Pinneberg
Wissenschaft

Sensation: Albatros auf Helgoland gesichtet

Foto: Klaas Felix Jachmann

Der Vogel ist ein Schwarzbrauenalbatros, der eigentlich in den Ozeanen rund um die Antarktis seine Heimatgebiet hat. Mehr als 50 Vogelbeobachter reisten nach Helgoland, um den seltenen Gast zu bewundern.

Helgoland. Albatrosse leben überwiegend auf der Südhalbkugel. Obwohl sie unglaublich weite Wanderungen über die Weltmeere durchführen, gelangen sie nur selten nach Europa. Aus Deutschland gab es bislang nur wenige gesicherte Beobachtungen. Zwei Tage lang hielt sich nun ein Albatros auf der Hochseeinsel Helgoland auf, berichtet Professor Dr. Franz Bairlein vom Institut für Vogelforschung "Vogelwarte Helgoland" in Wilhelmshaven.

Der Vogel ist ein Schwarzbrauenalbatros, der seine Brutgebiete in den Ozeanen rund um die Antarktis hat und dessen Flügelspannweite bis zu 2,45 Metern betragen kann. Die größten Brutbestände finden sich auf den Falkland-Inseln mit etwa 500.000 Brutpaaren. Zwar wird der Schwarzbrauenalbatros alljährlich in Europa gesichtet, doch handelt es sich immer nur um wenige Vögel pro Jahr, und die meisten Beobachtungen stammen aus dem Atlantik. Nachdem bereits am 25. und 26. Mai ein Schwarzbrauenalbatros bei Skagen/Dänemark beobachtet wurde, bemerkte ein aufmerksamer Vogelbeobachter ihn vor wenigen Tagen auf Helgoland.

Zwei Tage lang war er regelmäßig an den Seevogelkolonien rund um den Helgoländer Lummenfelsen zu sehen. Dabei flog er manchmal den Beobachtern nur wenige Meter über die Köpfe! Dr. Jochen Dierschke, Leiter der Außenstelle des Instituts für Vogelforschung auf Helgoland, zeigt sich begeistert: "Wir haben immer damit gerechnet, dass irgendwann ein Albatros auf Helgoland gesehen wird. Dass er aber so nah herankommt und sich so wunderbar beobachten lässt, damit habe ich nicht gerechnet!"

Am zweiten Tag reisten bereits über 50 Vogelbeobachter an, um den seltenen Gast zu bewundern. Wie Tourismusdirektor Klaus Furtmeier mitteilte, wurde der Albatros an diesem Mittwoch, 4. Juni, erneut über Helgoland gesichtet. Furtmeier: "Es bleibt zu hoffen, dass noch viele Touristen sich an dem seltenen Gast erfreuen können.Vielleicht bleibt er ja über Pfingsten unser Gast."

Helgoland ist mit nun 432 nachgewiesenen Vogelarten vermutlich der artenreichste Ort in Europa. 2014 sind bereits zwei Arten hinzugekommen: Mitte Mai ein Wüstengimpel (Heimat Nordafrika bis Asien) und nun der Schwarzbrauenalbatros.

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