07.12.12

Tragödie in Kiel

Zahlreiche Tiere sterben bei Feuer in Zoohandlung

Beim Großbrand in Schleswig-Holsteins größter Zoohandlung kamen die meisten der Tiere qualvoll zu Tode. 300 Feuerwehrmänner im Einsatz.

Von Matthias Hoenig (dpa)
Foto: rtn/radio tele nord

Feuerwehrleute bringen leere Käfige aus dem ausgebrannten Zoo-Geschäft

19 Bilder

Kiel. Noch am Morgen nach dem Großbrand stieg Rauch aus den Trümmern der völlig zerstörten Kieler Zoohandlung Knutzen. Letzte Glutnester mussten gelöscht werden auf dem verwinkelten Arreal mit Verkaufsräumen, Lagerhallen und Büros – umgeben von Wohngebäuden. Aus Wasserschläuchen der Feuerwehr floss Wasser, teils bildeten sich bizarre Eiszapfen bei den Minustemperaturen. Fast 300 Feuerwehrleute und Polizisten waren im Einsatz, um nach mehreren Stunden und immer wieder neuem Aufflammen von Brandherden eines der größten Feuer der vergangenen Jahre in der Kieler Innenstadt freitagfrüh unter Kontrolle zu bekommen.

"Die meisten Tiere sind verbrannt", sagte Feuerwehrsprecher Michael Krohn gegenüber NDR 1 Welle Nord. Aber etwa 120 Kleintiere - darunter Wellensittiche, Meerschweinchen und Zwerghasen – konnten gerettet werden. Der Zoo-Geschäftsführer und Feuerwehrleute hatten aus den Brandruinen die Tiere gerettet und zunächst in die Waschhalle einer direkt benachbarten Tankstelle gebracht. Inzwischen wurde die Tiere in ein Kieler Tierheim gebracht.

Die 1905 gegründete Tierhandlung Knutzen bezeichnet sich auf ihrer Homepage als "Schleswig-Holsteins größter Zoo- und Angelfachmarkt". Koi-Fische, Schildkröten, Leguane, Vogelspinnen, Schlangen und verschiedene Froscharten gehören zum "tierischen Angebot".

Bis auf eine Anwohnerin, die wegen einer Rauchgasvergiftung ambulant im Krankenhaus behandelt wurde, kamen Menschen nicht zu Schaden. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf Wohnungen direkt über den Verkaufsräumen, angrenzende Wohngebäude und eine auf der anderen Straßenseite liegende Tankstelle verhindern. Die Wohnungen über der Zoohandlung mussten aber geräumt werden. "Die Anwohner kamen ins Hotel oder bei Verwandten und Freunden unter", sagte Norbert Grave von der Leitstelle der Kieler Feuerwehr.

Ein Teil der Bewohner eines angrenzenden Altenheims für betreutes Wohnen musste vorsorglich das Gebäude verlassen und wurde für anderthalb Stunden in einem bereitgestellten Bus der Kieler Verkehrsbetriebe betreut, ehe die Menschen wieder zurück in ihr Heim durften.

Um 20.00 hatte die Feuerwehr die ersten Notrufe erreicht. Bald schon schlugen bis zu acht Meter hohe Flammen aus den Lagerhallen mit Pflanzen und Tieren.

"Wir dachten anfangs, draußen wird der Schnee geräumt", sagte die Anwohnerin Aiste Fischer (26) über die scharrenden, metallenen Geräusche, die sie in der Wohnung hörte. "Dann kamen schon die ersten Anrufe, dass es brennt." Draußen habe sie die hohen Flammen durch die Dächer der Lagerhallen und Gewächshäuser schlagen sehen. Immer wieder habe es explosionsartige Geräusche gegeben – "das hörte sich an wie Silvesterkracher". Die angrenzende Tankstelle war anfangs durch Brandhitze in Gefahr, "aber das hatten wir schnell unter Kontrolle", sagte Grave.

Die Kripo konnte ihre Ermittlungen bis zum Löschen der letzten Glutnester am Freitag nicht aufnehmen. "Zur Brandursache lässt sich jetzt noch nichts sagen", erklärte Polizeisprecher Matthias Ahrens.

Wegen der Örtlichkeiten gestalteten sich die Löscharbeiten äußerst schwierig. Alle zehn Freiwilligen Feuerwehren in Kiel und die Freiwillige Feuerwehr Kronshagen wurden durch die Leitstelle nachalarmiert. Dienstfreie Beamte der Berufsfeuerwehr wurden ebenfalls angefordert. Zeitweise ließ die Einsatzleitung das Feuer auch über drei Drehleitern und mehreren Trupps unter Atemschutz löschen. Wegen des Großeinsatzes musste der Schützenwall, der in die Stadt beziehungsweise zur Autobahn führt, bis zum Morgen gesperrt werden.

(Video: rtn)

(dpa)
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