08.12.12

Bundesliga

BVB hadert mit dem Schiri, FC Bayern enteilt der Konkurrenz

Meister Dortmund verliert in Unterzahl nach vielen umstrittenen Entscheidungen 2:3 gegen Wolfsburg. Bayern siegt 2:0 im bayerischen Derby.

Foto: REUTERS
Schiedsrichter Wolfgang Stark (l.) sorgte mit seinen Entscheidungen für Unverständnis beim BVB um Mario Götze
Schiedsrichter Wolfgang Stark (l.) sorgte mit seinen Entscheidungen für Unverständnis beim BVB um Mario Götze

Köln. Bayern München marschiert in der Fußball-Bundesliga von Rekord zur Rekord, Borussia Dortmund muss nach einem schwarzen Samstag die erfolgreiche Titelverteidigung dagegen wohl endgültig abschreiben. Die bereits zuvor als Herbstmeister feststehenden Münchener (41 Punkte) gewannen das bayerische Derby beim Tabellenvorletzten FC Augsburg 2:0 (1:0) und bauten den Vorsprung an der Spitze zumindest vorübergehend auf elf Punkte aus. Mit nur einem Auswärts-Gegentor in der Hinserie verbesserten die Bayern die neun Jahre alte Bestmarke des VfB Stuttgart.

Der erste Verfolger Bayer Leverkusen spielt erst am Sonntag bei Hannover 96, wo Trainer Mirko Slomka am Samstag seinen Vertrag bis 2016 verlängerte. Der BVB hat nach der mehr als unglücklichen 2:3 (1:2)-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg sogar schon 14 Zähler Rückstand auf die Bayern. Noch zwei Zähler dahinter folgt der Revier-Rivale Schalke 04, der in Stuttgart mit 1:3 (1:2) verlor, Stuttgarts Vedad Ibisevic war mit drei Toren der Mann des Tages.

In den unteren Tabellenregionen besiegte der 1. FC Nürnberg (19) Fortuna Düsseldorf (18) mit 2:0 (1:0) und zog dadurch am Aufsteiger vorbei. Der SC Freiburg (23) könnte sich nach dem 1:0 (1:0) gegen Aufsteiger und Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth endgültig von der Abstiegsregion verabschiedet haben. Am Abend standen sich noch Eintracht Frankfurt und Werder Bremen gegenüber, am Sonntag empfängt Borussia Mönchengladbach den FSV Mainz 05.

In Augsburg brauchten die Bayern 40 Minuten und einen berechtigten Elfmeter (Handspiel von Gibril Sankoh) zum Führungstor von Thomas Müller. Nationalstürmer Mario Gomez legte zwei Minuten nach seiner Einwechslung das 0:2 nach (63.).

Der BVB erwischte durch das sechste Saisontor von Marco Reus (6.) einen Start nach Maß und bestimmte das Spiel, dann griff Schiedsrichter Wolfgang Stark ins Geschehen ein. Zunächst übersah er eine Abseitsstellung von Vieirinha bei der Flanke, dann zeigte er Marcel Schmelzer wegen angeblichen Handspiels auf der Linie zu Unrecht Rot und gab Elfmeter. Nachdem Diego diesen verwandelt hatte (36.), übersah Stark vor dem 1:2 durch Naldo (41.) auch noch eine Abseitsstellung von Simon Kjaer, der Torhüter Roman Weidenfeller die Sicht versperrt hatte. Auf der Gegenseite gab Stark dann auch dem BVB einen fragwürdigen Elfmeter, Jakub Blaszczykowski verwandelte (61.). Doch Bas Dost besiegelte die Niederlage des BVB (73.).

In Stuttgart war Vedad Ibisevic der Mann des Tages. Zunächst brachte der Bosnier den VfB vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw schnell in Führung (2.), er verwandelte nach dem Ausgleich durch den früheren Stuttgarter Ciprian Marica (12.) einen Foulelfmeter zum 2:1 (38.) und war in der 61. Minute noch einmal erfolgreich. Nach der Roten Karte gegen Gotoku Sakai (67.) spielte der VfB kurzzeitig in Unterzahl, doch sechs Minuten später sorgte Schalkes Jermaine Jones mit seiner Roten Karte (73.) für das numerische Gleichgewicht.

Nürnbergs Treffer gegen Düsseldorf erzielten Sebastian Polter (27.) und Markus Feulner (90.+1), Freiburgs Erfolg gegen Fürth sicherte Daniel Caligiuri (15.).

In der Torschützenliste führt nun Ibisevic mit zehn Toren vor einem Sextett mit neun Treffern, aus dem am Samstag einzig Thomas Müller traf.

(sid)
Multimedia
Bundesliga

Der 16. Spieltag in Bildern

Stimmen zu den Partien des 16.Spieltages
  • Jürgen Klopp (Trainer Borussia

    ...über die Rote Karte gegen Marcel Schmelzer: „Aus meiner  Position war ich mir sofort sicher: Es ist kein Hand, weil die Arme  am Körper angelegt waren. Selbst wenn er ihn dran gekriegt hätte, es ist ja nicht möglich... Abhacken müssen die Jungs die Dinger noch nicht, um kein Handspiel zu begehen. Es war klasse verteidigt von  ihm.“

       ...über die 2:3-Niederlage gegen Wolfsburg: „Das Zustandekommen ist extrem skurril... Wir machen möglicherweise das beste Heimspiel seit langer Zeit. Wolfsburg hatte überhaupt keine Möglichkeit, Zugriff auf uns zu kriegen. Wir haben sensationell flexibel gespielt, gehen 1:0 in Führung, haben Torchance um Torchance, könnten vielleicht noch mehr haben, wenn wir klarer wären im Abschluss. Den Vorwurf müssen wir uns rein fußballerisch machen, dass wir in dieser Phase nicht konsequent genug waren. Dann kommt die spielentscheidende Szene – danach mussten wir in Unterzahl spielen... Dann war schon klar, dass es heute sehr schwer wird. Irgendwann mussten wir dem hohen Aufwand, den wir betreiben, Tribut zollen. Es ist hypothetisch, aber im Elf-gegen-Elf gibt es hier nur einen Sieger. Selbst mit zehn Mann hatten wir mehr Ballbesitz... Das Ergebnis, so wie es zustanden  gekommen ist, ist brutal hart für uns.“

  • Sky Experte Lothar Matthäus

    ...zur Leistung von Schiedsrichter  Wolfgang Stark: „Ich glaube, dass der Herr Stark heute einfach keinen guten Tag gehabt hat. Das wird wahrscheinlich auch beurteilt werden. Vielleicht sollte man ihm nach so einem Spiel auch mal eine Pause geben, genauso wie einem Spieler, wenn er mal eine schlechte Phase hat, dann wird er auch geschont. Man sollte den Schiedsrichter in den nächsten Wochen vielleicht auch schonen, um wieder seinen Akku aufzuladen.“

  • Sky Experte Markus Merk

    ...zur Roten Karte gegen Marcel Schmelzer: „Wir müssen die Situation natürlich aufdröseln. Vorher war es schon eine klare Abseitsposition, die man durchaus erkennen kann, keine Frage. Schmelzer geht zwar mit den Händen in Richtung des Körpers, weil er die Weichteile schützen will, dann geht der Ball ganz klar ans Knie und wir brauchen überhaupt nicht diskutieren, ob der Ball dann an die Hand oder ans andere Knie gegangen ist, war natürlich kein absichtliches Handspiel. Es hätte keinen Elfmeter geben dürfen und dementsprechend natürlich auch kein Rot.“

  • Lorenz-Günther Köstner (Traine

    ...über das Spiel:  „Das war für uns ein überragender Sieg. Lassen wir die ganzen Geschehnisse über 90 Minuten – letztendlich war er gar nicht so unverdient.“

  • Mario Gomez (Bayern München)

    ...über den 2:0-Sieg in Augsburg: „Heute war es schwierig... Diese Spiele musst du gewinnen, um Meister zu werden. Heute haben wir es wieder gewonnen.“ Über seine Leistung: „Ich habe Spaß. Ich bin da, wenn der Trainer mich braucht.“

  • Bruno Labbadia (Trainer VfB

    nach dem 3:1-Sieg gegen Schalke: „Wir pfeifen aus dem letzten Loch, wenn man unseren Kader sieht, wenn man sieht, was auch heute wieder passiert ist. Aber man sieht, was man mit Einstellung, mit Leidenschaft und mit Moral machen kann.“

Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. AuslandUkraine-LivetickerPutin spricht von Recht auf Militäreinsatz
  2. 2. KommentareUkraineMoskaus abgefeimte Eroberungsstrategie
  3. 3. Panorama"Anne Will"Warum hat die Nato denn die Elbe überschritten?
  4. 4. DeutschlandEx-First-LadyBettina Wulff und die "weiche Seite" ihres Mannes
  5. 5. WirtschaftAffäre mit BlairMurdoch spricht über Tagebucheinträge seiner Ex-Frau
Top Bildergalerien mehr
Kamerunkai

Gabelstapler-Fahrer stürzt in die Elbe und stirbt

DFB-Pokal

Bayern vs. Lautern – die besten Bilder

Kate, William und George besuchen Australien

22-Jähriger tötet Stiefvater in Osdorf

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr