29.11.12

Fußball-Gewalt

DFL veröffentlicht neues Sicherheitskonzept

Das überarbeitete Reformpapier ist auf www.bundesliga.de frei zugänglich. Für viele Fans ist das Konzept allerdings kein Grund zum Jubeln.

Von Ulrike Weinrich, Jörg Soldwisch
Foto: dpa
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat in der bundesweiten Debatte um das neue Sicherheitskonzept noch einmal versichert, dass es in den Stadien keine Ganzkörperkontrollen geben werde
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat in der bundesweiten Debatte um das neue Sicherheitskonzept noch einmal versichert, dass es in den Stadien keine Ganzkörperkontrollen geben werde

Frankfurt/Main. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat auf die Kritik am umstrittenen Sicherheitskonzept reagiert und das überarbeitete Reformpapier am Donnerstagmittag für alle Fans zugänglich ins Internet (www. bundesliga.de) gestellt. Öffentlich wurden damit auf insgesamt 37 Seiten die 16 Anträge, die der Vorstand des Ligaverbandes einstimmig zur Vorlage an die Klubs beschlossen hat.

Für viele Fans ist die Veröffentlichung allerdings kein Grund zum Jubeln. "Das sehen wir nicht als Entgegenkommen, sondern als Selbstverständlichkeit", sagte Ben Praße von der Organisation "Unsere Kurve" und kritisierte: "Viele Punkte sind immer noch viel zu schwammig formuliert sind. Deswegen hoffen wir, dass die Vereine bei der Versammlung alle fanrelevanten Anträge ablehnen. Es bedarf mehr Zeit, um der Komplexität des Themas gerecht zu werden."

In Fankreisen herrscht nach wie vor die Angst vor Ganzkörperkontrollen, obwohl es im Papier keine explizite Vorgabe für so eine Durchführung gibt. "Ein Fußballverband kann es einem Veranstalter, der in der Haftung steht und diese Kontrollen in absoluten Ausnahmefällen für nötig hält, nicht untersagen", erklärte Ligaverbands-Vizepräsident Peter Peters bei Spiegel Online und meinte: "Wir wollen aber jetzt, dass solche Maßnahmen vorher begründet, bei fehlender Begründung nochmals besprochen werden und der Gastverein zwingend in den Prozess eingebunden wird." Das sei eine "signifikante Verbesserung" zur heutigen Situation.

Allgemeines Ziel der Anträge sei es, Möglichkeiten zur Täter-Ermittlung zu verbessern und damit künftig Kollektivstrafen zu reduzieren. Zudem sollen sicherheitsrelevante Defizite "verursachungsgerecht beseitigt und finanziert werden", wie die DFL mitteilte. Damit geht es auch um die Erweiterung von Handlungsmöglichkeiten für Ligaverband, DFL und DFB-Rechtsorgane gegenüber Klubs im Hinblick auf präventiv wirkende Maßnahmen, aber auch auf Sanktionsmöglichkeiten.

Das überarbeitete Papier war Mitte November bereits an die Klubs verschickt worden. Laut Peters habe es bereits Rückmeldungen gegeben. "Ich hatte dabei aber auch das Gefühl, dass einige Vereine auch ein Stück weit der öffentlichen Diskussion Rechnung tragen wollten und sich deshalb so ausführlich zu vielen Punkten geäußert haben", sagte Peters und meinte, die "grundsätzliche Sinnhaftigkeit" eines solchen Konzepts werde "aber größtenteils" anerkannt.

Über das Konzept sollen die 36 Profiklubs in ihrer Mitgliederversammlung am 12. Dezember in Frankfurt/Main abstimmen. Das erste Positionspapier der DFL, die zuletzt intensive Gespräche mit organisierten Fan-Gruppierungen und den Sicherheitsbeauftragten geführt hat, war auf massive Kritik gestoßen. Zahlreiche Fan-Organisationen und Vereine wie Union Berlin und der FC St. Pauli hatten das Konzept abgelehnt.

Am vergangenen Spieltag hatten die Fans in fast allen Stadien der Bundesliga und 2. Liga für zwölf Minuten und zwölf Sekunden aus Protest gegen das Sicherheitskonzept "Sicheres Stadionerlebnis" der DFL geschwiegen. Nach dem Motto "Ohne Stimme - keine Stimmung" unterstrichen sie damit ihre Kritik an dem Papier. Der Protest soll auch noch an den nächsten beiden Spieltagen fortgesetzt werden.

Nach eigenen Angaben wollte der Ligavorstand durch die Veröffentlichung der konkreten Anträge am Donnerstag allen an der aktuellen Debatte interessierten Personen die Möglichkeit geben, sich ein objektives Bild zu machen. Im Sinne der Transparenz solle dieser Schritt "zu einer weiteren Versachlichung der Diskussion beitragen."

Sollte es im Dezember nicht zur Verabschiedung des überarbeiteten Konzepts kommen, könnte das Heft des Handelns bei der Gewalt-Problematik von der Politik übernommen werden. Das möchte der Verband, der das Papier nach Ablauf einer dreijährigen Frist prüfen und gegebenenfalls ändern will, weiterhin mit aller Macht verhindern.

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