Pinneberg
02.01.13

Hetlingen

Pakt für eine schnellere Internetverbindung

Die Gründung eines eigenen Breitband-Zweckverbandes für Landkommunen steht bevor. Abwasserzweckverband als operativer Partner mit dabei.

Von Arne Kolarczyk
Foto: dpa
Jahreskongress des Chaos Computer Club
Netzwerk- und Stromkabel an einem Rechner. Glasfasern sind dabei das Medium der Zukunft für ein schnelles Internet

Hetlingen. Der Abwasserzweckverband (Azv) Südholstein will im neuen Jahr seine Aktivitäten auf dem Gebiet der schnellen Internetversorgung verstärken. Dazu soll ein eigener Breitband-Zweckverband gegründet werden, dem interessierte Gemeinden beitreten können. Darauf einigte sich die Verbandsversammlung des Azv.

Die Internet-Aktivitäten des Kommunalunternehmens sind nicht unumstritten. In Holm sind bereits die ersten Kunden am Netz, nachdem die notwendige Glasfaserverkabelung in den Abwasserrohren verlegt worden waren. Heist, Hasloh und Lentföhrden (Kreis Segeberg) sollen folgen. Allerdings ist der Breitbandausbau, den die Tochtergesellschaft Azv Südholstein Breitband GmbH verantwortet, äußerst kostenintensiv. Die Übernahme des finanziellen Risikos obliegt dem Azv und ist einer der Kritikpunkte der 40 Verbandsmitglieder, allesamt Städte und Gemeinden. Zum anderen hatten die größeren Städte, die über ihre Stadtwerke eigene Breitbandaktivitäten verfolgen, Bedenken gegen die Expansion des Kommunalunternehmens auf diesem Gebiet geäußert.

Vor dem Hintergrund dieser Debatte brachte der Azv-Verbandsvorsitzende Roland Krügel bereits im November die Idee ins Spiel, einen eigenen Breitband-Zweckverband von den kleineren, ländlich geprägten Gemeinden gründen zu lassen. Diese sind, wie auf der Verbandsversammlung deutlich wurde, weiterhin an einer gemeinsamen Lösung auf diesem Gebiet interessiert. "Wir brauchen das schnelle Internet, auch auf dem Land. Das ist wirklich ein dringendes Anliegen", sagte Tangstedts Bürgermeister Detlef Goos.

Krügels Ursprungsvorschlag sah vor, dass der Azv selbst Mitglied in dem neuen Zweckverband sein sollte. Inzwischen ist klar, dass dies aus rechtlichen Gründen nicht zulässig ist. "Fakt ist, der Azv darf gar nicht in so einem Konstrukt Mitglied werden, das ist leider so", sagte Krügel. Allerdings müsse das Kommunalunternehmen auch nicht zwangsläufig Mitglied in dem Verband werden, um die operativen Arbeiten übernehmen zu können, so Krügel.

Der neue Breitband-Zweckverband könne das Kommunalunternehmen auch im Rahmen einer Verwaltungsgemeinschaft mit diesen Aufgaben betrauen. Eine erste Abfrage in der Verbandsversammlung ergab, dass kein Verbandsmitglied Einwände gegen ein derartiges Vorgehen hat. Sehr zur Freude von Krügel: "Wir sind da, wir haben bereits Glasfasernetze in Betrieb genommen und wir wollen weitermachen. Jetzt müssen wir nur einen gangbaren Weg finden, der rechtlich einwandfrei ist." Zu Jahresbeginn sollen nun die notwendigen Unterlagen erstellt werden, um möglichst bald alle Interessenten zur Gründungsversammlung des Breitband-Zweckverbandes einladen zu können.

Auch außerhalb der Breitbandaktivitäten investiert der Azv kräftig. 8,7 Millionen Euro fließen 2013 in die Abwassernetze. Größter Investitionsposten ist die Sanierung des Nebensammlers Nord, die fortgeführt wird. Auf knapp zwei Kilometern Länge steht die Erneuerung eines Abschnitts im Uetersener Stadtgebiet an. Allein diese Maßnahme verschlingt zwei Millionen Euro. 2014 soll der gesamte Nebensammler modernisiert sein.

2013 schließt der Azv die Planungsphase für die Erneuerung der mechanischen Reinigungsstufe auf dem Klärwerksgelände ab. 2014 startet das auf fünf Jahre angelegte Bauprojekt, das etwa 17 Millionen Euro kosten soll. Dabei wird die Anfang der 70er-Jahre errichtete, sehr energieintensive Anlage komplett erneuert. Der Azv verspricht sich eine deutliche Senkung der Betriebskosten sowie vor dem Hintergrund der erwarteten Energieeinsparung eine Verbesserung der CO2-Bilanz.

Für die Azv-Mitgliedskommunen gibt es eine gute Nachricht: Trotz der erheblichen Investitionen bleibt die zentrale Abwassergebühr, die für die Nutzung des Sammlernetzes und für die Reinigung im Klärwerk zu entrichten ist, auch 2013 mit 1,17 Euro pro Kubikmeter eingeleiteten Schmutzwassers konstant.

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