Stormarn
07.02.13

Ahrensburg

Lärmschutz am Ostring kommt später

Anwohner in Großhansdorf und Ahrensburg müssen bis 2014 mit Straßengeräuschen leben. Grund für den Verzug sei der Regierungswechsel in Kiel.

Von Claas Greite
Foto: Birgit Jaklitsch
Großhansdorf Sieker Landstraße Ostring Lärmschutz
Hans Henning Offen lebt in Großhansdorf an der Sieker Landstraße. Der Ostring ist von seinem Garten aus gut sicht- und hörbar. Die geplante Lärmschutzwand würde den roten Lkw verdecken

Ahrensburg. Bürger von Ahrensburg und Großhansdorf, die in der Nähe des Ostrings wohnen, werden ein weiteres Jahr auf einen besseren Lärmschutz warten müssen. Die Erweiterung einer vorhandenen und der Bau einer neuen Lärmschutzwand waren für dieses Jahr angekündigt - nun verschiebt sich beides auf 2014. Das sagt Britta Lüth, stellvertretende Leiterin der Lübecker Niederlassung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV), auf Abendblatt-Anfrage. Der LBV Lübeck ist für den Bau zuständig.

"Ursprünglich stand der Ausbau im Landesverkehrswegeplan für 2013. Mit dem Regierungswechsel ist dieses Programm zurückgestellt worden", so Britta Lüth. Beim LBV rechne man aber damit, dass es mit einem Jahr Verzögerung losgehen kann. "Für 2014 sind Mittel im Haushalt eingestellt."

Geplant ist, dass die 200 Meter lange Lärmschutzwand, die auf Ahrensburger Seite an der Auffahrt zum Ostring steht, von derzeit zwei auf 2,50 Meter erhöht wird. Außerdem wird sie um 170 Meter in Richtung Nord-Osten verlängert. Die lärmgeplagten Anwohner, die südlich des Ostrings in Großhansdorf leben, sollen ebenfalls eine Lärmschutzwand bekommen. Sie soll drei Meter hoch und 336 Meter lang sein. Von der Auffahrt zum Ostring wird sie bis kurz hinter die Straße Lurup führen.

Einer der Anwohner, die von der Verbesserung profitieren sollen, ist Hans Henning Offen, der an der Sieker Landstraße wohnt. Vom hinteren Teil des Gartens aus kann er den Ostring gut sehen - und vor allem hören. "Zur Hauptverkehrszeit ist die Belastung besonders hoch, und sie steigt immer weiter", sagt der Pensionär. Diesen Teil des Gartens könne er kaum nutzen - ein Schicksal, das er mit Ulrich Thorban teilt, der nördlich des Ostrings, an der Kleistallee in Ahrensburg, wohnt.

Auch die Ahrensburgerin Heike Schmid, ihr Haus steht an der Yorckallee, leidet unter dem Lärm. "Die Straßengeräusche haben mich immer geplagt, besonders nachts. Deswegen haben wir Schallschutz-Fenster eingebaut", sagt sie. Stark betroffen ist auch Alexandra Heymann, die gemeinsam mit ihrer Mutter in Großhansdorf lebt. Ihr Haus steht an der Straße Lurup - 50 Meter vom Ostring entfernt. "Es ist eigentlich immer laut. Wenn ein Lastwagen vorbeifährt, klirren die Fenster in den Vitrinen."

Dass der Lärmschutz nun später kommt, ist für Heymann eine "schlechte Nachricht". Hans Henning Offen nennt es "etwas enttäuschend" - er hatte sich schon seit Jahren für einen besseren Lärmschutz eingesetzt. Schließlich hätten die Anwohner einen rechtlichen Anspruch darauf. Eine Messung im Jahr 2004 ergab tatsächlich, dass im Bereich vieler Häuser die zulässigen Werte von 64 Dezibel am Tag und 54 Dezibel in der Nacht überschritten werden. Schon der Planfeststellungsbeschluss für den Ostring aus dem Jahr 1984 sieht vor, dass das Land den Lärmschutz erweitern muss, sollten die Grenzwerte raufgesetzt werden. Das passierte 1990. Schon seit damals besteht also Handlungsbedarf.

Doch die Planung verzögerte sich immer wieder. Der Beschluss kam schließlich im April 2011, nach einer Bürgerbeteiligung. Der Baubeginn wurde für 2013 avisiert. Jetzt wird er wieder später - und Hans Henning Offen und seine Frau Brigitte werden von der Schallbarriere wohl nichts mehr haben. Ihr Haus steht zum Verkauf. "Wir wollen uns verkleinern, die vier Kinder sind aus dem Haus", sagt Offen. Für Patienten und Personal der Park-Klinik Manhagen, die auch an der Sieker Landstraße liegt, wird sich nichts ändern. Denn ihr Gebiet wird durch die neue Lärmbarriere nicht geschützt. Ein neuer Gebäudeflügel, dessen Fenster zum Ostring hin zeigen, wurde erst 2008 bis 2010 gebaut - lange nach dem Bau des Ostrings, der Mitte der 80er-Jahre realisiert wurde. Einen Rechtsanspruch auf Lärmschutz gab es deshalb im Fall der Klinik nicht. Doch die Planer sorgten selbst dafür: "Wir haben spezielle Fenster eingebaut, die Fassade hat eine Spezialschicht bekommen", sagt Geschäftsführer Christian Rotering.

Britta Lüth rechnet damit, dass es im Frühjahr 2014 am Ostring losgehen kann. Zurzeit arbeite man an der Detailplanung. Danach werde der LBV den Bau ausschreiben. Während der mehrmonatigen Bauphase werde es Einschränkungen für den Verkehr geben.

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