19.05.12

Kleine Fluchten

Wie eine Fabrik zum Vier-Sterne-Hotel wurde

Das Hotel Alte Ölmühle in Wittenberge ist mittlerweile ein riesiges Familienunternehmen - mit Tauchschule setzt es weiter auf die Zukunft.

Von Dolores Kummer
Foto: PR
Sonnenschein an der Elbe kann man von vielen Zimmern aus bewundern
Sonnenschein an der Elbe kann man von vielen Zimmern aus bewundern

Wittenberge. Es schnattert wie bei Nils Holgersson. Immer mehr Wildgänse kommen angeflogen, landen auf den saftig grünen Elbwiesen und fressen sich kugelrund. Sie stören sich nicht an den Radfahrern auf dem Elberadweg im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. Am Horizont erhebt sich die mächtige Silhouette der alten Industriestadt Wittenberge, die genau auf halbem Weg zwischen Hamburg und Berlin liegt. Im Jahr 1904 eröffnete hier Karl Singer sein erstes deutsches Nähmaschinenwerk, und noch 1990 wurden unter dem Namen Veritas jährlich 400 000 Maschinen produziert.

Noch älter ist die Alte Ölmühle, die Salomon Herz im Jahre 1853 gründete, es war das erste Ölhandelshaus Deutschlands, das größte in Europa. Ein riesiges Fabrikareal, das heute unter Denkmalschutz steht und neben dem Brauhaus seit 2011 ein Vier-Sterne-Hotel beherbergt. Wenn man die alte Industrieanlage betritt, ist man zunächst skeptisch. Doch dann wird man positiv überrascht. Die 58 Einzel- und Doppelzimmer sowie Appartements und Suiten in der Fabrikantenvilla sind nach modernsten Standards eingerichtet und haben einen wunderschönen Ausblick auf die Elbe. Allein dafür lohnt es sich, hierher zu fahren: gemütlich im Bett liegen und auf den Fluss schauen.

+++Mit der Gänsetour durch Alleen, Weiden und Wälder+++

+++In der Ruhe liegt die Stadt+++

Am Ufer steht der alte Saugturm, er wurde zu einem Strandcafé mit Bar auf drei Etagen ausgebaut, dort kann man bei schönem Wetter auch draußen sitzen, einen Cocktail genießen und die Sonnenuntergänge am Hafen bewundern. Das Abendessen gibt es über den Hof im Brauhaus, einem Restaurant mit Schaubrauerei, wo das HerzBräu als Pils, Spezial und Dunkel gebraut wird. Die Bierprobe ist ein Muss. Dazu isst man Bierzwiebelsuppe, Biertreber-Schnitzel und Biercreme auf Kirschragout. Natürlich hat Küchenchef Steve Güldner auch bierfreies Essen wie Saiblingsfilet auf Kräuterrisotto oder Gambas auf Tomatenbandnudeln, dazu gibt es einen Sauvignon blanc vom Weingut Moll aus der Pfalz.

Den Wein hat Lutz Lange ausgesucht, er ist Gesellschafter der Genesis GmbH, die das gesamte Areal 2007 erwarb und zuerst den mächtigen Speicher als hypermodernes Tagungszentrum ausbaute. Seitdem hat der gebürtige Perleberger mit seinen Partnern 5,2 Millionen Euro in den Ausbau der Alten Ölmühle gesteckt, nur eine Million Euro davon waren Fördermittel. "Es ist ein Lebenswerk", meint Lutz Lange, "hier war alles kaputt, wir haben nach und nach schonend entkernt und tun es noch." Ein riesiges Familienunternehmen, das auf Zukunft setzt.

Das Hotel leitet die Ehefrau Ines Lange, Objektleiter ist Sohn Jens. Er überwacht gerade den Ausbau zweier riesiger Öltanks, der eine wird im Herbst als Kletterturm eröffnet, der andere etwas später als Tauchschule. Zehn Meter tief kann man dann abtauchen. Im Hof steht eine Freilichtbühne, auf der im Sommer die Elblandfestspiele stattfinden werden - mit spanischen Nächten und Roland Kaiser. Ein Hotel-Shuttle bringt die Gäste zur nahen Schwimmhalle oder in die Salztherme Bad Wilsnack, auch eine Stadtführung in Wittenberge ist empfehlenswert.

Doch im Mittelpunkt steht der Elberadweg, der direkt am Haus vorbeiführt. Die beliebteste Tour geht von Wittenberge ins Storchendorf Rühstädt. Man kann sich mit dem hauseigenen Boot hinschippern lassen und dann die 15 Kilometer zurück radeln oder eine größere Rundtour durch die Wiesen fahren, auch mit dem hoteleigenen Elektrobike - manchmal bläst auf dem Deich eine steife Brise, dann kann ein bisschen Trethilfe nicht schaden.

Außer Gänsen gibt es noch andere Vogelarten auf Elbwiesen und in Auenwäldern zu beobachten, Zwerg- und Singschwäne, Kraniche und natürlich Seeadler, die hier reichlich Beute machen. Kaum ist man 50 Meter weg vom Deich, findet man nicht nur unberührte Natur, sondern auch ein ruhiges Plätzchen zum Picknicken. Im Storchendorf Rühstädt dreht sich dann alles um Meister Adebar, 25 der 33 Storchenpaare waren bereits Ende April auf ihren Nestern, es klappert und schnäbelt überall. Rühstädt hat ein Storcheninformationszentrum, Storchensouvenirs und -erlebnisführungen - auch mit GPS und Aussichtsplattformen für Fotofreunde. Sehenswert ist außerdem der verwunschene Schlosspark von Rühstädt mit seinen alten Bäumen und der Postsäule. Wer auf dem Elberadweg weiterfährt, erreicht nach 25 Kilometern das hübsche Städtchen Havelberg.

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