09.01.13

Hamburg und Schleswig-Holstein

Kieler Minister: Hamburg muss in Zusammenarbeit auch geben

Der Streit um die Windmesse überschattet die Zusammenarbeit beider Länder. Davon abgesehen sei die Kooperation gar nicht schlecht.

Von Eckart Gienke
Foto: dpa
Unternehmerverbände prognostizieren wirtschaftliche Abkühlung
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) in Hamburg auf der Pressekonferenz zur Jahresauftaktveranstaltung der UV Nord neben Michael Thomas Fröhlich, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein (UV Nord). Die Unternehmerverbände rechnen mit einer spürbaren wirtschaftlichen Abkühlung im ersten Halbjahr 2013

Hamburg. Die Qualität der norddeutschen Zusammenarbeit wird von Wirtschaft und Politik unterschiedlich eingeschätzt. Die Unternehmen im Norden seien mit der Arbeit zwischen dem Hamburger Senat und der Kieler Landesregierung "überhaupt nicht zufrieden", sagte Uli Wachholtz, Präsident der Unternehmensverbände (UVNord), am Mittwoch in Hamburg. "Von wenigen Ausnahmen abgesehen war das vergangene Jahr ein verlorenes Jahr", meinte Wachholtz. "Weder inhaltlich noch institutionell wurde ein weiteres Aufeinanderzugehen geprüft, von gemeinsamen Kabinettssitzungen ganz zu schweigen."

Dem widersprachen der Hamburger Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) und der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). Horch erklärte, die gesamte Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern sei "außerordentlich positiv". In dem Konflikt zwischen Hamburg und Husum um den Standort der Windmesse würden fast täglich Gespräche geführt, um einen tragfähigen Kompromiss zu finden. Wachholtz, der bei den Gesprächen als Moderator wirkt, ergänzte: "Die Politik hat im Hintergrund immer eine ausgleichende Rolle gespielt." Der Konflikt sei schwieriger und komplizierter als in der Öffentlichkeit dargestellt.

Horch verwies auf die Cluster-Politik in der Metropolregion, zum Beispiel in den Bereichen Luftfahrt, Logistik und Erneuerbare Energien. "Es bieten sich große Chancen im Norden, nicht nur in Hamburg", sagte der Senator. Große Metropolen seien die Taktgeber für die Zukunft; hier würden die wichtigen Entwicklungen bestimmt. Hamburg sei sich des Stellenwerts einer guten Zusammenarbeit mit Schleswig-Holstein und den anderen Nachbarländern völlig bewusst. Horch verwies auf den Einsatz Hamburgs für den Nord-Ostee-Kanal oder die Zusammenarbeit beim öffentlichen Nahverkehr.

Der Kieler Minister Meyer betonte dagegen, die Zusammenarbeit müsse aus Geben und Nehmen bestehen. "Derjenige, der ohnehin von der Zusammenarbeit profitiert, und das ist in den allermeisten Fällen Hamburg, muss auch geben." So gründe Hamburg gegenwärtig eine Investitions- und Förderbank. Schleswig-Holstein habe bereits eine solche Bank. Meyer regte an, über ein gemeinsames Institut nachzudenken.

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