Pinneberg
Wedel/Pinneberg

Partei Alfa wehrt sich gegen Rassismus-Vorwürfe

Bernd Lucke ist der Bundesvorsitzende der Partei „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ (Alfa)

Foto: Fredrik von Erichsen / dpa

Bernd Lucke ist der Bundesvorsitzende der Partei „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ (Alfa)

Umstrittene Kampagne im Norden: Alfa sei keine rechte Partei, sagt Landesverbands-Chef Jürgen Joost. Kritiker sehen das anders.

Wedel/Pinneberg.  "Das ist ein unglaublicher Vorgang. Es hat uns schockiert, dass es möglich ist, dass eine Partei wie die Linke es schafft, dass eine politische Veranstaltung abgesagt wird", kritisiert Jürgen Joost. Der Ex-Generalsekretär der AfD in Schleswig-Holstein ist nun Vorsitzender des Landesverbandes der neuen Partei Alfa. Diese wurde im Kreis Pinneberg zweimal vor die Tür gesetzt.

Die in Pinneberg und Wedel für November geplanten Veranstaltungen unter dem Motto "Merkel stoppen" mussten abgesagt werden. In beiden Fällen zogen die Vermieter ihre Zusage für die Raumnutzung Anfang dieser Woche zurück. In beiden Fällen waren Sportvereine betroffen. So wollten sich die Alfa-Mitglieder in Wedel in der Sportsbar Highlight des TSV treffen, in Pinneberg war es das VfL-Heim. Unter anderem machten Klaus-Dieter Brügmann von den Linken, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Pinneberg, die Geschäftsführung des Diakonievereins sowie Günther Wilke als Alterspräsident des TSV und Mitglied im Wedeler Arbeitskreis gegen Rechts Front gegen Alfa. Mit Erfolg. Von drei im Kreis Pinneberg geplanten Alfa-Veranstaltungen blieb nur eine übrig.

Der für den 18. November in Elmshorn im Sportlife Hotel geplante Termin finde aber statt, betont Joost. Laut dem Landesvorsitzenden wurden insgesamt fünf Termine landesweit abgesagt, weil Druck auf die Veranstalter vonseiten der Antifa ausgeübt worden sei. "Wir sind keine rechte Partei", stellt Joost klar. Man habe sich von der AfD doch gerade losgesagt, weil diese von rechten Strömungen unterwandert worden sei. "Es ist schade, dass wir mit der AfD nun in einen Topf geworfen werden", so Joost. Bei den Kritikern sieht man das anders. Wolfgang Seibert von der jüdischen Gemeinde spricht von einer rassistischen, fremdenfeindlichen Gruppe, die gerade Sportvereine nicht im Haus dulden dürften. Joost kündigt an, alle abgesagten Termine nachholen zu wollen. "Notfalls stellen wir uns auf den Marktplatz. Das ist unser gutes Recht. Meinungsfreiheit gehört zur Demokratie dazu."

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