Norderstedt
16.01.13

Norderstedt

Anwohner kämpfen für Wäldchen an der Aspelohe

Die Bäume könnten fallen, wenn an der Aspelohe auf dem Gelände des Sportparks neue Reihenhäuser gebaut werden.

Von Michael Schick
Foto: Michael Schick
Sie wollen das Wäldchen vor ihren Gärten als Schutzzone erhalten: Heike und Friedrich Schneider mit Sohn Jonathan, Elke Töpffer, Peter Tappendorf und Irene Bock (von links)
Sie wollen das Wäldchen vor ihren Gärten als Schutzzone erhalten: Heike und Friedrich Schneider mit Sohn Jonathan, Elke Töpffer, Peter Tappendorf und Irene Bock (von links)

Norderstedt. Sie wollen ihre grüne Schutzzone behalten, das Wäldchen und den lang gezogenen Garten, der ihre Grundstücke vom Sportpark Aspelohe trennt. "Gerade im Sommer, wenn die Bäume Laub tragen, gucken wir von unseren Terrassen in die Natur", sagt Elke Töpffer, die seit Jahrzehnten am Brahmsweg wohnt. Gemeinsam mit ihren Nachbarn will sie dafür kämpfen, dass ihre Gärten auch künftig durch eine grüne Barriere vom Sportpark-Gelände getrennt sind.

Das ist nicht sicher, denn: Die Sportanlage wird ihren Betrieb einstellen. Auf dem Gelände sollten Reihenhäuser gebaut werden. "Die Pläne sahen vor, dass das Wäldchen abgeholzt wird und der Garten verschwindet. Die Häuser sollten bis fast an unsere Grundstücksgrenzen herangehen", sagt Friedrich Schneider. 59 Eigenheime und Geschosswohnungen waren geplant. Doch dieses Konzept ist aus Sicht der Betroffenen glücklicherweise vom Tisch. Am Donnerstag beschäftigt sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr mit dem Sportpark-Gelände.

"Das Wäldchen hat auch als Lärmschutz gedient. Die Stadt hat die Bäume gepflanzt, damit der Lärm aus dem nahen Gewerbegebiet nicht ungefiltert auf unsere Terrassen dringt", sagt Peter Tappendorf. Der Sportpark liegt am nördlichen Ende des Gewerbegebietes Nettelkrögen - In de Tarpen und ragt wie ein Keil in die Wohnsiedlung mit Einzel- und Reihenhäusern aus den 60er-Jahren hinein. Und die Baumkronen reduzierten sogar den Fluglärm, ergänzt Tappendorf.

Die Anlieger sind nicht grundsätzlich dagegen, dass dort Wohnraum entsteht. Wenn das Wäldchen schon verschwinden muss, müsse aber Ersatz geschaffen werden. Eine Thuja-Hecke oder eine andere immergrüne Trennung zum Neubaugebiet steht auf der Wunschliste von Elke Toepffer und ihren Mitstreitern ganz oben.

Der Sportpark Aspelohe, in den 80er-Jahren eröffnet, ist in die Jahre gekommen, heißt es in der Vorlage für den Stadtentwicklungsausschuss, der sich am Donnerstag mit der Frage beschäftigen wird, wie das Gelände künftig werden soll. Der Energieverbrauch sei hoch und entspreche nicht mehr heutigem Standard. Es sei fraglich, ob die erforderliche Modernisierung wirtschaftlich sein kann. Daher wolle der Betreiber die Anlage aufgeben und den bisherigen Plänen zufolge auf dem Gelände Reihenhäuser bauen lassen.

Noch allerdings nutzen Sportfans das Angebot, stärken ihre Fitness, spielen Tennis, Squash oder Badminton. Beliebt bei Fußballern sind auch die Kunstrasenplätze - Jens Pagelsdorf, ehemaliger Trainer der HSV-Profis, betreibt das Fußball-Center.

Noch immer ist der Parkplatz an Abenden und am Wochenende gut gefüllt. Vor Jahren hatte die Stadt die Aspelohe aus Richtung Ohechaussee kurz vor dem Sportpark abgebunden, um die Anwohner der Wohnstraße vom Verkehr zu entlasten. Wer seitdem Sport treiben will, muss das Gelände von Süden von der Straße In de Tarpen aus ansteuern.

Nun stellen sich die Anwohner des Brahmsweges die Frage, inwieweit die Stadt ihnen auch dieses Mal entgegenkommt. Bisher fühlen sie sich stiefmütterlich behandelt: "Ich habe durch Zufall von den Wohnbauplänen erfahren. Von der Stadt wurden wir nicht informiert, geschweige denn nach unserer Meinung gefragt", sagt Elke Toepffer. "War bisher auch nicht erforderlich", sagt Baudezernent Thomas Bosse. Politiker und der Fachausschuss hätten die Pläne verworfen. Nun gehe es noch mal ganz von vorne los.

Die Stadt will einen Wettbewerb starten. Vier Planungsbüros sollen Vorschläge erarbeiten, wie das Sportpark-Gelände und angrenzende Flächen künftig genutzt werden können. "Das Ergebnis ist völlig offen", sagt Bosse. Allerdings gehen Verwaltung wie Politiker von einer Wohnbebauung aus.

Wesentliches Kriterium für weitere Planungen sei der Lärmschutz, wobei sich die Belastungen durch die Gewerbebetriebe in der Nähe deutlich reduziert hätten. Viele der Firmen seien Büros oder den Bereichen Handel und Dienstleistungen zuzuordnen. "Hier ist aus Sicht der Stadt auch künftig zu erwarten, dass nicht mehr als die Hälfte der Betriebe tagsüber den maximalen Schallpegel ausschöpft", heißt es in der Vorlage für den Ausschuss. Was dann noch an Lärm ankommt, könne durch entsprechend gestaltete Grundrisse aufgefangen werden. "Liegen Pläne vor, werden wir die Anwohner natürlich beteiligen", sagt Bosse.

Nun muss der Ausschuss den Wettbewerb beschließen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18.15 Uhr im Rathaus.

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