Norderstedt
05.01.13

Norderstedt

Schülerzahlen bleiben bis 2020 konstant

Norderstedts Schuldezernentin kritisiert den Kreis, der einen drastischen Rückgang der Schülerzahlen prognostiziert.

Von Michael Schick
Foto: pa/dpa
Auch künftig werden Schulanfänger an allen zwölf Norderstedter Grundschulen Lesen und Schreiben lernen
Auch künftig werden Schulanfänger an allen zwölf Norderstedter Grundschulen Lesen und Schreiben lernen

Norderstedt. Die Prognose des Kreises Segeberg fällt deutlich zu düster aus. Die Schülerzahlen in Norderstedt werden mindestens bis 2020 konstant bleiben, eventuell sogar leicht steigen. Das sagt Norderstedts Schuldezernentin Anette Reinders, nachdem der Schulentwicklungsplan des Kreises der Stadt prophezeit, dass die Zahl der Schüler um knapp 23 Prozent sinken wird, allerdings bis zum Schuljahr 2027/28. Die Grundschule Glashütte rutscht den Segeberger Planzahlen zufolge unter die Mindestschülerzahl von 80 und ist ebenso im Bestand gefährdet wie das Lise-Meitner-Gymnasium, das sich "bedenklich der Mindestgröße von 300 Schülern nähert".

Anette Reinders kommentiert das Zahlenwerk des Kreises mit Kopfschütteln. "Die Kreisverwaltung hat uns um eine Stellungnahme gebeten, die wir auch abgegeben haben. Doch nichts davon findet sich im kreisweiten Schulentwicklungsplan wieder, nicht mal ein Hinweis auf unsere Sicht der Dinge." Sie erklärt die Differenzen zwischen der städtischen und der Kreisvorhersage so: Der Kreis verwende Durchschnittszahlen, kombiniere den ländlichen Bereich mit seinen sinkenden Schülerzahlen mit den größeren Städten und Gemeinden entlang der A 7, in denen die Zeichen noch auf Wachstum stehen. "Unberücksichtigt bleiben auch Neubaugebiete, die wir ja gerade in Norderstedt ausweisen", sagt die Dezernentin.

2425 Jungen und Mädchen werden im Schuljahr 2018/19 an den zwölf Norderstedt Grundschulen lernen, 224 mehr als nach Ansicht des Kreises. Allein bei der Grundschule Heidberg beträgt die Differenz 62 Schüler. Extrem unterschiedlich bewerten Stadt und Kreisverwaltung auch die Zukunft der Regionalschule Friedrichsgabe. Im laufenden Schuljahr lernen hier 426 Schüler in 18 Klassen, für das kommende Schuljahr prognostiziert der Kreis eine Schülerzahl von 303 Schülern in 13 Klassen. "Das ist genauso wenig nachvollziehbar wie der vorhergesagte Rückgang der Schülerzahlen am Gymnasium Harksheide. Hier hat sich die Zahl der Schüler vom Schuljahr 2004/2005 bis jetzt auf 890 mehr als verdoppelt", sagt Reinders.

Keine Gefahr für die Schullandschaft, lautet die Prognose der Schuldezernentin: "Wegen fehlender Schüler werden wir keine Schule schließen müssen." Natürlich müsse man genau beobachten, wie sich die Schülerzahlen entwickeln. Dafür wird die Stadt noch in den nächsten Wochen ein Gutachten in Auftrag geben, das detaillierte Planzahlen für Norderstedt bis über das Jahr 2025 hinaus liefert.

Bis 2018 sei die Vorhersage relativ verlässlich. Die Kinder, die bis dahin eingeschult werden, sind schon geboren. Zum Schuljahr 2018/19 werden laut städtischer Prognose 587 Jungen und Mädchen eingeschult. Das sind 13 mehr als im laufenden Schuljahr. 2014 wird die Zahl der Schulanfänger sogar auf 635 wachsen - damit werden so viele Kinder ihre Schulkarriere beginnen wie seit acht Jahren nicht mehr. Zwar reicht die Zahl nicht an die Einschulungszahlen der Boom-Jahre 1997/98 heran, als es in Norderstedt 754 bzw. 736 Abc-Schützen gab. Aber der kleine Schülerberg widerspricht klar dem Blick in die Zukunft, den der Kreis bietet.

Allerdings enthüllt die städtische Statistik auch ein Sorgenkind: Die vorhergesagten Anmeldezahlen für die Grundschule Pellwormstraße schwinden kontinuierlich bis auf 17 Kinder im Jahr 2018. "Die Schule wurde gebaut, als Norderstedt-Mitte noch im Aufbau war, kräftig wuchs und vor allem junge Familien in den neuen Stadtteil zog", sagt Anette Reinders. Nun seien die Kinder erwachsen, die Eltern blieben aber in ihren Häusern. In Eigenheimen sei die Fluktuation geringer als in Mietwohnungen. "Da wir aber auch bei den Grundschulen die freie Schulwahl haben, können auch Eltern aus anderen Stadtgebieten ihre Kinder dort einschulen. Wichtig wird sein, dass die Schule ein attraktives Angebot hat", sagt die Dezernentin.

Auch in Henstedt-Ulzburg, Kaltenkirchen und Bad Bramstedt erheben die Verwaltungen eigene Zahlen, die sie mit den Daten im Schulentwicklungsplan des Kreises abgleichen. In Henstedt-Ulzburg sinkt die Zahl der Schüler bis zum Schuljahr 2018/2019 zwar um 130 auf dann 3242. Aber die Verwaltung geht davon aus, dass der Rückgang durch die Neubaugebiete ausgeglichen wird, sodass die Gesamtzahl zumindest in den nächsten fünf Jahren konstant bleiben dürfte.

In Kaltenkirchen klafft für das Schuljahr 2019/20 eine Lücke zwischen Kreis- und Stadtprognose. Die Stadt geht von dann 725 Grundschülern aus, der Kreis von 677. Bad Bramstedt will sich auch nicht allein auf die Kreiszahlen verlassen und gibt ein eigenes Schulentwicklungsgutachten in Auftrag (s. Link).

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