Pinneberg
05.11.12

Pinneberger Kulturpreis 2012

Sie erhielten den Lohn für ein Lebenswerk

Der Kulturpreis des Kreises Pinneberg 2012 geht an den Geiger Peter Heidrich und die Künstlerin Birgit Bessler. Preis mit 5000 Euro dotiert.

Von Marvin Mertens
Foto: Marvin Mertens
Kreispräsident Burkhard E. Tiemann (v. l.), die Preisträger Birgit Bessler (mit Tochter Estelle, 5, vorn) und Peter Heidrich sowie Landrat Oliver Stolz in der Drostei
Kreispräsident Burkhard E. Tiemann (v. l.), die Preisträger Birgit Bessler (mit Tochter Estelle, 5, vorn) und Peter Heidrich sowie Landrat Oliver Stolz in der Drostei

Kreis Pinneberg. Die Liste der Kreiskulturpreisträger ist um zwei bedeutende Namen länger. Am Sonntag ist in der Pinneberger Landdrostei der Wedeler Geigenprofessor Peter Heidrich mit dem mit 5000 Euro dotierten Anerkennungspreis ausgezeichnet worden. Die in Brande-Hörnerkirchen lebende Malerin Birgit Bessler erhielt den Förderpreis, der mit 2500 Euro dotiert ist.

Klaus Bremer, Vorsitzender der Kulturpreis-Jury, sagte in seinem Grußwort, die Vorschläge für die Preisträger seien so gut gewesen, dass sich die Jury innerhalb von 45 Minuten einig gewesen sei. Kreispräsident Burkhard E. Tiemann, der die Eröffnungsrede hielt und gemeinsam mit Landrat Oliver Stolz die Preise überreichte sagte: "Der Kreis Pinneberg ist reich an vielfältiger und guter Kunst und Kultur. Reichtum bemisst sich eben nicht nur an Geld." Mit dem Kulturpreis solle das Interesse an Kultur geweckt werden.

"Die Anerkennung künstlerischer Arbeit liegt dem Kreis Pinneberg sehr am Herzen", sagte Tiemann. "Trotz der schwierigen Finanzlage des Kreises Pinneberg muss der Kulturpreis erhalten bleiben." Dafür plädierte auch Klaus Bremer: "Am Kulturpreis wird nicht gesägt."

Die Laudatio für Geigenprofessor Peter Heidrich hielt Gerhard Folkerts, seines Zeichens Konzertpianist, Komponist und Kulturpreisträger von 1984. Er nannte Heidrich eine herausragende Musikerpersönlichkeit des Kreises Pinneberg. "Peter Heidrich ist einer der vitalsten Musiker im Kreis Pinneberg", sagte Folkerts. "Er ist der Gegentypus eines Showstars und doch einer der glanzvollen Repräsentanten des Kreises." Musiker, Komponisten und Interpreten wie Peter Heidrich seien Brückenbauer der Gesellschaft, sagte Folkerts. "Sie öffnen die Türen für jeden Einzelnen von uns für ein Wohlergehen, das im Kleinen beginnt und im Großen kaum fassbar ist."

Peter Heidrich arbeitete als Konzertmeister in den Sinfonieorchestern in Recklinghausen und Nürnberg, bevor er in den Kreis Pinneberg zog. Er war Mitglied des NDR-Sinfonieorchesters, konzertierte fast 20 Jahre lang mit dem Benthien-Quartett, spielte im Orchester des Festspielhauses bei den Bayreuther Festspielen 1969 und 1970 und unterrichtete von 1991 bis 2000 an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Heidrich spielte unter anderem mehrfach im Tango-Orchester von Alfred Hause, was auf seine Vielseitigkeit als Musiker schließen lässt.

Die Kulturpreis-Jury bestimmte den Musiker und Förderer von Nachwuchstalenten einstimmig als Preisträger. Die Auszeichnung Heidrichs mit dem Kulturpreis als Annerkennungspreis bedeute eine Würdigung der Lebensarbeit dieses wertvollen Musikers, so die Begründung des Jury-Urteils. Bei der Preisverleihung am Sonntag gab Heidrich sowohl im Duett mit Mathias Weber am Klavier, als auch mit dem Albis-Quartett, bestehend aus Alexander Troester, Claus Conrad, Christoph Rocholl und Heidrich selbst, eine Demonstration seines virtuosen Geigenspiels.

Die Laudatio für die Trägerin des Förderpreises, Birgit Bessler, sollte die Berliner Autorin und Regisseurin Christine Nagel halten, sie war allerdings verhindert. So übernahm Schauspielerin Arja Sharma das Vortragen des Textes. Unter dem Titel "Im Dazwischen der Schleier. Dialoge mit der Bildenden Künstlerin Birgit Bessler", beschrieb Sharma die Werke der 39 Jahre alten Künstlerin literarisch.

Birgit Bessler studierte nach einer Bandlehre Malerei in Münster, stellte unter anderem bereits in Köln, Düsseldorf und Kiel aus. Zudem war sie einige Zeit an der Elmshorner Leibniz Privatschule tätig, bevor sie sich wieder ganz der Kunst widmete. Besonders das Thema Brüche, zum Beispiel dort, wo Menschen auf Landschaften treffen, hat es Bessler angetan. Dennoch ist ihre Kunst vielseitig. Da gibt es Landschaftsbilder, oder Zyklen wie "Dreiunddreißig Erzählungen" oder "Map of Time" in denen sie in Stil und Motiv unterschiedlichen Themen zuwendet.

Birgit Bessler, Mutter einer fünf Jahre alten Tochter lebt seit 2005 in Brande-Hörnerkirchen im Norden des Kreises Pinneberg. Michael Kress, Jury-Mitglied, Kulturpreis-Träger und Bildender Künstler, sagte über Bessler: "Sie ist eine Bereicherung für uns Künstler im Kreis Pinneberg." Auch in Besslers Fall fiel die Entscheidung der Jury schnell und einstimmig.

Der Kulturpreis des Kreises Pinneberg wird seit 1981 vergeben, 2003 wurde der Förderpreis eingeführt. 42 Künstler wurden bisher ausgezeichnet. Seit 1991 wurde der Kulturpreis mit einer Ausnahme in der Pinneberger Drostei, dem Kreiskulturzentrum verliehen.

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