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Autobahn-Ausbau: Der Brückenschlag über die A 7

Peter Schreiber von der Arge: Enger Zeitplan des A-7-Ausbaus macht keine andere Lösung möglich

Foto: Burkhard Fuchs

Peter Schreiber von der Arge: Enger Zeitplan des A-7-Ausbaus macht keine andere Lösung möglich

Norderstedter Straße in Bönningstedt wird wieder freigegeben. Danach wird die Querung bei Hasloh abgerissen

Burkhard Fuchs.  "Brückenwechsel" im kommenden Monat: Nach neunmonatiger Bauzeit wird am Freitag, 17. März, die neue Autobahnbrücke über die A 7, die Bönningstedt mit Norderstedt verbindet, für den Verkehr freigegeben. Am Montag darauf, am 20. März, wird bis November die A-7-Brücke in Hasloh (Garstedter Weg, Hasloher Weg) gesperrt, die seit Juni 2016 als Umleitungsstrecke fungierte. Dann werden auch die Busse der Linie 295, die Pinneberg mit dem Herold-Center in Norderstedt verbinden, wieder über Bönningstedt geführt.

Zudem werden von März an die A-7-Brücken im Verlauf der Ulzburger Landstraße in Quickborn, von April an die an der Dorfstraße/Syltkuhlen in Hasloh sowie von Juli an die am Harksheider Weg in Quickborn für jeweils vier Monate lang gesperrt sein, damit sie verlängert werden können. Diesen Zeitplan zum sechsspurigen Ausbau der A 7 zwischen Bordesholm und der Hamburger Landesgrenze nennt der Verkehrskoordinator der A-7-Arge, Peter Schreiber.

"Ich freue mich, dass die Brücke nach all den Verzögerungen nun endlich wieder frei ist", sagt Bönningstedts Bürgermeister Peter Liske dazu. "Das ist auch für die Attraktivität der Buslinie nach Norderstedt wichtig." Sein Hasloher Kollege Bernhard Brummund sagt dagegen: "Das kommt für uns etwas überraschend. Uns wäre es lieber gewesen, wenn nicht beide A-7-Brücken gleichzeitig gesperrt würden."

Das habe zwar den Vorteil, dass die als Wirtschaftsweg genutzte Verbindung über die Dorfstraße und Kirschenallee nicht ständig als Ausweichstrecke herhalten könnte, was mehr Verkehr ins Dorf brächte. Andererseits müssten nun Anlieger, die östlich der A 7 auf Hasloher Gebiet lebten, monatelang einen großen Umweg über Bönningstedt in Kauf nehmen.

Doch der enge Zeitplan des A-7-Ausbaus mache keine andere Lösung möglich, sagt Arge-Sprecher Schreiber. Dass der Neubau der vorher zu schmalen Bönningstedter A-7-Brücke zwei Monate länger als geplant gedauert hat, erklärt er damit, dass der Urlaubsverkehr im Sommer die Bauarbeiten verzögert habe.

Hasloher verlieren ihren lieb gewonnenen 295er- Bus

Die Brücke im Verlauf des Hasloher Wegs wird am 20. März, 9 Uhr, gesperrt und in der Nacht vom 25. auf den 26. März abgebrochen. Insgesamt fünf der zehn zu erneuernden Brückenbauten auf dem A-7-Streckenabschnitt seien nun fertiggestellt.

Hasloh wird sich von der lieb gewonnenen Busverbindung nach Pinneberg und Norderstedt verabschieden müssen. "Die Buslinie 295 wird vom 17. März wieder auf ihren angestammten Linienweg zurückverlegt", sagt Claudius Mozer von der Südwestholstein ÖPNV-Verwaltungsgemeinschaft. Er erteilt auch dem Wunsch der Gemeinde eine Absage, die Linie 295 künftig abwechselnd über Bönningstedt und Hasloh zu führen. Aktuelle Fahrgastzählungen hätten ergeben, dass die Auslastung während Umleitung in Bönningstedt um 40 Prozent gesunken sei, wovon nur die Hälfte aus Hasloh hätten ausgeglichen werden können. "Die Hasloher Nachfrage ist also deutlich erkennbar nicht geeignet, die Bönningstedter Rückgänge zu kompensieren." Dies sei bereits 2008, als die Linie 295 eingerichtet wurde, so vorausgesagt worden, sagt Mozer.

Dafür hat die bevorstehende Brücken-Freigabe über die A 7 in Bönningstedt den dortigen Jagdpächter Jan-Willem Jurgens zum Umdenken bewegt. "Wir haben zahlreiche Rehwild-Fährten im Sand entlang der Baustelle entdeckt." Offenbar habe die monatelange Verkehrsberuhigung im A-7-nahen Bereich der Norderstedter Straße das Rehwild zum häufigeren und sorgloseren Überqueren der Straße animiert. Darum werde er jetzt auf eigene Kosten blaue Reflektoren an die Straßenbegrenzungspfähle anbringen, die Wild in der Dämmerung vor vorbeifahrenden Fahrzeugen besser warnen.

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