08.01.13

Schleswig-Holstein

De Jager bestätigt Rücktritt als Chef der Nord-CDU

Der 47-Jährige bestätigte am Dienstag, dass er sein Amt aufgibt. Wer neuer Vorsitzender der Nord-CDU werden könnte, ist noch unklar.

Foto: dapd
Schleswig Holsteins CDU-Vorsitzender de Jager tritt zurueck
Jost de Jager will von seinem Amt als Landesvorsitzender zurücktreten

Kiel. Nun ist es offiziell: Der Landesvorsitzende der schleswig-holsteinischen CDU, Jost de Jager, tritt zurück. Der 47-Jährige bestätigte am Dienstag, dass er sein Amt aufgibt. Zu einem konkreten Rücktrittstermin wollte er sich zunächst noch nicht äußern. Der frühere Landeswirtschaftsminister stand seit dem 24. September 2011 an der Spitze der Nord-CDU. Von der Entscheidung waren auch die anderen Mitglieder der Parteiführung überrascht. Wer Nachfolger wird, ist noch nicht absehbar. Die CDU steckt erneut in einer Führungskrise.

Bereits am Montagabend war bekanntgeworden, dass de Jager als Landesvorsitzender zurücktreten will. Vom späten Dienstagvormittag an erörterte de Jager in Kiel mit dem geschäftsführenden Landesvorstand die Situation. Danach ist eine Pressekonferenz angesetzt, auf der sich auch de Jager äußern wird. Von einer überraschenden Entscheidung sprach Landtagsfraktionschef Johannes Callsen. Es habe dafür keine Anzeichen gegeben. "Wir sind jetzt ohne Frage in einer schwierigen Situation", sagte Callsen. De Jager habe auch erklärt, dass er anders als bisher geplant nicht für den Bundestag kandidiert. Zu den Beweggründen de Jagers für seinen Rückzug wollte Callsen nichts sagen. Auf die Frage nach einem möglichen Nachfolger meinte er: "Es ist jetzt nicht der Zeitpunkt, Personalspekulationen zu machen".

Im November noch als CDU-Chef bestätigt

Der ehemalige Kieler Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Verkehr de Jager war als Spitzenkandidat der CDU bei der Landtagswahl im Mai 2012 nur knapp gescheitert. Seine Christdemokraten erhielten zwar die meisten Stimmen. Ein Bündnis aus SPD, Grünen und dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW) wählte jedoch den Sozialdemokraten Torsten Albig zum neuen Ministerpräsidenten und Nachfolger von Peter Harry Carstensen (CDU). Auch verlor der ehemalige Wirtschaftsminister de Jager bei der Landtagswahl sein Landtagsmandat und gehörte somit nicht mehr dem Kieler Parlament an.

Vor diesem Hintergrund hatte de Jager schon im Sommer mit Rücktrittsgedanken gespielt. Erst Ende November allerdings war er auf einem Landesparteitag mit etwa 80 Prozent der Stimmen in seinem Amt als Vorsitzender der Nord-CDU bestätigt worden. Zuvor hatte sich der 47-Jährige in einer Kampfabstimmung um die Direktkandidatur zur Bundestagswahl im Wahlkreis Flensburg-Schleswig nur äußerst knapp gegen die kaum bekannte Kommunalpolitikerin Sabine Sütterlin-Waack durchgesetzt. Nach dem Rücktritt des einstigen Spitzenkandidaten und Landeschefs Christian von Boetticher wegen einer früheren Beziehung zu einer Minderjährigen hatte de Jager im September 2011 die Führung der Nord-CDU übernommen.

Gut acht Monate nach dem Regierungsverlust bei der Landtagswahl und etwa vier Monate vor der Kommunalwahl steckt die Union in Kiel somit in einer neuen Führungskrise. Als seine Nachfolger werden bereits zwei Kandidaten gehandelt – der stellvertretende CDU-Landesvorsitzende Ingbert Liebing sowie der frühere Landtagspräsident Torsten Geerdts. Geerdts gehört ebenso wie de Jager nicht mehr dem Parlament in Kiel an.

(dpa/dapd)
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