Zwei Jungen ausgeraubt und vergewaltigt

Sextäter: Die Polizei ist ihm schon auf der Spur.

Heide. Sie wollten am Marktplatz von Heide (Kreis Dithmarschen) nur einen Döner essen gehen - für zwei 13 Jahre alte Jungen wurde es ein Abend in Todesangst. Ein Mann nimmt sie fast zwei Stunden lang in seine Gewalt, bedroht und beraubt sie, vergewaltigt einen von ihnen, sperrt beide schließlich in einen Müllcontainer. Doch dabei unterläuft dem Täter auch ein Fehler. Die Polizei ist ihm schon auf der Spur.

Montagabend, 20.15 Uhr: Die beiden Freunde - einer von ihnen wohnt in Heide, der andere im nahen Hemmingstedt - sind auf dem Weg zu einem Imbiss. An einer bereits geschlossenen Wurstbude an der Südseite des Marktplatzes steht ein etwa 25 Jahre alter Mann. "Er hatte Pickel im Gesicht, trug schwarze Jeans, eine dunkle Jacke und eine gelbe Schirmmütze mit dunklem Schirm", werden die Jungen später bei der Polizei berichten.

Der Mann geht auf die beiden zu, bedroht sie, fordert Geld. Die zehn Euro, die die Schüler in ihren Portemonnaies haben, genügen ihm nicht. Mit Todesdrohungen zwingt er die Jungen, mit ihm zu einer Bank zu gehen. Mit der EC-Karte des einen Opfers sollen sie Geld aus dem Automaten ziehen. Bei der Volksbank und bei der Dithmarscher Kommunalbank gelingt das nicht, die Jungen geben die falsche PIN-Nummer ein. Wieder droht der Täter, er habe ein Messer, werde seine Opfer erstechen. Erst beim dritten Versuch, am Automaten der Postbank, macht der Räuber Beute - knapp 100 Euro.

Doch das Leid der Jungen geht weiter. Jetzt will der Täter Sex: Auf einem dunklen Parkplatz an einer Nebenstraße muss einer der beiden Halbwüchsigen sich ausziehen, der Mann vergewaltigt ihn brutal, der Freund muss es mit ansehen. Dann zwingt der Unbekannte die beiden, in einen Müllcontainer zu steigen, schließt ab. Eine halbe Stunde später werden sie befreit. Jugendliche, die zufällig vorbeikommen, haben ihre Hilferufe gehört.

Noch ist der Täter nicht identifiziert und auf freiem Fuß. Doch die Kripo in Heide ist zuversichtlich, ihn schon bald zu fassen. Die Videokamera an einem der Geldautomaten hat den Mann und seine Opfer gefilmt. "Es gibt Verdächtige, die wir jetzt überprüfen", sagte ein Sprecher der Polizei in Heide dem Hamburger Abendblatt.

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