Kleine Fluchten: "Hotel Ambiance" in Sellin auf Rügen

Ein Bummel-Tunnel verbindet die Villen

Zum Wellnessprogramm gehören Ganzkörpermassagen und Moorpackungen.

Da zieht man seine Bahnen im Lagunenbad und traut seinen Augen nicht. Hat doch der Schöpfer des Wandgemäldes seinen Pinsel "vergessen". Im Bistro geht es einem ähnlich. Hier hat der Künstler auf der Brüstung mit Ausblick zur Kreideküste eine Flasche Rotwein samt Glas stehen lassen. Die Trompe-l'oeil-Maltechnik lässt den Betrachter zufrieden lächeln. Wo immer sich der Gast aufhält, spürt er die Sinnlichkeit, die das "Hotel Ambiance" im Ostseebad Sellin auf Rügen versprüht - ein exklusives Ambiente verbunden mit legerer Lebensart.

Schon auf der Hinfahrt, biegt man vom Rügendamm rechts ab, nimmt einen die Deutsche Alleenstraße gefangen. Sie zieht sich über kleine Ortschaften bis Sellin. Unbeschreiblich anmutig am Abend, wenn die stolzen weißen Gebäude der Stadt Putbus fürstlich erstrahlen, als ob sie in südlichen Gefilden beheimatet seien. In Sellins Wilhelmstraße reiht sich ein Prachtbau aus der Zeit der vorigen Jahrhundertwende an den anderen. Kurz vor der Seebrücke, die allein schon sehenswert ist, laden fünf unter Denkmalschutz stehende Bauten, davon vier Villen im Stil der wilhelminischen Bäderarchitektur, zum Verweilen ein. Unter dem Namen "Hotel-Park Ambiance" sind Sella, Vineta, Rugia, Marina und dazwischen das finnische Blockhaus Finja unterirdisch durch einen Gang verbunden. Ein Gang, der dank der ausgestellten Kunstobjekte zur Galerie und Flaniermeile wird. Über ihn erreicht man auch die Badelandschaft mit Sauna, Dampfbad, zwei Whirlpools, Erlebnisduschen, Fitnessraum sowie Beauty-, Bäder- und Massage-Etage.

55 individuell und elegant eingerichtete Zimmer und Suiten mit sonnigen Balkonen und Loggien stehen zur Wahl. Warme wohnliche und fröhlich helle Farben zaubern eine gemütliche private Atmosphäre. Direktor und Küchenchef in Personalunion ist der 1961 in Berlin geborene Stefan von Heine. Sein Haus wurde vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DeHoGa) Mecklenburg-Vorpommern mit vier Sternen klassifiziert, auch die Küche wurde mehrfach ausgezeichnet. Stefan von Heine hat sich der Philosophie verschrieben, das Beste von Rügen müsse in seinem Restaurant "Ambiance" auf den Tisch. Exakt beschildert, kann man gleich beim Frühstücksbuffet regionale Spezialitäten wie Sanddorn-Gelee, Rügener Gänseschmalz, Rügener Leberwurst, Rügen-Salami und Milchprodukte von der Molkerei in Poseritz genießen. Das setzt sich im "Bistro" fort, wo man ab zwölf Uhr mittags leichte Gerichte bekommen kann. Wer bis dahin noch nicht überzeugt sein sollte, bestelle am Abend als Vorspeise geräucherte Entenbrust, als Hauptgang Fisch. Da bieten sich Boddenzander an oder Barsch. Den Fisch bezieht der Chef von Fisch Peters aus Polchow, Wurst und Fleisch von der Landschlachterei Gardemow, den Käse vom Bio-Hofgut Bisdamitz. Herr von Heine gehört der Prüfungskommission Rügen-Produkte-Verein e.V. an, die das Qualitätssiegel "Das Beste von Rügen" bereits 19 Mal vergeben hat. Bei der Ente gerät der Chef selber ins Schwärmen über die absolut gleichmäßige dünne Fettschicht, die schöne Fleischfaserung und das sehr zarte Fleisch mit richtig schönem Enteneigengeschmack. Auf dem Bauernhof von Susanne und Holger Kliewe in Mursewiek wachsen die Landenten auf, die dem Ehepaar eine Urkunde eintrugen. Zu den Gerichten werden ausgesuchte Weine empfohlen, wobei man manch guten Tropfen ausfindig machen kann. Die kuschelige Kamin-Ecke und der erfahrene Service verführen zum Bleiben. Zum Wohlfühlen und zur Bereicherung der Sinne ist der Hotel-Park - Mitglied der Wellness-Hotels Deutschland - wie geschaffen. Die Anwendungen reichen von der Fußbehandlung bis zur zweistündigen Ganzkörpermassage mit ayurvedischem Königsöl, von Moor-, Kreide-, Algenpackungen bis Farblicht- und energetischer Aloe-Vera-Therapie.