Stormarn
Rechtsextremismus

Kripo ermittelt nach rassistischen Parolen in Glinde

In der Nacht von Montag, 21. September, auf Dienstag entstanden in Glinde zahlreiche Schmierereien mit rassistischem Hintergrund

Foto: Hans-Jürgen Neff / HA

In der Nacht von Montag, 21. September, auf Dienstag entstanden in Glinde zahlreiche Schmierereien mit rassistischem Hintergrund

Täter sprühten rechtsextreme Symbole in der Nähe von Flüchtlingsheim an Wände. Tätern droht Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

Glinde.  Rassistische Parolen und rechtsextreme Symbole sind in Glinde von bisher unbekannten Tätern auf Verkehrszeichen, Verteilerkästen, auf eine Sitzbank und direkt auf eine Straße gesprüht worden. Die Kripo ermittelt die Hintergründe der Tat, die in der Nacht von Montag, 21. September, auf Dienstag, 22. September, verübt wurde.

Die Täter brachten ihre fremdenfeindlichen Botschaften in der Nähe von Flüchtlingsunterkünften großflächig auch auf Wände auf. "So etwas ist hier zum letzten Mal vor einem Jahr passiert", sagt Hans-Jürgen Neff. "Die aktuellen Ereignisse haben aufgrund der Nähe zu den Flüchtlingsheimen aber noch einmal eine andere Qualität." Der Jurist gründete 2014 die Initiative "Aktion Menschlichkeit und Toleranz" (M.u.T.) . Sie ist die zweite ihrer Art, die in Glinde gegen rechte Gesinnungen vorgeht.

Einer Schülerin ist es zu verdanken, dass die Schmierereien nur einige Stunden lang sichtbar waren. "Um 7.40 Uhr hat uns eine 17-Jährige kontaktiert", sagt Neff. "Sie hat die Parolen auf ihrem Schulweg entdeckt." Rund eine Stunde später habe Neff Glindes Bürgermeister Rainhard Zug darüber in Kenntnis gesetzt. "Mittags waren alle Schmierereien weg", sagt Neff und ergänzt: "Es ist schön, wenn man sich auf andere verlassen kann und ein Rad ins andere greift."

Wer weitere rassistische Schmierereien in Glinde entdeckt, kann diese melden

Wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung und Volksverhetzung ermittelt nun die Polizei. Den Tätern droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. "Hinweise gibt es noch nicht", sagt Holger Meier von der Polizeidirektion Ratzeburg. Wer in Glinde Schmierereien mit fremdenfeindlichen Äußerungen oder rechtsextremen Symbolen entdeckt, kann diese per E-Mail der Aktion Menschlichkeit und Toleranz unter der Adresse stoert-mich@in-glinde.de melden.

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