Norderstedt
Ungewöhnlicher Einsatz

Doppelte Rettung für eine Familie im Kreis Segeberg

Foto: DRK

Rettungswagenbesatzung des Roten Kreuzes versorgt erst den verletzten Sohn, dann helfen die Männer bei einer Geburt

Kreis Segeberg.  Ein Familie aus Bornhöved hat den Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) an einem Tag gleich mehrfach beschäftigt. Zum ersten Einsatz wurden Rettungsassistent Nino Turlon und der Auszubildende Jan Utes in die Kindertagesstätte der Gemeinde gerufen. Der vierjährige Caylen Joel hatte sich beim Spielen eine Kopfverletzung zugezogen. Das Team des Rettungswagens versorgte den Jungen und fuhr ihn danach zum ortsansässigen Chirurgen. zu transportieren.

Im selben Moment traf die hochschwangere Mutter des Kindes dort ein und war sichtlich erleichtert, dass der Junge nur leichte Blessuren erlitten hatte. Sie bedankte sich bei Turlon und Utes und ahnte nicht, dass sie die Männer an diesem Tag erneut treffen würde.

Zwei Stunden später löste die Rettungsleitstelle erneut Alarm für den Rettungswagen aus. Auf ihren Funkmeldern lasen die Retter zum zweiten Mal den Namen der Familie, diesmal allerdings mit der Notfallmeldung "Eingesetzte Wehen!" Abgekommen in der Wohnung stellten die Retter fest, dass der Zustand der Mutter gut war und die Dauer zwischen den einzelnen Wehen zunächst genügend Zeit für eine entspannte Tour in das Krankenhaus nach Bad Segeberg ließ. Doch die Situation änderte sich schnell.

"Während der knapp 30-minütigen Fahrt verringerten sich die Wehenabstände rapide, so dass das Team beschloss, mit Blaulicht weiter zu fahren und den Kreißsaal per Funk über die bevorstehende Geburt zu informieren", sagte ein DRK-Sprecher. Am Ortseingang von Bad Segeberg wurde die Meldung an den Kreisssaal mit der Bitte ergänzt, eine Hebamme zum Rettungsdiensteingang zu schicken. Am Krankenhaus angekommen, wartete die Hebamme bereits und stieg direkt in den Rettungswagen. Für einen Transport in den Kreisssaal war keine Zeit mehr. "Die Mutter gebar mit der Unterstützung der Hebamme sowie des Rettunsgwagenteams die kleine Jona Noel im Rettungswagen", sagte der DRK-Sprecher. "Anschließend konnten Mutter und Tochter gesund auf die Station verbracht werden."

Tage später besuchte die Mutter mit ihren Kinder die Rettungswache, um sich persönlich bei Nino Turlon und Jan Utes für die Betreuung und Versorgung zu bedanken. "Ich bin nun schon eine Ewigkeit im Rettungsdienst tätig, aber so ein Dankeschön nach einem solchen Einsatzgeschehen rührt und freut einen doch immer noch sehr", sagte Nino Turlon.

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.