Norderstedt
09.01.13

Norderstedt

Jetzt kann jeder mitmachen beim Lärmschutz

Stadt schreibt Lärmaktionsplan fort. Norderstedter können mitreden und sagen, wo und wie es leiser werden soll. Startschuss am 18. Januar.

Von Michael Schick
Foto: pa/dpa/dpa-ZB
Ohren zu bei Lärm
Da hilft nur noch Ohren zuhalten. Lärmpegel von 65 Dezibel und mehr gelten als gesundheitsschädlich. Rund 2.000 Norderstedter müssen mit einer solchen Belastung leben

Norderstedt. Mitmachen, damit es in Norderstedt leiser wird und die Lebensqualität steigt. Dazu fordert die Stadt ihre Bürger auf. Sie können und sollen de Planern sagen, wo und wie der Lärmschutz verbessert werden kann. Das Wort haben die Norderstedter am Freitag, 18. Januar, von 16 bis 21 Uhr bei einem Workshop im Rathaus. Die Ideen und Anregungen sollen in den neuen Lärmaktionsplan einfließen. 2008 wurde erstmals ein Paket an Maßnahmen verabschiedet, alle fünf Jahre muss die Lärmminderung fortgeschrieben und ergänzt werden. Die Stadt hat Flyer mit dem Workshop-Termin und Informationen zum Lärmschutz an alle Haushalte verteilt.

"Schon damals sind rund 400 Bürger zu den größeren Veranstaltungen gekommen. 150 sind schließlich dabei geblieben und haben in vier Arbeitsgruppen am Lärmminderungsplan mitgearbeitet", sagt Anne Ganter vom Amt Nachhaltiges Norderstedt, die unter anderem dafür verantwortlich zeichnet, dass es in der Stadt leiser wird. Für die zweite Runde hofft sie wieder auf rege Beteiligung.

Für das Beteiligungsmodell hat die Stadt sogar europaweit viel Lob bekommen. Die Mitarbeiter wurden in viele Städte eingeladen und haben sogar den Kollegen auf der britischen Insel erklärt, wie sie die Norderstedter zum Mitmachen bewogen haben. Die entsprechende Richtlinie der Europäischen Union schreibt nicht nur vor, dass die Städte und Gemeinde Lärmminderungspläne erarbeiten müssen. Die Kommunen sollen nach dem Willen der EU auch die Einwohner so weit wie möglich ins Boot holen. Beim zweiten Durchlauf wird es in Norderstedt allerdings keine langfristigen Arbeitsgruppen geben. "Wir werden mehrere Workshops zum Thema anbietet, und während der Veranstaltungen werden die Teilnehmer schon in Kleingruppen arbeiten, darüber hinaus aber nicht", sagt Anne Ganter.

Die Aktualisierung des Lärmaktionsplans wirft die Frage auf: Was wurde bisher erreicht, welche Maßnahmen sind realisiert, und was bleibt zu tun? Klar ist: Der Straßenlärm ist die Hauptquelle. Auch der Fluglärm belastet die Norderstedter, er stört vor allem in den Abendstunden und am frühen Morgen. Doch den Flugbetrieb kann die Stadt nicht steuern, sie kann nur fordern und bitten.

Noch immer müssen rund 2000 Menschen in Norderstedt mit einem Lärmpegel von 65 Dezibel (dB) leben - ab diesem Wert können langjährige Belastungen die Gesundheit schädigen. Zwar hat der Lärmaktionsplan seit 2008 die Lärmbelastung in Norderstedt insgesamt reduziert, aber es sind bei weitem noch nicht alle Maßnahmen realisiert. So fehlt beispielsweise noch immer das Lenkungskonzept, das die Lkw aus den dicht besiedelten Stadtbereichen heraushalten soll.

"Der Schutz der Gesundheit ist ein Kernziel unsere Lärmschutzaktivitäten", sagt Anne Ganter. Deswegen soll der Geräuschpegel nirgendwo in der Stadt 65 dB oder mehr erreichen. Für die nächtliche Belastung wird ein Höchstwert von 45 dB angestrebt, um einen störungsfreien Schlaf zu gewährleisten. Das bedeutet noch viel Arbeit: Laut aktueller Statistik müssen mehr als 10.000 Norderstedter versuchen, trotz einem Schallpegel von 45 dB und mehr Ruhe zu finden.

Folgende Maßnahmen hat die Stadt realisiert: Der Radverkehr wurde gestärkt, an sieben Stationen können die Norderstedter insgesamt 50 Räder von Next Bike ausleihen. Die Wegweiser wurden optimiert, neue Wege gebaut, alte saniert. Auch Car-Sharing bietet die Stadt an. Auf zwei Straßenabschnitten der Poppenbütteler und der Niendorfer Straße gilt nachts Tempo 30. Gute Erfahrungen hat die Stadt mit lärmminderndem Asphalt gemacht. Dadurch vermindern sich die Rollgeräusche deutlich.

Doch nicht nur die Lärmstärke ist entscheidend für Schutzmaßnahmen. Zweites Kriterium ist die Zahl der betroffenen Menschen. Aus beiden Werten ergibt sich die sogenannte Lärmkennziffer (LKZ). Wo sie am höchsten ist, hat der Lärmschutz Priorität. Hoch ist die LKZ an der Ohechaussee sowie an den Kreuzungen Ulzburger Straße/Rathausallee und Ulzburger Straße/Langenharmer Weg sowie am westlichen Ende der Rathausallee in Norderstedt-Mitte.

Der erste Workshop zur Aktualisierung des Norderstedter Lärmaktionsplans findet am Freitag, 18. Januar, von 16 bis 21 Uhr im Plenarsaal des Rathauses statt. Einlass ist ab 15.30 Uhr. Aufgebaut werden auch Infostände, an denen die Besucher vor dem Workshop und in der Pause mit Experten sprechen können. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung beim Organisationsbüro konsalt GmbH unter Telefon 040/357 52 70 und per E-Mail unter norderstedt@konsalt.de . Informationen stehen im Internet unter www.norderstedt-lebenswert-leise.de

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