Norderstedt
10.11.12

Henstedt-Ulzburg

Tierschutzverein Westerwohld hat große Pläne

Kinder sollen den Umgang mit Tieren lernen, für Erwachsene werden Seminare angeboten. Verein gibt jährlich 150.000 Euro aus.

Von Frank Knittermeier
Foto: Frank Knittermeier
Sylvia Rückert, Leiterin des Tierheims Henstedt-Ulzburg
Sylvia Rückert leitet das Tierheim und ist Vorsitzende des 420 Mitglieder starken Tierschutzvereins Westerwohld. Etwa 800 Tiere finden hier pro Jahr vorübergehend Unterkunft

Henstedt-Ulzburg. Mit einem neuen Konzept sollen vor allem jüngere Menschen für die Arbeit des Tierschutzes interessiert werden. In Kleingruppen sollen schon Schulkinder mit Tieren in Kontakt kommen, um zu lernen, wie mit ihnen umgegangen werden muss. Angeboten werden demnächst auch Seminare für Erwachsene, die sich mit dem Gedanken tragen, ein Haustier anzuschaffen.

Für Sylvia Rückert, Vorsitzende des Vereins Tierschutz Westerwohld und Leiterin des Tierheims Henstedt-Ulzburg am Kirchweg, ist klar, dass mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden muss, damit es den Tieren besser geht. Denn viele Tiere leiden - im Tierheim erleben es die Mitarbeiter hautnah: Noch nie wurden so viele Tiere eingeliefert. Viele Hunde, Katzen und andere Kleintiere kommen, weil sie aus den verschiedensten Gründen nicht mehr in den Familien bleiben können. Andere werden ohne Besitzer aufgefunden. Egal wie: Immer steckt ein Schicksal dahinter, das im zwischenmenschlichen Bereich angesiedelt ist. "Die Probleme liegen beim Menschen, nicht beim Tier", sagt Dr. Volker Mariak, zweiter Vorsitzender des Tierschutzvereins.

Um diese Problemfelder zu bearbeiten, plant der Verein ein Seminarangebot für die unterschiedlichsten Bereiche. Es soll dabei um Erziehung, Ernährung oder Versicherungsfragen gehen. Speziell auf dem Gebiet der Resozialisierung von Hunden wird der Henstedt-Ulzburger Verein mit dem Dithmarscher Hundeausbildungsverein Pet zusammenarbeiten.

Die Kommunen zahlen jährlich 53.000 Euro an das Tierheim

Auf diese Weise will Sylvia Rückert den Verein und das Tierheim mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken. "Wir leisten hier eine Arbeit, von der die meisten noch nicht einmal ahnen, wie schwierig und kostenintensiv sie ist." Tatsächlich fühlen sich die Tierschützer nicht immer gut behandelt und gebührend beachtet.

"Wir sind die Dienstleister der Kommunen", sagt Sylvia Rückert, die daran erinnert, dass Norderstedt, Henstedt-Ulzburg, Kaltenkirchen, Ellerau, das Amt Kaltenkirchen-Land und das Amt Kisdorf zum Zweckverband Fundtiere Segeberg-West gehören. Wann immer dort besitzerlose Tiere aufgegriffen werden, landen sie im Tierheim Henstedt-Ulzburg. Etwa 300 bis 400 Tiere pro Jahr. 53.000 Euro zahlen diese Orte und Ämter, gestaffelt nach Größe, für diesen Zweck. Das reicht aber nicht aus, um die Kosten zu decken. Rund 150.000 Euro gibt der Verein pro Jahr für Personal, medizinische Betreuung und Tierfutter aus. Die Differenz muss durch Spenden und Vermittlungsgebühren ausgeglichen werden. Das gelingt, aber es ist ein Kraftakt. Ehrenamtliche Mitarbeit vieler Personen ist dabei eine kalkulierte Notwendigkeit.

Wie beliebt das Tierheim ist, spüren die Mitarbeiter vor allem in den späten Nachmittagsstunden: 20 bis 30 Besucher drängen sich dann oft in den engen Räumen - die meisten von ihnen wollen ein Tier. So ist es auch kein Wunder, dass viele Tiere sehr schnell wieder vermittelt werden: Von den rund 800 eingelieferten Tieren pro Jahr werden 95 Prozent wieder abgegeben. Interessenten kommen sogar aus Kiel oder Bremen nach Henstedt-Ulzburg. Der gute Ruf des Tierheims strahlt aus.

Die Arbeit im Tierheim sei für alle sehr anstrengend, sagt Sylvia Rückert, die oft auch nachts um Hilfe gerufen wird. Vor diesem Erfolgshintergrund ärgert sie das Gefühl, dass die Arbeit des Vereins von den Orten und Ämtern im Zweckverband ihrer Ansicht nach zu wenig anerkannt wird. Das jüngste Beispiel von "Missachtung" spielte sich in Henstedt-Ulzburg ab: Der Tierschutzverein und einige Gemeindepolitiker hatten sich für eine bessere Ausschilderung des versteckt liegenden Tierheims eingesetzt. Vergeblich: Die Ordnungsbehörde hält einen kleinen Wegweiser am Kirchweg, unmittelbar vor der Einfahrt zum Tierheim, das von der Straße aus nicht zu sehen ist, für ausreichend. "Wir hören fast täglich Beschwerden von Leuten, die uns nicht gefunden haben", sagt Sylvia Rückert.

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