir so überragend und so eindeutig schon sechs Spieltage vor Schluss Meister geworden sind. Da gebührt dem Trainer vor allen Dingen, aber auch der Mannschaft, ein riesiger Dank: Dass sie sich nie hat gehen lassen und dass man auch mit großem Vorsprung konsequent bis zum heutigen Tag gearbeitet hat. Ich kann kaum in Worte fassen, wie toll ich diese Meisterschaft empfinde."

Arjen Robben: "Das ist natürlich ein super schöner Tag heute. Die Situation ist aber so, dass wir Mittwoch wieder ein super wichtiges Spiel haben. Die Meisterschaft ist da – und jetzt geht es weiter. Wir müssen jetzt die Ruhe bewahren, denn wir haben noch wichtige Spiele vor uns. Wir wollen noch mehr diese Saison. Wenn man noch in zwei Wettbewerben dabei ist, will man auch die gewinnen."

David Alaba: "Das haben wir uns verdient über die letzten Monate hinweg. Wir freuen uns alle riesig."

Jürgen Klopp, Trainer Borussia Dortmund: "Bayern München hat in dieser Saison alles richtig gemacht. Das ist eine unglaubliche Saison, möglichweise die unglaublichste in der Geschichte des Fußballs. Von ganzem Herzen Glückwunsch! Wir hoffen, den Abstand im nächsten Jahr ein wenig geringer gestalten können."

Thomas Schaaf, Trainer Werder Bremen: "Glückwunsch nach München. Die Bayern haben eine ganz starke Saison gespielt und sich den Titel redlich verdient."

Klaus Allofs, Geschäftsführer VfL Wolfsburg: "Es hat sich schnell in dieser Saison abgezeichnet, dass sie Meister werden. Dass es so schnell sein würde, hat natürlich niemand gedacht. Aber die Bayern haben eine tolle Mannschaft beisammen. Wir haben ja noch ein Treffen mit ihnen (im Halbfinale des DFB-Pokals, d. Red.), das läuft bei uns dann unter dem Motto: das Unmögliche möglich machen."

Bastian Schweinsteiger: "Unser Ziel war die Meisteschaft. Auf so eine dominante Art und Weise bin ich auch noch nie Meister geworden."

(dpa)
Vorzeitiger Meister Sind die diesjährigen Bayern der beste deutsche Meister der Bundesliga-Geschichte?

  • 72%

    Ja

  • 28%

    Nein

Abgegebene Stimmen: 64
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