09.07.11

Kleine Fluchten

Rügen: Abschlag hoch über der Ostsee

Hotel Schloss Ranzow in Lohme liegt am Nationalpark Jasmund und wird bald ein echtes Golfhotel sein

Von Dolores Kummer
Foto: Leiser

Logenplatz an der Kreideküste: In sieben Jahren wurden das Schloss und das Anwesen wiederhergerichtet.

4 Bilder

Ein kleiner Hauch von Luxus weht über das nordöstliche Rügen. Das neu eröffnete Hotel Schloss Ranzow thront auf einem Hügel, in Alleinlage, hoch über der Ostsee. Ein kleines, aber feines Anwesen mit einem hübschen weißen Turm, sechs luxuriösen Schlosssuiten und einer Golfakademie. Die Aussicht ist atemberaubend. Weit unten liegt das alte Fischerdorf Lohme, dahinter das Kap Arkona, und links am Horizont sieht man sogar den Leuchtturm von Hiddensee. Die wohl schönsten Sonnenuntergänge der Insel kann man hier direkt vom Bett aus verfolgen.

"Natürlich geht das auch auf der Terrasse mit einem guten Glas Wein", sagt Hoteldirektor Dr. Thomas Gelshorn, und seine Stellvertreterin Julia Kasiske probiert gleich mal die neuen Sessel aus. Alles ist noch ganz frisch.

Vor einer Stunde kam ein Transporter den Berg heraufgeschnauft, brachte die nagelneuen Terrassenmöbel. Alle Mitarbeiter packten plötzlich Pakete aus. Cremefarbene Kissen, dunkelbraune Korbliegen, modern und geschmackvoll wie die gesamte Einrichtung des Hauses.

Der kleine gelbe Golfer am Eingang, ein Kunstwerk von Franz Leinfelder, drehte sich dabei fröhlich im Wind. "Golfen soll einmal das zentrale Thema des Hauses werden", sagt Dr. Gelshorn, "der 18-Loch-Course wird aber erst 2013 ganz eingerichtet sein." Doch schon jetzt kann man auf der Driving Range mit dem Leuchtturm als Fernziel abschlagen. Die Pitching Area und das Putting Green warten bereits. Dazu gibt es drei bespielbare Übungsbahnen.

Ab August steht auch der gesamte Wellnessbereich zwischen dem Schloss und den schon fertigen 14 Appartements bereit, mit Finnischer Sauna, Biosauna, Dampfbad und Beautyanwendungen.

Noch ist es ruhig auf dem Hügel, viele wissen noch gar nicht, dass Hotel und Restaurant seit Mai geöffnet sind. Der Wind streicht sanft über die alten Buchen. "Hier beginnt der Nationalpark Jasmund", sagt Julia Kasiske, "wir haben gleich hinter uns den Wald, wo man wunderbar zum Königsstuhl wandern kann. Das sind nur 2,5 Kilometer. In Ranzow ist auch ein kleiner Lippizanerhof, man kann also auch reiten und natürlich Fahrräder ausleihen."

Urkundlich erwähnt wurde Ranzow erstmalig 1314, vom 16. Jahrhundert an war es ein Gut der Familie Jasmund bis ins Jahr 1900, als Paul von Bötticher hier ein Herrenhaus errichteten ließ. Schon 1904 kaufte es Franz Sam Galli, dann noch im selben Jahr der Berliner Kaufmann Philipp Isaacsohn. In den letzten Kriegsjahren diente das Haus dem deutschen Militär als Flugbeobachtungsstation. 1945 hat man das Land enteignet und Flüchtlinge einquartiert. Doch die Lage war militärisch zu exponiert, so wurde das Anwesen von 1950 bis 1992 von der Sowjetarmee genutzt.

"Dementsprechend sah es aus", sagt Dr. Gelshorn, "die Räume waren mit grüner Lackfarbe gestrichen, es standen jede Menge Baracken, Schuppen und Gerümpel hier rum. Als wir 2004 mit der Sanierung anfingen, hatten wir durchgebrochene Dächer und Decken vor uns." Von da bis zur Solaranlage auf dem Dach und der Versorgung mit Fotovoltaik war es ein sehr weiter Weg, auch bürokratisch.

Umso mehr kann man das Innenleben des Schlosses jetzt bewundern: Die hölzernen Kassettendecken, das feine Parkett, die kleine Hochzeitskapelle mit der Deckenbemalung. Die Räume sind exklusiv eingerichtet, mit feiner Wäsche, modernen Armaturen. Jedes Zimmer hat ein eigenes Kunstwerk an der Wand, die meisten sind von Dieter Mollenhauer aus Rügen. Die Wände des Restaurants schmückt ein goldfarbenes Relief, das die Seeschlacht vom 8. August 1715 an der Tromper Wieck darstellen soll. Der Schwedenkönig Karl III. soll vom Königsstuhl aus die Schlacht verfolgt haben. Dabei warf die dänische Flotte die Schweden an diesem Tag bis nach Bornholm zurück.

Wenn die Gäste unter diesem imposanten Bild speisen, tischt Küchenchef Mirko Seeck Deftiges und Feines auf. "Wir wollen hier etwas Exklusives, qualitativ Hochwertiges bieten, aber nicht mit zu viel Chichi", so der Chefkoch, "mein Ziel sind 60 bis 70 Prozent Bioprodukte, vor allem aus der Region. Wir bekommen zum Beispiel Fleisch und Käse vom nahen Hofgut Bisdamitz, die Eier aus Poseritz und das Gemüse aus Garz."

Der gebürtige Schwabe wird sicher auch die eine oder andere Finesse aus Südbaden oder dem Elsass beisteuern, obwohl er schon 14 Jahre auf Rügen wohnt. Auch aus der hauseigenen Patisserie und dem schönen Weinkeller darf man einiges von ihm erwarten. Täglich von 12 bis 22 Uhr ist das Restaurant auf Schloss Ranzow geöffnet.

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