15.11.12

Travemünde

Nordkirchensynode wählt Andreas Tietze zu ihrem Präses

Bei der Wahl setzte sich der 50-jährige Andreas Tietze überraschend gegen den Hamburger SPD-Politiker Hans-Peter Strenge durch.

Foto: dapd
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Andreas Tietze, der neue Präses der Landessynode der Nordkirche

Travemünde. Andreas Tietze (50) ist neuer Präses der Landessynode der Nordkirche. Er erhielt 83 von 147 abgegebenen Stimmen. Sein Gegenkandidat Hans-Peter Strenge bekam 63 Stimmen. Es gab eine Enthaltung. Tietze war erst während der konstituierenden Sitzung der Synode am Donnerstag zur Wahl vorgeschlagen worden.

"Mein Wertesystem ist in der Kirche gewachsen, und auch meine beruflichen Wurzeln liegen in der kirchlichen Arbeit", sagte Tietze. Als Schwerpunkte der künftigen Synodenarbeit sehe er Themen wie Bewahrung der Schöpfung, Klimaschutz und Bildungsarbeit. Der 50-Jährige, der vor kurzem bei der Wahl zum Kieler Oberbürgermeister gescheitert war, hat Sozialpädagogik und Theologie studiert. Seit 2009 sitzt er für die Grünen im Schleswig-Holsteinischen Landtag. Vor seinem Wechsel in die Politik war er in der kirchlichen Bildungs- und Jugendarbeit tätig. Tietze ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie auf Sylt.

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) wünschte dem Kirchenparlament und seiner neuen Leitung in einem Grußwort Weitsicht und eine vereinende Hand. "Ihnen als ersten Synodalen unserer neuen Nordkirche obliegt es, ein tragfähiges großes Wir zu bauen", sagte er gemäß einer vorab verbreiteten Pressemitteilung.

Die konstituierende Tagung der ersten Landessynode war am Nachmittag mit einem Gottesdienst in der Travemünder St. Lorenz-Kirche eröffnet worden. Der Vorsitzende der Vorläufigen Kirchenleitung, Bischof Gerhard Ulrich, erinnerte in seiner Predigt an die Entstehungsgeschichte der Nordkirche, die zwischen Amrum und Anklam unendlich viel zu bieten habe. Die Synodentagung, die noch bis zum Sonnabend dauert, sollte am Abend mit der Wahl weiterer Präsidiumsmitglieder fortgesetzt werden. Das komplette Präsidium will sich am Freitag auf einer Pressekonferenz vorstellen.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland, wie sie offiziell heißt, war Pfingsten aus den ehemaligen Landeskirchen von Hamburg und Schleswig-Holstein, Mecklenburg und Pommern entstanden. Ihr gehören mehr als 2,2 Millionen evangelische Christen in mehr als 1000 Kirchengemeinden an.

dpa
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