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Baustelle

Reinbeks 45-Millionen-Euro-Wohnprojekt

So soll das Quartier Schröders Koppel nach der Fertigstellung Ende 2019 aussehen. Das Areal ist mit einer Ringstraße versehen und über den Oher Weg mit dem Auto zu erreichen

Foto: Kai Dusenschön

So soll das Quartier Schröders Koppel nach der Fertigstellung Ende 2019 aussehen. Das Areal ist mit einer Ringstraße versehen und über den Oher Weg mit dem Auto zu erreichen

In Neuschönningstedt entsteht ein neues Quartier mit 230 Einheiten für Jung und Alt. Erster Bauabschnitt soll im Herbst fertig sein.

Reinbek.  Auf dem vier Hektar großen Areal zwischen Oher Weg und der Kreisstraße 80 im Reinbeker Stadtteil Neuschönningstedt stehen drei mächtige Baukräne, Dutzende Sandhügel sind über dem früheren Acker verstreut. Rund 50 Handwerker arbeiten schon am frühen Morgen. Die ersten beiden Gebäude sollen in sieben Wochen fertiggestellt sein. Es sind Musterhäuser. Sie geben einen Vorgeschmack auf das, was hier noch bis Ende 2019 entsteht: 230 Einheiten, die sich in 160 Mietwohnungen, 30 davon öffentlich gefördert, 40 Eigentumswohnungen, Doppelhaushälften, Reihen- sowie Atriumhäuser gliedern. Es ist das größte Bauprojekt der Stadt mit einem Investitionsvolumen von rund 45 Millionen Euro.

Hinter dem neuen Quartier mit dem Namen Schröders Koppel stehen Landwirt Kai Dusenschön (43), der die Fläche jahrelang gepachtet hatte , und Grundstücksbesitzer Hauke Schröder (49). Beide wohnen nur einen Steinwurf entfernt und haben eine Erschließungsgesellschaft gegründet. Nachdem das Projekt bei der Politik auf große Zustimmung gestoßen und der Bebauungsplan abgesegnet war, ging es im Juni vergangenen Jahres los. Und sofort war Nachbarschaftshilfe gefragt. "Anwohner haben uns zu Beginn Strom und Wasser geliefert", sagt Dusenschön. Auch ein Indiz, dass das Vorhaben in der Bevölkerung angenommen wird.

Bürgermeister Björn Warmer spricht von "Vorzeigeprojekt"

Ursprünglich waren zehn Millionen Euro weniger Ausgaben geplant. Dann aber wurde die Zahl der Wohneinheiten von 201 aufgestockt, "weil der Bedarf an Zwei- und Dreiraumwohnungen so groß ist", sagt Schröder. Zusätzlich kam noch eine Tiefgarage mit 38 Stellplätzen ins Spiel, die auch über Fahrstühle in mehrere Gebäude führt. Alle Häuser verfügen über den Energiestandard KFW 55 und sind verklinkert, werden mit Erdwärme versorgt. Dazu waren 285 Bohrungen in je 75 Meter Tiefe nötig.

Zudem legen die Stadtwerke Geesthacht Glasfaserkabel direkt in die Häuser. Für schnelles Internet ist also gesorgt. Ein netter Randaspekt. Viel wichtiger ist aber die Tatsache, dass die beiden Investoren mit dem Quartier alle Bevölkerungsgruppen ansprechen. Bürgermeister Björn Warmer spricht von einem "Vorzeigeprojekt", dessen höchste Gebäude vier Geschosse plus Staffelgeschoss haben. Dazu gibt es viel Grün sowie drei Spiel- und Gemeinschaftsplätze. Um auf Nummer sicher zu gehen, dass die hohen Bäume nahe der K 80 erhalten bleiben, haben die beiden Investoren dem Kreis eine 7000-Quadratmeter-Fläche abgekauft.

Die Stadt hat Belegungsrecht bei den Sozialwohnungen

Im Spätherbst dieses Jahres soll der erste Bauabschnitt mit Reihen- und Atriumhäusern abgeschlossen sein, der zweite beginnt Mitte 2017. Er umfasst 70 Miet- und 24 Eigentumswohnungen. Die dritte und letzte Phase startet laut Plan ein Jahr später. In der kommenden Woche fängt der Verkauf an. Diesen Part übernimmt die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg. Die ersten Mietwohnungen – sie haben zwei bis vier Zimmer und sind zwischen 50 und 130 Quadratmeter groß – sollen im Herbst vergeben werden. Die Preise liegen bei rund zehn Euro kalt pro Quadratmeter, bei den Sozialwohnungen sind es 5,80 Euro.

Für die öffentlich geförderten Einheiten hat die Stadt Belegungsrecht. "Sie schlägt uns immer drei Interessenten vor, wovon wir uns dann einen aussuchen", sagt Dusenschön. Ein Haus mit 14 Mietwohnungen wollen er und Schröder an eine Firma verkaufen, die übrigen werden sie sich aufteilen und im Bestand halten. Wenn das Projekt Ende 2019 abgeschlossen ist, werden im neuen Reinbeker Quartier bis zu 700 Menschen leben.

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