Reise

Wie einst der Adel – Urlaub auf der Insel Lošinj

Liebes Hotelteam,


es ist immer wieder spannend, im Urlaub zum ersten Mal das Hotelzimmer zu betreten. Entspricht es den Vorstellungen? Wie ist es eingerichtet, wie der Ausblick? Und jetzt, nach dieser kurzen Reise – meinem ersten Urlaub in Kroatien – habe ich wirklich das Bedürfnis, Ihnen diese Zeilen in Ihr Gästebuch zu schreiben: Danke für diese Tage. Mir hat besonders die gelungene Verbindung zwischen alter Tradition und modernem Service des Hotels gefallen. An vielen Stellen trifft man auf die Geschichte des Hotels, dessen österreichisch-ungarische Vergangenheit.

Es macht einfach Spaß, bei ­allem Service und zeitgemäßem Komfort über die Anfänge der ­Anlage informiert zu werden, wie zum Beispiel den Wiener Architekten Alfred Keller, der 1912 die Villa Alhambra entwarf. Sehr geschickt, wie dieser schöne Altbau mit dem Neubau verbunden und dadurch die herrliche Terrasse geschaffen wurde. Das abendliche Essen wurde untermalt durch die leise Musik eines Klavierspielers, dazu die raffinierten Beleuchtungen der Außenanlage und der Uferpromenade, der Blick auf das blaue Meer und den gegenüberliegenden dunklen Kiefernwald – was für eine Kulisse.

Bei einem Spaziergang um die kleine Bucht am Hotel kann man sich sehr gut vorstellen, warum die ­österreichisch-ungarische Regierung schon zum Ende des 19. Jahrhunderts dieses Fleckchen Erde zum natürlichen ­Erholungsgebiet erklärt hatte. Die Mischung aus Salzluft und dem starken Duft der Kiefern wirkt beinah betörend und riecht geradezu gesund. Und nach dem Spaziergang folgt natürlich noch ein Bad in der schönen Čikat-Bucht mit ihrem klaren blauen Wasser.

Den Badebereich haben Sie wirklich toll gestaltet, und weil nur Hotelgäste Zugang zum Strand haben, ist er natürlich nicht überfüllt. Delikat die Drinks und kleinen Snacks, die Sie dort anbieten. Ein guter Service für den Gast, der einfach mal ein paar ruhige Tage ausspannen möchte. Überhaupt – diese Ruhe nachts in der kleinen malerischen Bucht. Einmal habe ich zu später Stunde auf dem Balkon gestanden und die wenigen dümpelnden Segel- und Ruderboote betrachtet, dem leichten Rauschen des Waldes zugehört und die funkelnden Sterne der dunklen Nacht bestaunt. Gut hat mir Ihr "Dine Around" Konzept gefallen. So konnte man als Gast mal eines Ihrer anderen Häuser und Restaurants erleben. Gute Idee, denn die Speisekarte wird um einiges verlängert und der abendliche Heimweg zum eigenen Hotel sorgt für eine gesunde Variante. Fisch dekoriert mit essbaren Blüten – das habe ich selten so häufig erlebt. Und einen Vorspeisenteller in Form eines großen Ringes habe ich noch nie gesehen. Es ist also immer mal wieder gut, über den Tellerrand des Reisens zu schauen.


Ihr Conrad Bauer-Schlichtegroll

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.