27.12.12

Sportskandale 2012

Armstrong am Ende, Wild West in Düsseldorf

Der Fall Lance Armstrong und das skandalöse Relegationsspiel zwischen Düsseldorf und Hertha BSC sorgten für Diskussionen - ein Rückblick.

Von Christoph Leuchtenberg
Foto: Bongarts/Getty Images/Getty

Fortuna Düsseldorf war am Dienstagabend durch ein 2:2 gegen Hertha BSC im Relegations-Rückspiel erstmals seit 15 Jahren wieder aufgestiegen. Im Stadion kochte die Stimmung über

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Köln. Lügen, Doping, Handgreiflichkeiten, Hinterlist: Das Sportjahr 2012 bescherte große Augenblicke - und schlimme Skandale. Aus allen Aufregern ragten jedoch zwei heraus - über den Dopingfall Lande Armstrong sowie das völlig aus dem Ruder gelaufene Bundesliga-Relegationsspiel zwischen Fortuna und Hertha BSC dürfte noch in Jahrzehnten diskutiert werden.

Der Skandal um den einstigen Radsport-Superstar Armstrong lag wie eine Zeitbombe über dem Sport. Seit Jahren lagen stichhaltige Hinweise vor, dass die Leistungen des Texaners auf Lug und Trug basieren. Doch erst 2012 machten sich US-Dopingfahnder mit Entschlossenheit daran, die Machenschaften Armstrongs bis ins kleinste Detail zu belegen.

Der Rad-Weltverband UCI folgte schließlich der Beweisführung, sperrte Armstrong lebenslang, strich seine sieben Toursiege. Während das gefallene Idol als größter Sportbetrüger in die Geschichte eingeht, sorgte die UCI für einen Skandal im Skandal: Die Empörung der Verbandsspitze um Präsident Pat McQuaid und dessen Vorgänger Hein Verbruggen, die Armstrong lange wider besseres Wissen gedeckt hatte, war an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten.

Zuvor bot der Fußball Wild-West im Westen der Republik: Im Relegations-Rückspiel hatte sich Fortuna Düsseldorf die Rückkehr in die Bundesliga erkämpft. Dachten zumindest tausende Heimanhänger, die freudetrunken das Feld stürmten. Doch Schiedsrichter Wolfgang Stark hatte noch gar nicht abgepfiffen. Nach einer gefühlten Ewigkeit an Verunsicherung und Tumulten war der Platz endlich notdürftig geräumt, die fehlenden Minuten gingen am Rande des Regulären über die Bühne.

Doch damit ging das Theater erst richtig los: Hertha-Coach Otto Rehhagel fühlte sich an seine Weltkriegserlebnisse erinnert, die Diskussion über Fankultur und Sicherheit in Stadien uferte aus. Hertha klagte sich vergeblich durch die Instanzen. Immerhin: Die Sperre gegen Lewan Kobiaschwili, der Schiedsrichter Wolfgang Stark geschlagen haben soll, wurde von zwölf auf sieben Monate verkürzt.

Düsseldorf war wahrlich kein gutes Pflaster für Unparteiische. Im Saisoneröffnungspiel der Fortuna gegen Benfica Lissabon knockte Gäste-Kapitän Luisao nach einer vermeintlichen Fehlentscheidung Schiedsrichter Christian Fischer aus: Ein weiterer Spielabbruch, drei Monate Sperre für Luisao.

Derweil schaffte es Landsmann Luiz Adriano von Schachtjor Donezk, nahezu die gesamt Fußballwelt gegen sich aufzubringen. Dazu reichte ein - strenggenommen reguläres - Tor im Champions-League-Spiel beim FC Midtjylland. Nach einem Schiedsrichterball seines Teamkollegen Willian, der zum dänischen Torhüter Jesper Hansen gehen sollte, schnappte sich Adriano den Ball und erzielte ohne Gegenwehr das 1:1. Nicht nur die Dänen waren angesichts dieses Mangels an Fairplay fassungslos. Er sei eben sehr auf das Tor fokussiert gewesen, sagte der Mann, der für viele der "Tor des Jahres" war.

Auch Olympia 2012 brachte Skandale, das deutsche Team blieb nicht verschont: Die Abreise der Ruderin Nadja Drygalla schlug hohe Wellen, nachdem sich ihr Lebenspartner als Neonazi-Funktionär entpuppt hatte. Der Fall warf die Frage auf, was eine Demokratie aushalten muss.

Derweil wurde der Ruf des Boxsports weiter ramponiert. Dereck Chisora verpasste vor dem WM-Kampf gegen Witali Klitschko dem Ukrainer beim Wiegen eine Ohrfeige, bespuckte Bruder Wladimir und lieferte sich nach dem verlorenen Fight eine Schlägerei mit dem unbeteiligten David Haye. Das direkte Duell der Skandalnudeln im Ring entschied Haye später für sich.

Selbst der Tennissport machte vor Handgreiflichkeiten nicht halt: Beim Turnier im Queens Club verpasste David Nalbandian Linienrichter Andrew McDougall per Fußtritt eine blutende Wunde. Der Argentinier sah sich dabei selbst als Opfer: "Wir Spieler fühlen uns sehr unter Druck gesetzt", sagte er. McDougall bleibt zumindest eine sichtbare Erinnerung an das Sportjahr 2012. Am linken Schienbein.

(sid)
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Lance Armstrong gibt im Dopingkampf auf

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