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Glinde

Glinder Togohof wird für Flüchtlinge aus Libyen saniert

Die Stadt Glinde renoviert zurzeit für rund 20.000 Euro den Togohof, damit dort elf Afrikaner eine Bleibe finden können, die während des libyschen Bürgerkrieges die Flucht ergriffen hatten.

Glinde. Die Afrikaner waren nach Italien geflüchtet, dann über Hamburg nach Glinde gekommen (wir berichteten). Zunächst waren alle Flüchtlinge in der Glinder Moschee untergekommen. Sechs von ihnen leben immer noch dort, fünf sind zurzeit in einem Reihenhaus im Stadtteil Wiesenfeld untergebracht, das der Stadt gehört. Einer der Flüchtlinge ist inzwischen EU-Bürger, weil er mit einer Rumänin verheiratet ist. Er ist aus der Moschee ausgezogen.

Nach dem Plan der Stadt Glinde sollen die sechs Männer aus der Moschee und die fünf aus dem städtischen Haus nun im Togohof untergebracht werden – einer Unterkunft, in der auch acht Obdachlose leben. Dafür wird der Togohof renoviert und umgebaut. "Die Flüchtlinge werden im unteren Teil des Gebäudes leben, die Obdachlosen im oberen. Es wird getrennte Eingänge geben", sagt Glindes Bürgermeister Rainhard Zug. Außerdem würden die Räume gereinigt und neu gestrichen. Zudem soll das Untergeschoss des Togohofes eine neue Küche bekommen. Wie Zug sagt, werde die Ausgabe aus dem laufenden Haushalt der Stadt bezahlt. Ein Beschluss der Stadtverordneten sei nicht notwendig.

Ungeklärt bleibt weiterhin der Aufenthaltsstatus der Männer, die als Wanderarbeiter nach Libyen kamen und im Mai dieses Jahres in die Glinder Moschee zogen. Der Hornbeker Rechtsanwalt Burkhard Peters, der auch Landtagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen ist, hat sich der Sache angenommen. Für die Flüchtlinge hat er bei der Ausländerbehörde des Kreises in Bad Oldesloe einen Antrag auf befristete Aufenthaltserlaubnis hilfsweise einer Duldung gestellt. Eine Entscheidung gibt es aber noch nicht. Dazu die zuständige Fachbereichsleiterin Anja Kühl: "Wir haben leider noch nicht die vollständigen Angaben zu den Personalien, die wir brauchen. Deshalb geht es nicht voran." Die Männer hätten zurzeit keinen Aufenthaltstitel. Anja Kühl: "Sie werden geduldet."

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