22.02.13

Studium

Erleichterung: Uni Flensburg behält Lehrerausbildung

1400 Studienplätze standen zuletzt auf der Kippe. Nun einigten sich Universitätspräsident Reinhart und Bildungsministerin Wende.

Foto: picture alliance / dpa/dpa
Schon im vergangenen Jahr protestierten Studenten und Professoren gegen geplante Einsparmaßnahmen. Jetzt macht die Regierung Ernst
Mehrfach hatten Studenten für den Erhalt der Universität demonstriert, so wie hier im Mai 2010. Nun kam es zur Einigung zwischen Universitätspräsident Reinhart und Bildungsministerin Wende

Flensburg. Nach der Einigung mit dem Kieler Bildungsministerium herrscht Erleichterung an der Universität Flensburg. Die Hochschule betrachte die Einigung als Bestätigung, sagte Sprecherin Kathrin Fischer am Freitag. "Wir sehen unser Flensburger Modell der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung aufgewertet. Davon wird das gesamte Land Schleswig-Holstein profitieren." Ministerin Waltraud Wende (parteilos) und Universitätspräsident Werner Reinhart hatten am Donnerstag in mehreren Eckpunkten unter anderem festgehalten, dass alle Lehramtsfächer an der Uni erhalten bleiben.

Im Zuge der Reform der Lehrerausbildung in Schleswig-Holstein hatte die Flensburger Hochschule befürchtet, zum Verlierer zu werden und 1400 Studenten zu verlieren.

Laut Ministerium soll die Uni "in einer nennenswerten Anzahl der Fächer" künftig auf dem Niveau Sekundarstufe II ausbilden. Welche Fächer dies sein sollen, werde noch geklärt. Die Universität werde außerdem im Bereich der Sekundarlehrerausbildung ein Profil mit dem Schwerpunkt Gemeinschaftsschulen ausbilden. Alle Studenten könnten ihre Ausbildung wie geplant abschließen.

Wende zeigte sich zufrieden: "Wir sind mit diesen Ergebnissen ein gutes Stück auf dem Weg vorangekommen, die Lehramtsausbildung in Schleswig-Holstein an dem tatsächlichen Bedarf des Landes auszurichten." Auch Reinhart zeigte sich erfreut: "Die Einigung, die wir erzielt haben, ermöglicht es der Universität Flensburg, ihre Kern-Kompetenzen zu bewahren und einige ihrer Stärken auszubauen."

Nach Angaben des Ministeriums steht mit der Einigung fest, dass es in Schleswig-Holstein zukünftig Primarstufen-, Sekundarstufen- und Inklusionslehrer geben wird. Kiel werde den Sekundarlehrer II ausbilden, der an Gemeinschaftsschule und Gymnasium einsetzbar sei. Flensburg werde den Primarlehrer, den Sekundarlehrer I und II und die Inklusionslehrer ausbilden.

Der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Landtag, Rasmus Andresen, begrüßte die Einigung: "Flensburgs Profil als Gemeinschaftsschule-Universität wird weiter gestärkt. Dieser Tag ist ein guter Tag für das Lehramt in Schleswig-Holstein."

CDU-Hochschulexperte Daniel Günther übte dagegen Kritik: "Wendes Konzept kann nur dann funktionieren, wenn die Lehrkapazitäten in Flensburg massiv aufgestockt werden. Das allerdings würde erhebliche zusätzliche Kosten verursachen." Die schulartbezogene Lehramtsausbildung in Schleswig-Holstein solle erhalten bleiben.

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