15.11.12

Ex-Hertha-Profi

Alex Alves starb an seltener Knochenmarkserkrankung

Der einstige Torschütze des Jahres war am Mittwoch verstorben. Die Todesursache war jedoch nicht wie vermutet eine Leukämie-Erkrankung.

Foto: pa/Sven Simon
Alex Alves, ehemaliger Stürmer von Hertha BSC, ist gestorben
Alex Alves, ehemaliger Stürmer von Hertha BSC, ist tot

Rio de Janeiro. Der ehemalige Hertha-Stürmer Alex Alves ist nach Angaben der behandelnden Ärzte nicht an Leukämie, sondern an einer seltenen Knochenmarkserkrankung gestorben. Der 37-Jährige sei am 19. September in das Krankenhaus Amaral Carvalho in Jaú (Bundesstaat São Paulo) mit der Diagnose auf eine unter dem Namen "Hemoglobinúria Paroxística Noturna" (HPN) bekannten Erkrankung stationär aufgenommen worden. Anders als berichtet, habe es sich dabei aber nicht um Leukämie (Blutkrebs) gehandelt, wie das Krankenhaus am Mittwochabend klar stellte.

Am 5. Oktober sei eine Knochenmarkstransplantation durchgeführt worden, wobei einer von Alves' Brüdern der Spender gewesen sei. Die Transplantation sei aus medizinischer Sicht problemlos verlaufen. Bei dem Patienten seien aber bereits zuvor aufgrund der Krankheit Komplikationen unter anderem bei der Leberfunktion aufgetreten.

Das Versagen mehreren Organe habe schließlich zum Tod von Alex Alves geführt, hieß es in der schriftlichen Mitteilung weiter. Der Profi- Fußballer, der von 2000 bis 2003 für Hertha spielte, war am Mittwoch um 8.40 Uhr (Ortszeit) in der Krebsklinik gestorben.

Alves erzielte 2000 das Tor des Jahres

Alves war 2000 von Hertha für 15,2 Millionen Mark von Belo Horizonte verpflichtet worden. Diese Ablösesumme ist bis heute noch Rekord für einen Transfer bei dem Zweitligisten aus der Hauptstadt. In Erinnerung geblieben aus seiner Bundesliga-Zeit ist vor allem sein Treffer vom 30. September 2000. Im Spiel gegen den FC Köln traf er aus über 50 Metern ins Tor. Der Treffer wurde von der ARD zum Tor des Jahres gekürt.

Doch war dies einer seiner wenigen Höhepunkte in Berlin. Der Journalist Michael Jahn beschreibt Alves in seinem Hertha-Vereinsbuch ("Blau-weiße Wunder: Die Geschichte von Hertha BSC) als jemanden, der "immer wieder durch seine Eskapaden auffiel". So habe Alves ab und an das Training verpasst und kuriose Ausreden als Entschuldigung angegeben. Mal sei die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit schuld gewesen, ein anderes Mal die Schranke in der Tiefgarage.

Hertha verkaufte den Brasilianer schließlich im März 2003 für rund 500.000 Euro an Atletico Mineiro. Doch auch dort sowie bei seinen weiteren Stationen wurde der Angreifer mit dem explosiven Antritt sportlich nicht mehr glücklich.

(dpa/HA)
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