Pinneberg
31.12.12

Pinneberger TÜV-Station

Ein Drittel aller Fahrzeuge fällt durch

Besorgnis erregende Ergebnisse: Negativ-Rekord bei TÜV-Prüfungen in Pinneberg. Neuer Leiter baut den Kundenservice aus.

Von Rainer Burmeister
Foto: Rainer Burmeister
Auspuffanlage okay? Der neue Leiter der Pinneberger TÜV-Station, Björn Seelig, prüft die Fahrzeuge kritisch, bevor es die Plakette gibt
Auspuffanlage okay? Der neue Leiter der Pinneberger TÜV-Station, Björn Seelig, prüft die Fahrzeuge kritisch, bevor es die Plakette gibt

Kreis Pinneberg. "Die Mängelschere öffnet sich immer weiter", sagt Björn Seelig, neuer Leiter der Pinneberger TÜV-Station. Die Auswertung von etwa 12.000 Fahrzeuguntersuchungen im Zeitraum von Anfang Juli 2011 bis Ende Juni 2012 führte zu ebenso erfreulichen wie auch Besorgnis erregenden Ergebnissen. So gab es in 41,5 Prozent der Fälle keine Beanstandungen sowie bei 25,4 Prozent lediglich geringe Mängel. Damit erhielten 66,9 Prozent der Fahrzeuge im ersten Anlauf die für zwei Jahre gültige Plakette. Demgegenüber steht jedoch eine weitere Zunahme der erheblichen Mängel: In 33,1 Prozent der Hauptuntersuchungen waren die festgestellten Unzulänglichkeiten dermaßen gravierend, dass eine sofortige Reparatur sowie die erneute Vorführung des Fahrzeugs angeordnet wurde.

Damit ist in der Negativ-Wertung ein neuer Höchststand erreicht. Noch im vorjährigen TÜV-Report (2010/2011) wurden von der Pinneberger Station lediglich 29,7 Prozent der Fahrzeuge wegen erheblicher Mängel beanstandet. Im Jahreszeitraum davor betrug die Quote nur 28,1 Prozent, in der Saison 2008/2009 sogar lediglich 26,5 Prozent.

Seelig führt diese bedenkliche Entwicklung auf mehrere Faktoren zurück. "Angesichts der steigenden Kosten beim Unterhalt eines Fahrzeugs werden die erforderlichen Wartungs- und Inspektionsarbeiten vielfach nicht mehr im nötigen Umfang durchgeführt", sagt der Stationsleiter. Zudem gingen manche Autofahrer wohl davon aus, dass sie ein neues Auto zehn Jahre lang ohne jeglichen Wartungsaufwand fahren könnten. Die Folgen davon zeigten sich dann später bei den Hauptuntersuchungen.

Die gesetzlich vorgeschriebenen Kontrolltermine beim TÜV und anderen Organisationen haben sich nach Seeligs Einschätzung dennoch bewährt. Neuwagen müssen nach drei Jahren erstmalig in die Prüfstation, anschließend ist die Hauptuntersuchung alle zwei Jahre fällig. Der TÜV-Fachmann geht davon aus, dass es zu der jüngst auf EU-Ebene geforderten jährlichen Untersuchung älterer Fahrzeuge in Deutschland nicht kommen wird.

Bei den Mängelursachen sind Beanstandungen an Licht und Elektrik nach wie vor die Spitzenreiter. Autofahrer, die mit defekten Scheinwerfern, durchgebrannten Brems- oder Rücklichtbirnen oder kaputten Blinkerleuchten unterwegs sind, werden allerdings bereits seit Juli dieses Jahres bei den Hauptuntersuchungen verschärften Bedingungen unterzogen. Bisher galten diese Defekte an der Beleuchtung als geringe Mängel, die ohne erneute Vorführung behoben werden durften. Jetzt sind diese Beanstandungen als erhebliche Mängel eingestuft, sodass ein erneuter gebührenpflichtiger Überprüfungstermin in der TÜV-Station fällig ist. Erst dann gibt es die begehrte Plakette. Die Quote der erheblichen Mängel dürfte mit der Neuregelung allerdings im nächsten TÜV-Report zunächst zunehmen.

Der neue Stationsleiter in Pinneberg will den Kundenservice in den kommenden Monaten ausbauen. So sollen künftig im April, Mai und Juni die Dienstleistungen der Prüforganisation an jedem Sonnabend angeboten werden. Im Frühjahr ist der Andrang erfahrungsgemäß besonders groß. Bisher hat der TÜV an der Flensburger Straße nur an jedem ersten Sonnabend im Monat zusätzlich geöffnet. Auch den zahlreichen Pendlern, die täglich aus dem Kreis Pinneberg nach Hamburg zur Arbeit fahren, soll mit erweiterten Öffnungszeiten gedient werden. Außerdem sucht Seelig engeren Kontakt zu den Werkstattkunden des TÜV.

Weiterhin wird beim Prüf-Service ein besonderer Anreiz geboten: Wer sich für die Hauptuntersuchung angemeldet hat, bekommt den TÜV-Test gratis, falls die Wartezeit mehr als 15 Minuten beträgt.

Björn Seelig stammt aus Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern). Der 32-jährige Diplom-Ingenieur der Fachrichtung Fahrzeugbau mit dem Schwerpunkt Antriebs- und Motorentechnik war zuvor Leiter der TÜV-Station Große Bahnstraße in Hamburg. Vor dem Studium absolvierte Seelig eine Ausbildung zum Kraftfahrzeug-Mechaniker. Im November nahm er als Nachfolger von Björn Bahde seinen Dienst in Pinneberg auf. Bahde wiederum ist jetzt als Koordinator für den Außendienst beim TÜV Nord tätig. Dass Björn Seelig auch privat ein Faible für Motoren und Technik hat, zeigt sich an seinen Hobbys. Er besitzt zwei Motorräder, fährt mit Begeisterung Kart-Rennen und möchte noch die Bootsführerlizenz erwerben.

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