Norderstedt
07.12.12

Müllentsorgung

Das Altpapier hält die Gebühren stabil

Auch im Jahr 2013 zahlen die Bürger nicht mehr für die Müllabfuhr. Die Kosten steigen, doch die Stadt steuert kreativ dagegen.

Von Michael Schick
Foto: Michael Schick
Norderstedt verdient viel Geld mit dem verkauf von Altpapier. Frank Neumann und Kay Stüwe leeren die Altpapiertonnen
Mit der Verwertung von Altpapier verdient die Stadt viel Geld. Frank Neumann (links) und Kay Stüwe leeren die Tonnen mit den blauen Deckeln

Norderstedt. Strom wird teurer, Benzin und Diesel auch, die Mieten klettern. Nur die Müllgebühren bleiben konstant, auch 2013 werden die Norderstedter nicht mehr für die Abfuhr von Rest- und Biomüll du Altpapier zahlen. Und: Die Tarife könnten 2014 sogar sinken. Die entsprechende Kalkulation des städtischen Betriebsamtes hat der Umweltausschuss am Mittwoch einstimmig beschlossen.

Bisher galt die solide Konstanz auch für die Bürger im restlichen Gebiet des Kreises Segeberg, wo der Wege-Zweckverband (WZV) für die Müllabfuhr verantwortlich zeichnet. Doch nach zwölf Jahren werden die Tarife erstmals angehoben. Die Versammlung des WZV billigte das neue Tarifsystem mit großer Mehrheit. Grundlage für die Gebührenreform, die der WZV in den nächsten Tagen detailliert präsentieren will, ist jetzt die Biotonne.

Doch die Haushalte in Norderstedt dürfen sich nicht nur über Gebührenkontinuität freuen. "Schon heute erfüllen wir die Anforderungen des neuen Kreislaufwirtschaft- und Abfallgesetzes kostengünstig und auf einem landesweit einmalig hohen Niveau", heißt es in der Vorlage der Verwaltung für den Ausschuss. Daran hätten die Kommunalpolitiker entscheidenden Anteil, die Zusammenarbeit sei gut und ermögliche, immer wieder neue Wege zu gehen, um die Tarife im Zaum zu halten. Denn: Der Sprit für die Müllfahrzeuge ist teurer geworden. Die Preise für die Verbrennung des Restmülls haben angezogen, in diesem Jahr von 136,84 Euro pro Tonne auf 150,52 Euro. Bei mehr als 11.000 Tonnen Restmüll musste das Betriebsamt 150.000 Euro an Mehrkosten aufwenden. Hinzu kommen zusätzliche Mitarbeiter für die kontinuierlich wachsenden Leistungen des Betriebsamtes und die Tariferhöhung. Ab Januar 2013 bekommen die Mitarbeiter der Verwaltung 1,4 Prozent mehr, im August klettert die Vergütung um weitere 1,4 Prozent.

"Es ist uns durch mehrere Maßnahmen gelungen, diese zusätzlichen Ausgaben auszugleichen. So haben wir die Touren unserer Müllwerker und Fahrzeuge weiter optimiert und gute Verträge für die Verwertung von Altpapier und Alttextilien abgeschlossen", sagt Martin Sandhof, Leiter des Betriebsamtes. Jedes Jahr schreibe das Amt die Verwertung von Altpapier neu und europaweit aus. Dadurch erziele die Stadt Erlöse, die deutlich über denen vieler kommunaler Entsorger in Schleswig-Holstein lägen. "Der Wettbewerb verschafft uns hier ganz klare Preisvorteile", sagt Sandhof. Die Einnahmen belaufen sich für dieses Jahr auf rund 560.000 Euro. Hinzu kommen nochmals rund 200.000 durch die Verwertung von Alttextilien.

Als wahrer Geldesel erweist sich auch das Gebrauchtwarenhaus Hempels. "Der Verkauf entwickelt sich so gut, dass wir die Kalkulation schon nach oben korrigieren mussten", sagt Sandhof. Geplant war bisher für das kommende Jahr ein Umsatz von 210.000 Euro. Jetzt haben die Mitarbeiter die Summe verdoppelt. Dank dieser Einnahmen könne nicht nur ein Anstieg der Müllgebühren verhindert werden, die Verwaltung könne ihren Bürgern auch noch einen umfangreichen Service bieten.

Dazu zählt, so Sandhof, die 40-Liter-Tonne für Singles, die sonst keine Kommune anbiete. Zwar seien nur etwa 500 dieser Mini-Behälter im Umlauf, aber so hätten alle, die allein leben und wenig Müll produzieren, die Chance, für umweltbewusstes Verhalten belohnt zu werden. Weiter nennt er die kostenlose Strauchgutabfuhr zweimal pro Jahr, die Abholung von Elektrogeräten und die Möglichkeit, dass die Norderstedter acht Wochen lang kostenlos Laub auf dem Recyclinghof an der Oststraße abgeben können.

Auf Dauer werden die Kosten für die thermische Entsorgung des Restmülls sinken, sagt Sandhof voraus. Der Vertrag mit der Stadt Hamburg laufe noch bis 2015. "Wir gehen davon aus, dass Verbrennung der Restabfälle danach in einem transparenten Vergabeverfahren und mit dann neuen Verträgen deutlich günstiger wird als heute", sagt der Leiter des Betriebsamtes. Er rechnet damit, dass die Ausgaben um mindestens 50 Prozent sinken werden.

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