Stormarn
Kommunalpolitik

Glinder Schulfusion: Möbelpacker für 500.000 Euro

Seit Beginn der Diskussion um die Schulfusion bekommen Befürworter immer wieder Gegenwind für ihre Pläne

Foto: Isabella Sauer / HA

Seit Beginn der Diskussion um die Schulfusion bekommen Befürworter immer wieder Gegenwind für ihre Pläne

Politiker beschließen Zusammenlegung der Gemeinschaftsschulen Wiesenfeld und Sönke-Nissen. Elterninitiative will das verhindern.

Glinde.  Die Glinder Stadtvertreter haben sich, wie erwartet, erneut für die Fusion der Gemeinschaftsschulen Wiesenfeld und Sönke-Nissen zum Sommer 2018 ausgesprochen. Der Beschluss beinhaltet einen Umzug der Wiesenfelder ins Schulzentrum am Oher Weg. Das dort ansässige Gymnasium erhält dafür deren Räume am Holstenkamp.

Umbauten an den beiden Standorten werden erst zu einem späteren Zeitpunkt verwirklicht. Vorerst sind also nur die Möbelpacker gefragt. Allein das kostet Glinde bis zu 500.000 Euro. Es sei denn, eine Elterninitiative erreicht ihr Ziel und stoppt das Projekt.

Verwaltung erstellt gerade ein Konzept für den Umzug

Glindes Bürgermeister Rainhard Zug ist ein Befürworter der Fusion. Er sagt: "Ich hätte mir die Zusammenlegung allerdings zum August 2019 oder 2020 gewünscht." In den kommenden 15 Monaten werde man baulich keine großen Sachen umsetzen können. Die Verwaltung ist gerade dabei, ein Konzept für den Umzug im kommenden Jahr zu erstellen. "Wir haben uns Beispiele in anderen Kommunen angeschaut, liegen geschätzt zwischen 300.000 und 500.000 Euro", sagt Zug.

Um die Wünsche der Schulen zu erfüllen, müsste Glinde bei späteren Umbauten tief in die Tasche greifen. Inklusive Schadstoffsanierung wären das bis zu 17 Millionen Euro. Die Kosten werden auf mehrere Jahre verteilt. Das gilt auch für den Fall, dass die Politik beim Anforderungskatalog der Bildungseinrichtungen abspeckt.

Politiker wollen Ungerechtigkeiten beseitigen

Die Schulfusion beschäftigt Glinde seit Jahren. Sie wurde im November 2015 beschlossen und zwölf Monate später der Zeitpunkt festgelegt. Im vergangenen Februar wurde der Beschluss aufgehoben, weil sich Wiesenfelder Schüler bei der Kommunalaufsicht des Kreises wegen mangelnder Beteiligung beschwert hatten. Die Jungen und Mädchen wurden inzwischen angehört.

Glindes Politiker wollen mit der Fusion Ungerechtigkeiten beseitigen. Die Sönke-Nissen-Schule ist weniger beliebt, weil sie keine Oberstufe hat. Dafür musste Wiesenfeld in den vergangenen Jahren Schüler wegen der hohen Nachfrage ablehnen. Eine Interessengemeinschaft, bestehend aus Eltern der Wiesenfelder Bildungseinrichtung, startet nun ein Bürgerbegehren gegen die Zusammenlegung. Sie will die Bevölkerung am heutigen Sonnabend ab 8 Uhr auf dem Marktplatz über ihr Anliegen informieren. "Die Sönke-Nissen-Schule ist sehr froh über den Beschluss. Ich verlange von den Wiesenfeldern, dass sie sich der Realität zuwenden. Der Streit wird auf dem Rücken der Schüler ausgetragen", sagt Jan Schwartz, Ortsvorsitzender der Grünen.

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